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Hasenhüttl stellt sich vor Timo Werner – Gulacsi stärkt seine Position

RB Leipzig Hasenhüttl stellt sich vor Timo Werner – Gulacsi stärkt seine Position

Den Pfiffen gegen Timo Werner folgt starke Rückendeckung von RB Leipzig und sogar aus England. Auch Bundestrainer Jogi Löw interessiert sich für den Stürmer.

Timo Werner
 

Quelle: imago/Eibner

Leipzig. Einen Tag nach dem Sieg bei Borussia Mönchengladbach ist die Stimmung bei RB Leipzig hervorragend. Trainer Ralph Hasenhüttl und sein Assistent Zsolt Löw streiften sich am Montag sogar Leibchen über und kickten beim Spielersatz-Training der am Sonntag nicht eingesetzten Profis mit.

Der RB-Übungsleiter schwärmte noch immer gut gelaunt und nach dem Trainingsspiel schnell erholt vom Auftritt am Niederrhein. „Gegen Hamburg ist nichts, gegen Gladbach alles aufgegangen“, so Hasenhüttl. Entscheidend für den Erfolg: RB Leipzig schießt wieder Tore. Emil Forsberg und Timo Werner agieren vor dem gegnerischen Kasten wieder eiskalt und treffen. „Das Tor war für Emil eine Befreiung, ab diesem Moment war er der Spieler, den wir aus der Vorrunde kennen“, sagte sein Trainer.

Sein Sturmpartner Werner ackerte auf der anderen Seite und legte einen Sprint nach dem anderen hin. „Timo hat bestimmt 2500 schnelle Meter gemacht, ein Drittel mehr als gegen Hamburg“, rechnete Hasenhüttl vor. Doch nicht nur die Einstellung seines Schnellläufers imponierte dem Trainer. Werner musste auch immer wieder Pfiffe der Gladbacher Fans gegen sich wegstecken. Dem 20-Jährigen hängt noch immer die Elfmeter-Schwalbe aus dem Schalke-Spiel nach. „Wie er sich wehrt und versucht sportlich zu glänzen, das sehe ich nicht bei vielen Stürmern in Deutschland, die das in dieser Art und Weise so machen“, fand der RB-Trainer.

„Mit Absicht jemanden verunglimpfen“

Eine Szene mit Werner-Beteiligung erregte mit dem Schlusspfiff die Gladbacher Gemüter heftig. Werner ging nach einem Schubser von Tony Jantschke vor der Heim-Fankurve zu Boden. Es brodelte auf den Rängen. Was die Borussen-Anhänger nicht sahen: Jantschke trat seinem Gegenüber auch mit seiner Stollensohle auf den Fuß. Werner stand aber sofort wieder auf und ließ sich auch von fliegenden Bierbechern nicht provozieren.

Tony Jantschke läuft auf Timo Werner zu, Marvin Compper schlichtet

Tony Jantschke läuft auf Timo Werner zu, Marvin Compper schlichtet.

Quelle: imago/Horstmüller

Hasenhüttl ärgert die Diskussion um seinen Angreifer. „Wenn man ihn nach dem Spiel auf eine Szene reduziert, wo ihm ein anderer Spieler absichtlich auf den Fuß steigt, dann ist das mit Absicht jemanden zu verunglimpfen.“ Werner sei ein Stürmer in Deutschland, dem die Zukunft gehöre.

Zuspruch bekommt Werner zudem von Ilkay Gündogan. Der Spieler von Manchester City twitterte: „Fehler gemacht - Ja. Aber langsam sollten einige ’Fans’ ihren Umgang mit Timo Werner mal kritisch überdenken. Der Junge ist erst 20!“

Auch Bundestrainer Joachim Löw interessiert sich für Werner. Er hat den Leipziger für die kommenden Länderspiele auf seinem Zettel. Zu einem möglichen Sprung in den DFB-Kader sagte er: „Es ist ihm zuzutrauen, er hat Potenzial und gute Voraussetzungen: Er geht immer in die Tiefe, ist schnell und vor dem Tor abschlussstark.“

Gulacsi verlässt sich auf Gefühl

Bei allen Lobeshymnen über den neu erstarkten Angriff stand ein Mann etwas neben dem Fokus: Torhüter Peter Gulacsi. Dabei ebnete der RB-Keeper mit seinem gehaltenen Strafstoß kurz vor der Pause erst den Weg zum Erfolg. Statt mit dem Ausgleich und einem Negativerlebnis gingen die Roten Bullen mit breiter Brust in die Halbzeitkabine. „Man muss sich auf sein Gefühl verlassen“, beschrieb der Ungar die Sekunden vor dem parierten Schuss.

Gulacsi hat in dieser Saison nur selten Gelegenheit, seine Reflexe zu zeigen. Wird er gebraucht, dann ist er zur Stelle. „Wenn ich wenig Arbeit habe, zeigt das, dass wir alles richtig machen“, so der Keeper. Bei den Gegentoren in Dortmund und gegen den HSV war er ohne Chance. Auch der Treffer von Jannik Vestergaard war für Gulacsi nicht zu halten. Auffällig: Der knapp zwei Meter große Däne zeigte mit seinem Kopfball nach einer Ecke eine Schwachstelle von RB auf. Auf diese Weise hatte auch schon der HSV zwei seiner drei Tore erzielt. Hasenhüttl will das nicht überbewerten. Vestergaard sei in der Situation nicht zu verteidigen gewesen.

Obwohl Gulacsi bisher alle 21 Erstligaspiele für RB Leipzig bestritt und sich kaum Fehler leistete, wird weiter über seine Zukunft spekuliert. Die Frage aller Fragen: Kommt nach einem möglichen Abschied von Ersatzmann Fabio Coltorti im Sommer ein Hochkaräter? In der Lostrommel ist, wie schon mehrfach in der Vergangenheit, der Leverkusener Bernd Leno. „Im Profifußball sind solche Spekulationen normal, für mich sind sie ohne Bedeutung“, meinte der 26-Jährige. Für Hasenhüttl sei sein neuer Torhüter im Moment kein Thema.

Thema beim DFB war am Montag hingegen ein Banner, dass Gladbacher Fans beim Spiel gegen RB aufgehängt hatten. Wie bekannt wurde, ermittelt deswegen der  Kontrollausschuss.

Am Sonnabend ist der 1. FC Köln in der Red Bull Arena zu Gast. Der Trainer kündigt noch mehr Powerfußball an: „Wir werden noch eine Schippe drauflegen.“

Matthias Roth/Anne Grimm

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