Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
Heidenheim will gegen RB nicht mauern: "Das Nonplusultra der Liga"

Frank Schmidt im Interview Heidenheim will gegen RB nicht mauern: "Das Nonplusultra der Liga"

RB Leipzig und der 1. FC Heidenheim: Für die Rasenballer war das bislang oft keine sonderlich erfolgreiche Paarung. FCH-Trainer Frank Schmidt setzt am Mittwoch beim Gastspiel in der Messestadt mutig auf Offensive. Ein Interview mit dem berühmtesten Mann seiner Stadt.

Heidenheims Trainer Frank Schmidt setzt gegen RB Leipzig auf Offensive.

Quelle: Imago

Heidenheim. Frank Schmidt, auch „Mister Heidenheim“ genannt, ist der berühmteste der 47 .000 Einwohner seiner Stadt. Der 42-Jährige hat für den 1. FC Heidenheim gekickt, wurde 2007 Trainer des mausgrauen Vereins und ist drei Aufstiege später Aushängeschild eines bunten Gesamtkunstwerkes. Schmidt über seine sechste Begegnung mit RB (Mittwoch, 17.30 Uhr, Red-Bull-Arena), beruhigende 32 Punkte und eine mutige Reisegruppe.

3:2 gegen Bielefeld gewonnen, 14 Punkte Abstand zum Keller der 2. Liga. Darf man zum Klassenerhalt gratulieren?

Sie dürfen fast alles. Wir lassen uns das jetzt nicht mehr nehmen.

Das zweite Jahr nach dem Aufstieg soll problematisch sein. Weil die Euphorie flöten ist und die Mühen der Ebene beschwerlich sind. Gilt für Sie wohl nicht.

Wir sind Siebter, haben vier Punkte mehr als zum selben Zeitpunkt 2015. Wir hatten gute und weniger gute Phasen, müssen hart an uns und mehr Stabilität arbeiten.

Ab Oktober gab es vier Heimniederlagen am Stück. In anderen Örtlichkeiten wäre Halbmast geflaggt worden.

Wir haben nicht vergessen, wo wir herkommen, unsere Wertschätzung vor der 2. Liga ist nach wie vor groß. Die Niederlagen haben weh getan, aber nie Zweifel an unserem Weg und unserer Mannschaft aufgeworfen.

RB-Kapitän Dominik Kaiser beschreibt Ihr Team als gewachsene Truppe mit überragendem Teamgeist und auffallend guter Physis. Kommt das hin?

Taktisch sind wir auch nicht ganz blind.

Apropos: Der SC Paderborn rührte Beton an und ist gegen RB ganz gut rückwärts gefahren. Ein Stilmittel auch für Sie?

Ich darf Ihnen versichern, dass sich alle, die in den Bus nach Leipzig gestiegen sind, gegen RB wehren werden. Wir haben noch nie ein 0:0 ermauert. Das sind wir nicht und das bin ich nicht. Verwalten passt auch nicht zu unserem Verein. Den Mutigen gehört die Welt.

Stürmen ist die beste Verteidigung?

Wir werden nicht im Hurra-Stil nach vorne rennen und Leipzig den Roten Teppich auslegen. RB ist das Nonplusultra der Liga, wartet in fast allen Bereichen mit Bestwerten auf. Wir wissen, was uns in Leipzig erwartet – und glauben an uns.

Verraten Sie uns Ihren Matchplan?

Aber natürlich: Wir wollen punkten. Unsere Bilanz ist ausgeglichen. Ein Sieg, eine Niederlage, drei Unentschieden.

Darf Ex-RB-Stürmer Denis Thomalla ran?

Er hat gute Chancen, ist menschlich und sportlich ein Gewinn.

Die Leipziger Aufstiegshelden Daniel Frahn und Sebastian Heidinger haben den 1. FCH offenbar nur menschlich bereichert, sind nach sechs Monaten wieder weg. Was lief sportlich schief?

Es hat nicht so funktioniert, wie wir alle uns das erhofft hatten. Dann schaut man sich in die Augen und sucht einen Weg. Frahni spielt jetzt in Chemnitz und Heidi in Fürth. Auch das ist Fußball.

Sie tragen die Etikettierungen „Mister Heidenheim“ und „Erfolgstrainer“. Wann gehen Sie hinaus in die große, weite Welt?

Mein Vertrag läuft noch bis 2020.

Verträge werden öfter gebrochen als erfüllt. Gab es in all den Jahren Annäherungsversuche anderer Clubs?

Ich kann mich nicht erinnern.

Wollen Sie Bundesliga-Trainer werden?

Ja, das muss jeder Trainer wollen.

Dürfte mit Heidenheim schwer werden.

Wir gehen unseren Weg, wollen uns in der 2. Liga etablieren. Und wer weiß, was in ein paar Jahren ist. Und warum sollten wir in Heidenheim irgendetwas ausschließen und uns begrenzen?

Wird das kommende Spiel das vorerst letzte Punktspiel gegen RB sein?

Davon gehe ich stark aus. Ich habe vor der Saison gesagt, dass sich für mich nicht die Frage stellt, ob RB aufsteigt. Ich habe gesagt, dass diese Mannschaft mit diesen Waffen und Möglichkeiten Meister wird.

Ralf Rangnick lobt das organisch gewachsene Heidenheim und den dazugehörigen Trainer. Sie dürfen jetzt zurückloben.

Er weiß genau, was er will, steht für eine Philosophie und lebt sie vor. Er hätte den jungen Frank Schmidt fast zur Jugend des VfB Stuttgart geholt. Ich werde ihn mal fragen, woran es gescheitert ist.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr