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Heimschläfer haben bei Talentsichtungstagen von RB Leipzig die besten Karten

Heimschläfer haben bei Talentsichtungstagen von RB Leipzig die besten Karten

„Fußball wird bei jedem Wetter gespielt“, sagte der Leiter des RB-Nachwuchsleistungszentrums Thomas Albeck verschmitzt, während die Regentropfen auf seinen Bürocontainer am Cottaweg prasselten.

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750 junge Kicker bewerben sich seit Montag bei den Talentsichtungstagen um einen Platz bei RB.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Zur Freude von 135 jungen Fußballern der U13 und U14 zeigte sich Petrus später gnädiger. Bei Schnelligkeitstests, Techniktraining, einem 5:5-Turnier und dem abschließenden Spiel der Tagesbesten sollten die jungen Sportler bei den Talentsichtungstagen 2015 ihre Fähigkeiten zeigen. Bis Freitag werden  Mädchen und Jungen von sechs bis 16 Jahren gesichtet. Den Besten winkt eine Einladung zum Mannschaftstraining - und in der neuen Saison ein Wechsel in eines der RB-Nachwuchsteams.

„Wir wollen allen Talenten die Chance geben, bei RB Leipzig aufgenommen zu werden“, betont Albeck. Die Auslese sei vor allem für den Nachwuchs in Leipzig und Umgebung gedacht. „Wir sind an den Heimschläfern interessiert“, sagt Albeck, „denn Internatsplätze gibt es in der Regel erst ab 16 und für die darunter liegenden Jahrgänge nur in sehr begrenzter Zahl.“ Aus Dresden, Erfurt, Magdeburg sowie Berlin, aber auch aus Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und selbst aus Österreich gab es erfolgreiche Bewerbungen. 750 von 1000 hatten den finalen Cut geschafft.

Zu ihnen zählt der zwölfjährige Fritz Werner aus Gotha, der mit Vater Axel und Mutter Manuela aus Thüringen anreiste. „Er wollte es gern mal probieren und sich in einer fremden Umgebung messen“, berichtet Axel Werner, während sein bei Wacker Gotha kickender Filius übers Feld gescheucht wurde. „Das ist ein Stück Lebenserfahrung“, meinte Mutter Manuela überzeugt.

Einen noch weiteren Weg als die Thüringer hatte Mika Hoberg (12) mit Papa Thomas und Opa Hartmut hinter sich. Aus Osterode im Harz sind es hin und zurück gut 450 Kilometer Anreise. „Er hat gut geschlafen, aber 30 Kilometer vor Leipzig ist er nervös geworden“, sagte Vater Hoberg, während der Großvater schmunzelt. Den Grund für die weite Tour, für die er sich extra einen Tag freigenommen hat, erklärt Hoberg so: „In Niedersachsen gibt es solche Sichtungstage nicht - weder beim VfL Wolfsburg noch bei Hannover 96. Und Mika wollte einfach gerne dabei sein“.

Während Albeck, U13-Trainer Aloscha Shpilevski und die anderen RB-Nachwuchstrainer die spielerischen Anlagen der Jungs inspizierten und die Profis Daniel Frahn und Terrence Boyd geduldig Fragen der Kleinen beantworteten (Frahn: „Journalisten stellen schon die frecheren Fragen“), standen Eltern, Großeltern sowie Geschwister neugierig, aber gelassen am Spielfeldrand. Nur als die Profis den Rasen verließen, entstand Unruhe, wurden Smartphones und Kameras eilig gezückt. „Die meisten Eltern sind eher zurückhaltend“, meint Albeck, der als Jugendkoordinator des VfB Stuttgart schon viel erlebt hat. Aber es gebe auch jene, die ihre Kinder trotz fehlenden Talents unbedingt durchdrücken wollen.

Am Dienstag können die Torhüter zeigen, was sie drauf haben. Am Donnerstag wird Ralf Rangnick die U7 und U9 persönlich in Augenschein nehmen. 2013 und 2014 besuchten mehr als 1000 Kinder die Talentsichtungstage. 55 von ihnen schafften tatsächlich den Sprung in eine der 17 Nachwuchs-Mannschaften. „Je jünger die Spieler sind“, sagt Thomas Albeck „umso größer sind die Chancen, dass sie unsere Spielphilosophie verinnerlichen und es zu RB schaffen.“ Neu lernen ist halt leichter als umzulernen.

Thomas Fritz

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