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Fragezeichen in der Viererkette von RB Leipzig vor Heimspiel gegen Mainz

Sonntag Duell der Joker-Trainer Fragezeichen in der Viererkette von RB Leipzig vor Heimspiel gegen Mainz

Vor dem Spiel gegen Mainz 05 bangt RB Leipzig um den Einsatz von Marvin Compper – er wäre nach Bernardo der zweite Ausfall in der eingespielten Abwehr. Mit Spannung wird erwartet, welcher Trainer mit seinen Einwechslungen der Partie den entscheidenden Impuls gibt.

FSV-Coach Martin Schmidt und RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl haben einige Gemeinsamkeiten. Am Sonntag stehen sich die beiden in der Bundesliga gegenüber. (Archivbilder)

Quelle: dpa

Leipzig. Für Ralph Hasenhüttl ist es erst die zweite Saison in der Fußball-Bundesliga – doch über den Trainer von RB Leipzig gibt es vor jeder Partie neue Geschichten zu erzählen. Gegen den 1. FSV Mainz 05 rücken sogar zwei Storys in den Fokus. Der 49-Jährige feierte gegen die Rheinländer in der vergangenen Spielzeit gleich zum Auftakt seinen allerersten Sieg als Coach im Fußballoberhaus und bezwang mit Ingolstadt auch im Rückspiel den FSV mit 1:0. RB Leipzig bestreitet hingegen seine Premiere gegen die Mainzer.
 
Die zweite Anekdote könnte einen entscheidenden Anteil am Ausgang der Partie zwischen dem Überflieger und dem Tabellenneunten am Sonntag (Anpfiff 15.30 Uhr) haben. Denn es stehen sich die Fußballlehrer mit den goldenen Händen gegenüber. Viermal wechselte FSV-Coach Martin Schmidt in dieser Saison schon Torschützen ein. Häufiger gelang das nur Hasenhüttl, der sieben Jokertreffer in seiner Statistik verbucht. Ähnlichkeiten gibt es auch in der Philosophie der beiden gleichaltrigen Trainer: „Die Arbeit gegen den Ball steht bei ihm auch im Mittelpunkt, genauso wie das schnelle Umschaltspiel“, sagt der RB-Coach über seinen Kollegen.

Gegner erneut mit englischer Woche

Dass die Philosophie von Schmidt am Donnerstag bei der 1:6-Klatsche seiner Mainzer in der Europa League gegen Anderlecht nicht aufgegangen ist, hat Hasenhüttl natürlich verfolgt und meint: „Wer glaubt, daraus ableiten zu können, dass es dadurch für uns nur ein bisschen leichter wird, der irrt – es ist für uns eine ganz gefährliche Situation.“ Schmidt, der mit Mainz seine „schlimmste und höchste Niederlage“ einstecken musste, kündigte bereits an: „Jetzt sind wir besonders gefordert eine Reaktion zu zeigen – einen Knacks lassen wir uns nicht einreden.“
 
Abgesehen von der Mentalität spielt den Leipzigern erneut der physische Vorteil in die Karten. Bereits in der vergangenen Woche hatte Darmstadt kurz zuvor im Pokal gespielt und verloren, während RB, wie es Bayern-Ikone Uli Hoeneß süffisant formulierte, „nur auf der Couch lag“. Die Aussage konterte Hasenhüttl am Freitag bei der Pressekonferenz ganz locker: „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich viel auf der Couch gelegen habe, deshalb habe ich auch keine Druckstellen. Auch wenn wir in der Woche keine Spiele haben, haben wir alle Hände voll zu tun.“

Er bewertet die Aussage des Spitzenreiters nicht als Stichelei, sondern eher als Anerkennung für die bisherige Leistung. „Es fällt auf, dass sie sich über uns Gedanken machen. Wir machen uns hingegen keine Gedanken über Bayern, erst vor dem Spiel gegen sie im Dezember“, sagt Hasenhüttl.

Compper mit Erkältung

Die Gedanken des RB-Trainers drehen sich derzeit vor allem um seine Viererkette am Sonntag. Denn neben dem wegen einer Meniskusverletzung fehlenden Rechtsverteidiger Bernardo steht nun auch der Einsatz von Innenverteidiger Marvin Compper (Erkältung) auf der Kippe. „Wir müssen vielleicht auf zwei Positionen hinten umbauen und haben heute eine neue Viererkette einstudiert“, sagte Hasenhüttl.

Leipzigs Torhüter Peter Gulacsi, der nach Manuel Neuer bisher die wenigsten Gegentore in der Bundesliga kassierte, ist es egal, wer vor ihm steht. „Ich habe schon mit allen zusammengespielt. Mainz hat vor allem ein gefährliches Umschaltspiel, darauf müssen wir aufpassen“, sagte der ungarische Nationalkeeper.

Tabellenführung möglich

Sollte Compper fehlen, wird sich der Trainer wohl für eine Variante mit Stefan Ilsanker als Innenverteidiger und Benno Schmitz auf der rechten Außenbahn entscheiden. Denn „Ilse“ beherrscht die Automatismen, die Hasenhüttl immer wieder fordert. Zudem plagten Papadopolous, der bisher noch keinen Startelfeinsatz in der Innenverteidigung bekam, bis zum Mittwoch Schulterprobleme, die inzwischen aber wieder auskuriert sind.
 
Egal wie die Partie am Sonntag endet – die Leipziger bleiben dem Spitzenquartett der Liga erhalten. Mit einem Sieg ist sogar die Tabellenführung möglich, denn die Bayern spielen gegen den Tabellendritten Hoffenheim. Haben sich die Ziele nach dem grandiosen Start eigentlich verändert? „Wir sind zu Recht mit einer schwammigen Zielsetzung in die Saison gestartet, um der jungen Mannschaft keinen schweren Rucksack aufzuladen. Dass wir jetzt schon 21 Punkte geholt haben, hilft uns enorm. Über alles weitere können wir uns unterhalten, wenn wir die 40 Punkte haben“, sagte Hasenhüttl.
 
Anne Grimm

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