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Ex-RB-Leipzig-Stürmer Kutschke lebt bei Dynamo Dresden seinen Traum

Zurück in der Heimat Ex-RB-Leipzig-Stürmer Kutschke lebt bei Dynamo Dresden seinen Traum

Es ist eine Rückkehr in die alte Heimat: Stefan Kutschke, vormals Stürmer bei RB Leipzig und dem 1. FC Nürnberg, hat bei der SG Dynamo Dresden angeheuert. Mit den Schwarz-Gelben hat der 27-Jährige viel vor. Im Trainingslager in Marbella versprüht er großen Ehrgeiz.

Im Trainingslager in Marbella geht Stefan Kutschke mit Feuereifer ans Werk.

Quelle: Jochen Leimert

Benahavis. „Für mich ist ein Kindheitstraum wahr geworden.“ Wenn Stefan Kutschke das sagt, dann nimmt man ihm den Satz sofort ab. Der 27-Jährige lächelt überglücklich, grüßt freundlich und schaut neugierig, wenn man ihn auf seinen Wechsel zu Dynamo Dresden anspricht. Bereitwillig gibt er Auskunft über seinen Abschied aus Nürnberg, vor allem aber über seine Pläne mit den Schwarz-Gelben.

Das Jahr 2016 - es soll ein ganz besonderes für den bundesligaerfahrenen Stürmer (27 Spiele und zwei Tore für VfL Wolfsburg und den SC Paderborn) werden: „Das letzte halbe Jahr war bescheiden, das habe ich abgehakt. Jetzt haben wir ein neues Jahr, da will ich Vollgas geben.“

Dass es nach vielen vergeblichen Versuchen, ihn in seine Heimatstadt zurückzuholen, nun endlich geklappt hat, das war für Kutschke ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk, welches auf seinem Wunschzettel ganz oben stand: „Ich bin Ralf Minge sehr dankbar, dass er das nach Jahren hinbekommen hat. Er ist immer drangeblieben. Jetzt will ich ihm und dem Verein etwas zurückgeben und helfen, dass wir mit Dynamo unsere Ziele erreichen. Dafür möchte ich all meine Stärken einbringen.“

Während Minge ihn schon lange kennt, musste sich Trainer Uwe Neuhaus in einem ersten Gespräch kurz vor Weihnachten im Stadion erst einmal an den 1,94 Meter großen Angreifer herantasten. Ihm fiel es nicht schwer, das Eis zu brechen. „Wir saßen anderthalb Stunden zusammen und haben uns über viele Dinge unterhalten. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre und ich hatte sofort das Gefühl, vom Trainer her passt das“, erzählt Kutschke.

Von der Mannschaft kannte er bis zum Trainingslager nur Justin Eilers persönlich. Die ersten Tage mit der Truppe um Kapitän Michael Hefele haben Kutschkes blendende Laune kein bisschen getrübt: „Die Jungs haben es mir leicht gemacht. Das ist nicht selbstverständlich, wenn die in ein intaktes Team kommst, das gemeinsam schon viel erreicht hat. Kompliment an die Mannschaft!“ Dass Dynamo mit Vorsprung das Feld der 3. Liga anführt, imponiert dem gebürtigen Dresdner, dessen Eltern und Freunde an der Elbe überglücklich über seine Rückkehr sind. Zu gern will das einst von Hans-Jürgen Kreische entdeckte und später von Babelsberg zu RB Leipzig vermittelte Kraftpaket helfen, den Aufstieg perfekt zu machen.

„Jetzt werden viele sagen, dass ich lüge, aber ich wäre auch gekommen, wenn Dynamo nur Zehnter wäre“, versichert er. Die Begründung liefert er sofort nach: „Als Junge habe ich mir gesagt: Irgendwann willst du mal für diesen Verein spielen. Davon habe ich geträumt.“ Wenn er auf seinen Stationen in Leipzig, Wolfsburg, Paderborn oder Nürnberg von seiner Sehnsucht erzählte, dann hätten ihn viele Kameraden immer erstaunt angeschaut und gefragt: „Was hast du denn immer nur mit deinem Dynamo?“ Er habe ihnen dann gesagt: „Der Verein ist etwas Besonderes, das könnt ihr nicht nachvollziehen.“

Als es in Nürnberg gar nicht mehr lief, sein Berater Karl Herzog sogar zum Anwalt gehen musste, damit er am Training der Zweitliga-Profis teilnehmen durfte, kam das Interesse aus Dresden wie gerufen. Warum es am Valznerweiher nur zu fünf Einsätzen in der „Ersten“ reichte, das weiß er bis heute nicht. Kutschke erklärt: „Ich war nicht verletzt, man sagte mir immer wieder, es gebe keine Leistungsgründe. Die Gründe, die wirklich dahintersteckten, habe ich leider nie erfahren.“

Dass ihn die Nürnberger bis 2017 an die Schwarz-Gelben ausliehen, war für beide Seiten wie eine Befreiung. Andreas Bornemann, Sport-Vorstand der „Clubberer“, wünschte ihm nach all dem Ärger viel Glück: „Stefan erhält in Dresden hoffentlich die Spielpraxis, die er sich wünscht.“ Kutschke wollte schon am Dienstag in San Pedro Alcantara nahe Marbella im Test gegen den Bundesligisten Augsburg zeigen, dass er noch eine Menge auf dem Kasten hat und Dynamo wirklich verstärkt. „Ich habe zwar noch ein bisschen Rückstand, weil die Vorbereitung auf die restliche Zweitliga-Saison erst zwei Wochen später begonnen hat, aber ich hoffe, dass ich am Dienstag schon ein paar Minuten spielen kann.“ Die Vorfreude ist ihm im Training anzumerken: Wuchtig knallt er die Bälle aufs Tor, setzt entschlossen nach, wenn der Keeper den Ball nur abklatschen kann. Jeder, der Kutschke beobachtet, sieht sofort: Der Kerl braucht keinen Motivationstrainer, sondern: Spiele, Spiele, Spiele.

Jochen Leimert

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