Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
Fan-Power aus dem Kyffhäuserkreis: Anhänger aus Thüringen reisen weit für RB Leipzig

Fan-Power aus dem Kyffhäuserkreis: Anhänger aus Thüringen reisen weit für RB Leipzig

Mittlerweile bekennen sich 51 Fanclubs zu RB Leipzig, aber nur einer von ihnen kommt nicht aus Sachsen. Die RBL-Supporters Nordthüringen haben ihre Basis in Schönewerda und Artern im Kyffhäuserkreis.

Voriger Artikel
RB Leipzig: Rangnick fordert mehr Torschüsse - leichte Entwarnung bei Khedira
Nächster Artikel
RB Leipzig will Benny Bellot halten – Beierlorzer wird wieder U-17-Coach

Unterstützung aus Thüringen: Die Fans aus Artern und Umgebung fahren 70 Kilometer zu den Heimspielen. Rechts RB-Fanbeauftragter Ingo Hertzsch.

Quelle: Privat

Leipzig. Auch bei ihnen kam die Trennung von Trainer Alexander Zorniger nicht gut an. „Den Zeitpunkt kann ich nicht nachvollziehen, weil noch nichts in Sachen Aufstieg verloren ist“, sagt der Fanclub-Vorsitzende Marcel Schachtschneider. Zwar sei in den letzten Wochen spielerisch eine Stagnation zu beobachten gewesen, weil sich die anderen Teams auf die RB-Taktik eingestellt hätten. „Aber menschlich hat Zorniger einen solchen Abgang nach den tollen Erfolgen der letzten Jahre nicht verdient“, meint der Fan.

Der Thüringer fährt mit drei Kumpels schon seit 2010 zu Spielen in die Red-Bull-Arena. Und sie fassten den Plan, ihrem Fansein einen offiziellen Rahmen zu geben. 2013 erfolgte die Gründung, Ende 2014 die Ernennung zum offiziellen Fanclub (OFC) durch RB, verbunden mit Privilegien wie verbilligten Dauerkarten. „Von den Thüringer Vereinen hat mich nie einer richtig begeistert“, sagt Schachtschneider. „Bei RB können wir bedenkenlos die Kinder mitnehmen und die Atmosphäre ist einfach gut.“

Das RB-Nachwuchskonzept hat den 38-jährigen Industriemechaniker ebenso überzeugt wie die Strategie bei den Profis: keine Stars, junge, hungrige Spieler, die entwickelt werden sollen. Schachtschneider: „Wenn RB die ganz großen Namen holen würde, würden sie sich erst recht unbeliebt machen.“

Inzwischen sind aus dem harten Kern 15 Fans geworden, darunter eine Frau. Sie kommen alle aus dem Raum Artern. Und sie erhalten weiter Zuwachs: Drei Interessenten werden gerade auf ihre Tauglichkeit geprüft.

Schachtschneider lässt sich so gut wie kein Heimspiel im 70 Kilometer entfernten Leipzig entgehen und feuert seine Mannschaft bei ausgewählten Auswärtspartien ebenfalls an. Auch die Töchter (beide 12) sind manchmal dabei. Nicht fehlen darf die offizielle Fahne: ein Thüringen-Banner mit dem Leipziger Stadtwappen auf der einen und dem Fanclubsymbol auf der anderen Seite.

Mit ihrem Bekenntnis zum Zweitligisten stoßen sie nicht immer auf Gegenliebe. Da wird man auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt schon mal von Fans eines Lokalrivalen angepöbelt oder von Ordnern im Erfurter Steigerwaldstadion gefragt: „Und ihr wollt echte Thüringer sein?“ Schachtschneider lässt sich von so etwas nicht beeindrucken. Er wird weiter in der Red-Bull-Arena im Sektor B Block 30 mit seinen Freunden Farbe bekennen. So wie bei Spiel eins nach der Ära Zorniger, als Tausende Plakate mit der Aufschrift „Danke Alex“ nach oben gehalten wurden. Verschiedene Fanclubs hatten dazu aufgerufen, die RBL-Supporters druckten die Zettel für ihre Mitglieder selber aus.

Und was meint der Anhänger zum theoretisch noch möglichen Aufstieg? Skepsis ist ihm anzumerken, im Angriff habe bisher zu oft die Durchschlagskraft gefehlt. Aber die Bundesliga sei als Aufsteiger kein Muss. „Die sollen nicht immer nur nach oben schauen, sondern sich einfach mit Fußball beschäftigen“, sagt Schachtschneider. Jetzt gelte es vor allem, die Neuzugänge einzuspielen. „Dann greifen wir eben im nächsten Jahr wieder an.“ Für einen wahren Fan ist die Ligazugehörigkeit ohnehin nicht das Allerwichtigste.

Thomas Fritz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr

Alle Wettquoten zu Spielen von RB Leipzig gibt es bei SmartBets.