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Hasenhüttl: „Alles andere als einen Sieg würden sie als Majestätsbeleidigung werten“

RB Leipzig gegen Bayern Hasenhüttl: „Alles andere als einen Sieg würden sie als Majestätsbeleidigung werten“

Viele spannende Fragen werden erst am Spieltag beantwortet: Sind Keita und Halstenberg rechtzeitig fit? Kann Leipzig den Bayern Paroli bieten? Coach Hasenhüttl will dem Rekordmeister auf jeden Fall Schmerzen bereiten.

Die Trainer Carlo Ancelotti (FC Bayern München) und Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig, rechts) haben zwei Tage vor dem Spitzenspiel den Gegner fest im Blick.

Quelle: dpa

Leipzig. Vor dem absoluten Bundesligakracher, Spitzenreiter gegen punktgleichen Tabellenzweiten, sitzen die zwei Väter des Erfolgs bei RB Leipzig vor einer großen Schar Journalisten im Trainingszentrum am Cottaweg. Sportdirektor Ralf Rangnick lässt es sich nicht nehmen, vor der letzten Partie des Jahres ein Resümee für 2016 zu ziehen. Es fallen Begriffe wie „grandios und großartig“ sowie die Aussage „besser hätte es nicht sein können“. Denn der 58-Jährige gesteht: „Man muss sich zwischendurch immer mal zwicken … Unabhängig davon wie es am Mittwoch ausgeht, ist es ein Jahr, dass für den Verein unvergessen bleibt.“
 
Eine gewisse Anspannung kann das Namensduo vor dem Spiel des Jahres nicht verbergen. Dabei hat der Aufsteiger beim Rekordmeister nichts zu verlieren. Im Gegensatz zum FCB. „Der Gegner würde im eigenen Stadion alles andere als einen Sieg wahrscheinlich schon als Majestätsbeleidigung werten“, vermutet RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. Nationalspieler Thomas Müller ließ verlauten, dass „sehr viel Prestige“ im Duell steckt und „es um mehr geht als nur die drei Punkte.“ Richtig, um die Tabellenführung und für die Bayern um ein sorgloses Weihnachtsfest.

Hasenhüttl will den FCB rennen lassen 

Zwei Stunden bevor es richtig um die Wurst geht, treffen sich die Chefs beider Vereine am Mittwochabend in der Allianz Arena zu einem Essen. Der auf gesunde Nahrung achtende Rangnick und der deftiges Essen liebende Hoeneß – nicht nur die Wahl der Speisen könnte ein interessantes Thema sein. Auch der Vorstoß des neuen und alten Bayern-Präsidenten, der im „Kicker“ über Hasenhüttl sagte: „Wenn wir irgendwann einmal einen deutschsprachigen Trainer suchen sollten, gehört er mit Sicherheit zu den drei Kandidaten, über die man nachdenken muss." Hasenhüttl sieht es locker: „Die Hoeneß-Aussage schmeichelt, aber bis der FC Bayern mal einen deutschsprachigen Trainer sucht, wird ein bisschen Zeit vergehen.“
 
Für die Partie findet RB-Sportdirektor Rangnick vor allem folgende Parameter interessant: „Das Spannende ist, das die jüngste auf einer der ältesten, die erfahrenste auf eine der unerfahrensten Mannschaften der Bundesliga trifft. Nach dem bisherigen Saisonverlauf traue ich uns vieles zu.“ Beide Teams sind bereits neun Punkte von den Verfolgern Hertha und Hoffenheim entfernt. „Um vor denen zu stehen, musst du eine perfekte Saison spielen – Bayern nicht“, verdeutlicht Hasenhüttl die Situation.
 
Im Gegensatz zu vielen seiner Spieler kennt der gebürtige Österreicher die Münchner Luft gut. Als Stürmer beendete er seine Karriere 2004 bei den Amateuren des FCB in der Regionalliga. „Meine Zeit bei Bayern war von mir nicht so großartig. Regionalliga zu spielen ist ganz nett, auch Meister in der Liga zu werden hat etwas, allerdings findet das keinen Platz auf irgendeiner Autogrammkarte.“
 
Viel mehr freut sich Hasenhüttl nun, mit seiner Taktik den Münchnern das Leben schwer zu machen. „Bayern hat auch schon Spiele verloren und ist kein unschlagbarer Gegner. Aber dafür muss man was tun und ich möchte, dass der Gegner gegen uns mal mehr als 110 Kilometer unterwegs sein muss und am nächsten Tag spürt, dass er gegen RB Leipzig gespielt hat.“

OBM Jung schaut zu 

Ob der Coach seine Wunschelf aufbieten, also mit den derzeit noch an Oberschenkelproblemen laborierenden Keita und Halstenberg planen kann, steht in den Sternen. „Es wird bei beiden knapp“, sagt Hasenhüttl und fügt hinzu: „Egal mit welchem Personal wir am Mittwoch auflaufen. Wir werden als Team mutig und mit einem klaren Plan auftreten und hoffen, dass wir dem Spitzenspiel dann auch gerecht werden."
 
„Individuell ist es der bisher beste Gegner, gegen den wir je gespielt haben“, sagt Rangnick. Werden die Leipziger den Rekordmeister also über den Teamgeist knacken? Mehr als 7500 RB-Fans haben sie am Mittwochabend (Anpfiff 20 Uhr) im mit 75.000 Zuschauern ausverkauften Münchner Stadion im Rücken – so viele wie noch nie bei einem Auswärtsspiel. Unter ihnen ist dann auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Wie sein Sprecher am Montag bestätigte, wird Jung zu der Partie am Mittwoch nach München reisen.
 
Anne Grimm

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