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Gladbachs Sportdirektor: „Gefährlich, dass sie Geld und Plan haben“

Vor Partie bei RB Leipzig Gladbachs Sportdirektor: „Gefährlich, dass sie Geld und Plan haben“

Nach dem starken Start von RB Leipzig in die Bundesliga bekommen andere Vereine bereits kalte Füße. Gladbach verweist vor dem Flutlichtkracher am Mittwoch (20 Uhr) auf die Finanzkraft und das Potenzial des Gegners. Die Fans der Fohlen planen einen 19-minütigen Protest.

Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl (links) und RB-Trainer Ralph Hasenhüttl lieferten sich am Dienstag ein verbales Fernduell.

Quelle: dpa

Leipzig. Der Respekt vor RB Leipzig steigt. „Ich traue ihnen schon dieses Jahr zu, um die internationalen Plätze mitzuspielen“, sagte Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl am Dienstag auf der Pressekonferenz seines Vereins und schob aus sportlicher Sicht folgenden Grund hinterher: „Sie haben in den ersten Spielen gezeigt, dass sie aus dem Stand heraus überall mithalten können.“ RB-Trainer Ralph Hasenhüttl konterte die Ansage nur wenige Minuten später vor den Leipziger Journalisten: „Sich Respekt zu erarbeiten ist grundsätzlich nichts schlechtes, denn das bekommt man nicht geschenkt. Wir sehen uns lange noch nicht in der Europa League. Die junge Mannschaft entwickelt sich aber jetzt schon in einem atemberaubenden Tempo.“
 
Vor dem zweiten Heimspiel der Vereinsgeschichte ist der Aufsteiger als Tabellendritter aber mit reichlich Selbstvertrauen gesegnet. RB-Coach Hasenhüttl kündigt an: „Durch unsere letzten Auftritte haben wir uns auch für dieses Spiel viel vorgenommen. Nach Dortmund wollen wir dem nächstem Champions-League-Teilnehmer Probleme bereiten.“ Warum auch nicht: Ohne Niederlage und mit sieben Punkten auf dem Konto – nach dem schweren Auftakt gegen Hoffenheim, Dortmund und den HSV – das hätten wohl auch die größten Fans kaum zu träumen gewagt.

„Mehr Geld für Neuzugänge ausgegeben als wir“ 

Für die Borussia ist der grandiose Start der Leipziger nicht ganz überraschend: „Die haben mehr Geld für Neuzugänge ausgegeben als wir. Es sind sehr gute Spieler, die sie verpflichtet haben. Es ist nicht der typische Aufsteiger, den man aus der Bundesliga kennt“, sagt Fohlen-Trainer Andrè Schubert. Die Qualität in seinem Kader weiß auch Hasenhüttl zu schätzen. Doch der Hauptgrund für den erfolgreichen Bundesligastart ist für ihn ein anderer: „Wir haben uns auf unsere Automatismen verlassen. Ich habe hier als Trainer keinen Neustart hingelegt oder alles über den Haufen geworfen, sondern nur Nuancen angepasst.“ Gladbachs Sportdirektor Eberl sieht das ähnlich: „Es macht sie gefährlich, dass sie Geld und einen Plan haben. Weil das in der Regel zu Erfolg führen kann. Rangnick und Hasenhüttl haben schon bewiesen, dass sie Qualität besitzen.“


 
Mit Leipzig und Gladbach treffen am Mittwochabend zwei der offensivstärksten Teams der Liga aufeinander. Beide Mannschaften erzielten vergangenes Wochenende vier Tore und stehen mit sieben Treffern in der Statistik nur hinter Bayern, Dortmund und Mainz. Können sich die 42.558 Fans im erneut ausverkauften Leipziger Stadion auf ein Schützenfest einstellen? Hasenhüttl formuliert es diplomatisch: „Die Zuschauer dürfen sich auf ein temporeiches Spiel freuen. Wir sind keine Mannschaft, die wartet, bis etwas passiert. Je besser der Gegner, umso mehr davon muss man zeigen und werden wir zeigen.“

Fohlen-Fans planen Schweigeprotest

Während sich Trainer Hasenhüttl vor den vergangenen Partien noch ein wenig in die Karten schauen ließ, blieben mögliche Rotationen vor dem zweiten Spiel der englischen Woche sein Geheimnis. Bernardo attestierte er auf der rechten Verteidigerposition einen gelungenen Einstand beim HSV. Auch Emil Forsberg wird nach seiner furiosen Rückkehr mit einem Tor und zwei Vorlagen wieder gesetzt sein. Verletzte gibt es bis auf Lukas Klostermann, der am Dienstag am Kreuzband operiert wurde, keine.
 
Wie es sich vor einem Spiel gegen RB Leipzig gehört, haben auch die Gladbach-Fans für Mittwoch einen Protest angekündigt. Die Anhänger des 1900 gegründeten fünffachen Meisters wollen in den ersten 19 Minuten der Partie schweigen. „Ich werde davon genauso wenig mitbekommen, wie vom BVB-Boykott und HSV-Marsch. Unsere Fans werden dafür wahrscheinlich umso lauter sein“, meinte Hasenhüttl. Das Interesse der Zuschauer an der Bundesliga bleibt ungebrochen: Nach Dortmund und Gladbach ist nun auch das Heimspiel am 23. Oktober gegen Werder Bremen ausverkauft.
 
Anne Grimm

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