Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
Forsbergs Träume und Hasenhüttls Tritt auf die Euphoriebremse

Champions League und Bayernjäger Forsbergs Träume und Hasenhüttls Tritt auf die Euphoriebremse

Emil Forsberg ist nach einem schwachen Saisonstart bei RB Leipzig wieder in der Spur und träumt von der Champions League. Coach Hasenhüttl sieht sein Team weiterhin nicht als Bayern-, sondern Balljäger.

Emil Forsberg ist nach einem schwachen Saisonstart bei RB Leipzig wieder in der Spur. (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Der erste und direkte Weg nach seinem Tor beim VfL Wolfsburg führte Emil Forsberg zum Trainer. Der schwedische Nationalspieler fiel Ralph Hasenhüttl nach dem 1:0 in die Arme. „Ich war einfach nur überglücklich und dankbar, dass ich so viel Unterstützung in der Halbzeit bekommen habe“, sagte Forsberg, der damit den Siegtreffer erzielte.

Dabei hatte der 24-Jährige den „Rat“ seines Coachs in der Pause nicht ganz ernst genommen: „Ich habe Emil in der Halbzeit gesagt, dass er das Spiel nicht alleine gewinnen muss. Er hat mir zum Glück nicht so gut zugehört und es dann doch entschieden“, sagte der Coach mit einem Schmunzeln. Vorangegangen war ein verschossener Elfmeter. Der schwedische Nationalspieler fand dazu am Montag deutliche Worte: „Entschuldigung für die Sprache, aber es war ein Scheiß-Elfmeter. Es muss ein Tor werden. Es war einfach schlecht.“ Ein Trost könnte sein: Fünf von zehn Strafstößen wurden am Wochenende in der Bundesliga verschossen.

Hasenhüttl gab zu, beim Elfmeter gar nicht hingeschaut zu haben. „Ich habe mir das irgendwann mal abgewöhnt. Gestern habe ich dann auf meinen Co-Trainer geschaut und der sagte zu mir: eineinhalb Meter vorbei.“ Forsberg durfte am Sonntag in Wolfsburg ran, weil er bereits in Hamburg souverän vom Punkt verwandelte und der andere Schütze Dominik Kaiser kurz zuvor eingewechselt wurde und noch keinen Ballkontakt hatte. Wer künftig vom Punkt aus antreten darf, wollte der Trainer nicht verraten.

Forsberg nach schwerem Saisonstart in der Spur

Sein Comeback nach dem verschossenen Elfmeter ist charakteristisch für Forsbergs Rückkehr nach dem für ihn schwierigen Saisonstart. Im Pokal gegen Dresden wurde er ausgewechselt, gegen Hoffenheim und Dortmund erhielt er nicht einmal 30 Minuten Einsatzzeit. „Seine Arbeit gegen den Ball hat mir am Anfang noch nicht gefallen, weil ihm auch ein bisschen die Frische und Fitness gefehlt hat. Aber das wird immer besser – auch mit den Spielen, die er jetzt in der Nationalmannschaft gemacht hat. Man merkt, dass jetzt mehr im Tank ist“, freut sich Hasenhüttl.

Der Schwede sagt: „Ich habe am Anfang Kritik bekommen. Das ist so, wenn man ein guter Spieler ist. Aber inzwischen habe ich gezeigt, was ich kann.“ Immerhin stehen nun drei Tore und zwei Vorlagen auf Forsbergs Konto, der damit derzeit erfolgreichster Vollstrecker und Vorbereiter in den Reihen des Aufsteigers ist. „Über Emils fußballerische Qualitäten brauchen wir uns nicht unterhalten. Das er eigentlich Stammspieler sein muss, ist klar“, meint Hasenhüttl.

Euphorie wächst

Auf dem dritten Tabellenplatz gilt RB nun bei vielen Fans bereits als Bayernjäger und Champions-League-Aspirant. Was meinen Spieler und Trainer dazu?

Innenverteidiger Marvin Compper sagt: „Bayernjäger ist ein Kompliment, das viel zu früh kommt. Wir wissen, wie schnell sich das in einer langen Saison mit 34 Spieltagen ändern kann.“ Coach Hasenhüttl sieht das ganz entspannt: „Das Einzige, was wir wirklich jagen wollen, ist der Ball. Das stellen wir in den Vordergrund.“ Forsberg hat große Ambitionen: „Ich fokussiere mich jetzt nicht auf die Champions League. Aber natürlich ist das ein Traum für alle Spieler.“

In der Euphorie von 15 Punkten nach sieben Spielen, hätte sich Hasenhüttl fast dazu hinreißen lassen, seiner Mannschaft zwei freie Tage zu gönnen: „Ich habe dann aber selbst bemerkt, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, um sich zurück zu lehnen. Die Jungs haben das dann auch akzeptiert, weil sie wissen, dass das jetzt eine wichtige Phase ist und wir noch nichts gewonnen haben.“ Am Sonntag steigt das nächste Heimspiel gegen Werder Bremen.

Anne Grimm  

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr