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Frankfurts Kmetsch vor Duell gegen RB Leipzig: „Jetzt haben die Spieler kein Alibi mehr“

Frankfurts Kmetsch vor Duell gegen RB Leipzig: „Jetzt haben die Spieler kein Alibi mehr“

Sven Kmetsch ist Co-Trainer beim FSV Frankfurt – die am Sonntag nächster Gegner von RB Leipzig sind. Der 44-Jährige stammt aus Sachsen, spielte lange für Dynamo Dresden in der 1. Bundesliga, später für den HSV und Schalke.

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Sven Kmetsch ist seit 2012 Co-Trainer beim FSV Frankfurt.

Quelle: FSV Frankfurt

Leipzig. Im Interview spricht Kmetsch über die Vorzeichen des Duells, den Trainerwechsel bei den Leipzigern, seine Heimat und den Ost-Fußball.

LVZ:

Im Hinspiel zwischen Frankfurt und Leipzig gab es ein torloses Unentschieden. Der FSV ist mit einem überraschenden 2:1-Sieg gegen Nürnberg nach der Winterpause gestartet und nun Elfter, RB unterlag 0:2 in Aue und blieb auf Rang sieben. Was ist am Sonntag zu erwarten?    

Kmetsch:

Natürlich haben beide Mannschaften nach diesen Ergebnissen unterschiedliche Voraussetzungen. RB hat für seine Ansprüche sicher enttäuschend gespielt. Uns hat eine sehr gute, geschlossene Mannschaftsleistung ausgezeichnet. Wenn bei uns im Kollektiv jeder an sein Limit geht, ist es schwer gegen uns.

Sehen sie es für ihr Team als Vorteil, dass es diese Woche Unruhe und den Trainerwechsel in Leipzig gab?

Das glaube ich nicht. Man sagt ja immer so schön: Jetzt haben die Spieler kein Alibi mehr, wenn der Trainer weg ist. Mit der Niederlage in Aue werden sie am Sonntag gegen uns ein ganz anderes Gesicht zeigen. Dafür müssen wir gewappnet sein.

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Leipzig. Entschlossen und selbstbewusst blickte Achim Beierlorzer am Mittwoch in die Runde. Die Mission des 47-jährigen Interimscoachs bei RB Leipzig ist klar und bis zum Sommer befristet: Nach dem Aus von Alexander Zorniger will der Fußball-Zweitligist den Aufstieg in die Bundesliga schaffen und sucht parallel einen Nachfolger für die neue Saison. Als heißester Kandidat wird dabei der Ex-Mainzer Thomas Tuchel gehandelt.

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RB sagt immer mehr oder weniger deutlich, dass der Durchmarsch das Ziel ist. Wo will Frankfurt am Ende der Saison stehen?

Es ist unser oberes Ziel in der Liga zu bleiben, aber nicht ständig hinten drin zu stehen. Auf Dauer würden wir uns schon gerne im Mittelfeld etablieren.

Für Sie geht es am Samstag als gebürtiger Bautzner Richtung Heimat. Freut man sich besonders auf so ein Spiel?

Ich habe schon ein bisschen Heimatgefühle. Mein Vater wollte auch zum Spiel kommen, ist jetzt leider krank. Aber ich habe auch noch eine Verbindung zu den alten Dresdner Haudegen und werde mich am Samstagabend im Hotel in Leipzig unter anderem mit meinem ehemaligen Dynamo-Mitspieler Detlef Schößler treffen. Wichtig ist dann am Sonntag vor allem das Spiel. Rangnick war übrigens auch mal mein Trainer auf Schalke, als Slomka noch Co-Trainer war unter ihm.

Wie ist der Kontakt mit Herrn Rangnick?

Wenn man sich sieht dann begrüßt man sich ganz normal.

Sportdirektor Rangnick hat in Leipzig gerne Leute um sich, die er von seinen früheren Stationen kennt. Hat er bei Ihnen auch schon mal angefragt?

Nein, aber ich bin ja auch in Diensten des FSV Frankfurt, daher ist das momentan kein Thema.

Sie haben Anfang der 90er-Jahre für Dynamo Dresden in der 1. Bundesliga gespielt. Schmerzt es zu sehen, dass inzwischen kaum noch Ost-Clubs in den oberen Ligen sind?

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Ein Bild aus früheren Tagen: Sven Kmetsch (l.), damals Spieler beim HSV, im Gespräch mit Henri Fuchs vom VfB Leipzig, 1997 beim Hallen-Masters in Leipzig.

Quelle: LVZ Archiv

Es ist wirklich schade, dass es aus dem Osten der Republik kaum Mannschaften schaffen, in die erste und zweite Liga, sprich in den bezahlten Fußball, zu kommen. Es werden Chancen vertan und das, obwohl die Leute nach Fußball lechzen.

Nun hat mit Red Bull ein Unternehmen dafür gesorgt, dass es wieder Profi-Fußball hier in der Region gibt. Wie sehen Sie das Projekt aus ein bisschen Entfernung?

Es würde wahrscheinlich kaum ein Verein abgeneigt sein, wenn er diese Möglichkeiten bekommt. In der heutigen Zeit lebt Fußball auch vom Kommerz. Da kann man auch solchen Sachen gegenüber aufgeschlossen sein. Auf der anderen Seite muss man als Verein schauen, dass man seine Tradition nicht ganz verkauft, wenn es vorher eine gab. Deshalb ist es immer ein zweischneidiges Schwert.

Noch mal zum Thema Trainer: Das gibt es im Profi-Fußball immer relativ schnell Bewegung bei den Vereinen. Sie sind mit dem Frankfurter Chef-Coach Benno Möhlmann schon fast fünf Jahre ein Gespann. Wie ist dieses enge Verhältnis zu Stande gekommen?

Das ist eine kuriose Geschichte. Nach meiner Dresdner Zeit bin ich zum Hamburger SV gewechselt. Der Trainer damals hieß Möhlmann. Ein halbes Jahr später wurde er entlassen und wir haben uns aus den Augen verloren. Als meine Zeit auf Schalke durch Ausbootung von Felix Magath vorbei war, habe ich bei einem Trainerkongress zufällig Benno Möhlmann wiedergetroffen, der auch gerade keinen Job hatte. Dann haben wir Nummern ausgetauscht und irgendwann kam der Anruf und die Frage, ob ich mit ihm nach Ingolstadt gehen will. Scheinbar passte es ganz gut, denn bei seiner nächsten Station in Frankfurt hat er mich wieder gefragt, ob ich sein Co-Trainer sein will. Auch wenn es am Anfang schwierig war, weil er früher mein Coach war. Aber es ging relativ reibungslos, weil er ein sehr umgänglicher Mensch ist und es unglaublich viel Spaß an seiner Seite macht.

Vielen Dank für das Interview.

Interview: Anne Grimm

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