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Gute Zeiten, schlechte Zeiten: RB-Kapitän Daniel Frahn über seine aktuelle "Banklehre"

Gute Zeiten, schlechte Zeiten: RB-Kapitän Daniel Frahn über seine aktuelle "Banklehre"

Leipzig. Es gab Zeiten, da hätte  RB-Coach Alexander Zorniger seinen Kapitän Daniel Frahn auch dann auf-gestellt, wenn der mit Holzbein und blau-gelben Dauerwellen zum Spiel gekommen wäre.

Es gab Zeiten, da sagte Zorniger dies: „Das Toreschießen kann man nur bis zu einem gewissen Grad lernen, Frahni hat das im Blut.“ Und das: „Es ist ein gutes Gefühl, wenn mein Kapitän dabei ist.“ Zeiten ändern sich, aktuell absolviert der Mann, der in 147 Pflichtspielen unfassbare 91 Tore erzielte und 40 vorlegte eine Banklehre. Frahn, 27, über gute Zeiten, schlechte Zeiten.

Ihr Kumpel Stefan Kutschke behauptet steif und fest, dass Sie auch nachts  im Schlafanzug und mit Adiletten  treffen würden. Hat der Mann  recht?

Kutsche hat immer recht.

Dann sollte er dieses Wissen unbedingt mit Herrn Zorniger teilen.

Der Trainer braucht keinen, der ihm sagt, wie gut oder schlecht Frahn ist. Er kennt mich in und auswendig, weiß, was ich kann und was ich nicht kann.

In den beiden letzten Spielen brummte Tormaschine/Aufstiegsheld Frahn auf der Bank. Ist Undank der Welten Lohn oder stoßen Sie in der 2. Liga an Grenzen?

Ich erwarte keinen Dank für Tore, die gehören zu meinem Job. Respekt darf man verlangen - und der ist nach wie vor da. Nein, ich stoße nicht an Grenzen. Ich verstehe nicht, was so interessant daran ist, dass ich mal auf der Bank sitze. Das ist Tausenden vor mir so gegangen und wird Tausenden nach mir so gehen. Was wollen Sie denn hören von mir?

Dass Sie mit den 18er Alustollen gegen die Trainerkabine getreten haben oder so.

Wenn ich zum Trainer will, klopfe ich an, wir pflegen einen zivilisierten Umgang.

Haben Sie angeklopft?

Wir haben miteinander gesprochen.

Wurde es laut?

Geht’s noch? Wir haben uns natürlich im ruhigen Ton ausgetauscht.

Und der Trainer hat geflüstert, dass er mehr Präsenz von Ihnen fordert, dass Sie mehr Bälle festmachen müssen, sich besser in die Kombinationen einfügen,  zu mehr Abschlüssen kommen und so weiter.

Man könnte fast meinen, Sie waren dabei. Im Ernst: Wir haben offen miteinander geredet. Ich gebe im Training Gas, stecke den Kopf nicht in den Sand, komme wieder.

Haben Sie Herrn Zorniger verklickert, dass ein Vollstrecker nur dann vollstrecken kann, wenn er beliefert wird?

Was unter vier Augen besprochen wird, bleibt da.

Gibt es eigentlich so etwas wie Mitgefühl unter den Kollegen?

Erstens: Es ist keiner schwer verletzt, es geht nur um Fußball. Nur in Anführungzeichen. Zweitens: Ja, man bekommt aufbauende Worte. Drittens: Als Fußballer muss man sich ein dickes Fell zulegen, es scheint nicht immer die Sonne.

Ihr Vertrag ist bis zum 30. Juni 2016 datiert. Was passiert, wenn Sie ...

... ich bis dahin auf der Bank sitze? -Mannomann, Sie haben eine blühende Fantasie. Das wird nicht passieren. Ich werde weiter Tore schießen. Für RB Leipzig.

Guido Schäfer

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