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Harte Strafe für Borussia Dortmund: Leere Südtribüne und 100.000 Euro

Spiel gegen RB Leipzig Harte Strafe für Borussia Dortmund: Leere Südtribüne und 100.000 Euro

Borussia Dortmund muss sich nach den Vorfällen im Spiel gegen RB Leipzig auf eine saftige Strafe einrichten. Der DFB-Kontrollausschuss hat am Freitag seinen Antrag vorgelegt.

Für diese Spruchbänder soll Borussia Dortmund jetzt hart bestraft werden.

Quelle: dpa

Frankfurt. Borussia Dortmund droht nach den Entgleisungen im Spiel gegen RB Leipzig eine saftige Strafe. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beantragte die Sperrung der Südtribüne für eine Partie und eine Geldstrafe von 100.000 Euro für den BVB. Das teilte der DFB am Freitag mit. Der Verein habe den entsprechenden Antrag erhalten. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick wollte sich nicht zur möglichen Strafe äußern. „Ich bin Sportdirektor, kein Sportrichter“, sagte er.

Der Kontrollausschuss widerruft damit eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe aus dem vergangenen Juli. Damals waren die Dortmunder wegen des Zündens von Pyrotechnik zu einem Teilausschluss von Zuschauern im Fanbereich verurteilt worden.

Die nun verschärfte Sanktion begründete Anton Nachreiner, Vorsitzender des Kontrollausschusses: "Eine derartige Verunglimpfung und Diffamierung von einzelnen Personen und Vereinen durch Transparente und Schmähgesänge ist nicht hinnehmbar und muss konsequent sanktioniert werden. Dasselbe gilt auch für den Einsatz von Pyrotechnik. In beiden Punkten gab es gravierendes Fehlverhalten von Teilen der Dortmunder Zuschauer, das ein massiveres Eingreifen der DFB-Organe erfordert."

Während des Spiels Borussia Dortmuns gegen RB Leipzig war die Stimmung aufgeheizt. BVB-Fans zeigten herabwürdigende Transparente, in denen unter anderem von "Bullen schlachten" oder "Pflastersteine auf die Bullen" die Rede war.

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Während des Bundesligaspiels gegen RB Leipzig am vergangenen Sonnabend wurden auf der Dortmunder Südtribüne zahlreiche Banner und Spruchbänder mit verunglimpfenden und diffamierenden Inhalten hochgehalten. Zudem wurden gefüllte Bierbecher Richtung Innenraum geworfen und Leipziger Spieler mit einem Laserpointer irritiert.

Die Übergriffe auf Leipziger Fans vor dem Stadion seien nicht berücksichtigt worden. Darauf habe der DFB keinen Zugriff, hieß es.

Bei ihrer Ankunft am Dortmunder Stadion wurden die Leipziger Fans unter anderem mit Flaschen beworfen. Die Angreifer nahmen dabei auch keine Rücksicht auf Kinder.

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Borussia Dortmund hat nun bis Montagmittag Gelegenheit, um sich zum Strafantrag zu äußern. Sollte der Verein nicht zustimmen, dann muss das DFB-Sportgericht entscheiden. Andernfalls greife der Vorschlag des Kontrollausschusses. Der BVB empfängt am kommenden Sonnabend den VfL Wolfsburg zum nächsten Heimspiel. Dortmund kündigte eine sorgfältige Prüfung der Unterlagen an und will fristgerecht Stellung beziehen.

Treffen in harmonischer Atmosphäre

Die Verantwortlichen aus Dortmund und Leipzig haben sich in dieser Woche zu einer zweistündigen Aussprache in Berlin getroffen und anschließend ein gemeinsames Papier verabschiedet. „Das Treffen hat in harmonischer Atmosphäre stattgefunden“, berichtete Rangnick. Die Spruchbänder gegen sich selbst, auf dem ihm auch ein Suizid nahegelegt wurde, wollte der RB-Sportdirektor nicht überbewerten. „Mich hat das weder betroffen gemacht, noch berührt“, so der 58-Jährige. Andere Verunglimpfungen empfand er im Nachgang als wesentlich diskussionswürdiger, betonte Rangnick. Während des Spiels will er die Schmähungen gegen seine Person auch nicht registriert haben.

Sinn des Treffens mit Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Präsident Reinhard Rauball sei neben der Auswertung auch die Ausrichtung der Zukunft gewesen. „Man kann jetzt schon sagen, dass wir im kommenden Jahr mindestens zwei Mal wieder aufeinandertreffen werden“, sagte Rangnick. Ein Austausch beider Seiten soll künftig schon im Vorfeld der Partien erfolgen, etwa bei gemeinsamen Abendessen.

Rangnick setzt für die kommenden Auswärtsspiele von RB noch in dieser Spielzeit bei Schalke oder Frankfurt auf die Sensibilisierung aller Beteiligten. „In Dortmund wurde das Gewaltpotential unterschätzt“, berichtet der Sportdirektor. Das hätten die Gespräche mit der BVB-Spitze noch einmal verdeutlicht. Statt der bei Risikospielen in Dortmund üblichen 1700 Polizisten, seien gegen Leipzig anfangs nur rund 150 Beamte im Einsatz gewesen.

Matthias Roth

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