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"Ich wünsche RB Leipzig eine super Saison – und uns die Punkte"

Interview mit Niklas Hoheneder "Ich wünsche RB Leipzig eine super Saison – und uns die Punkte"

Der frühere RB-Verteidiger Niklas Hoheneder kommt am Freitag mit kriselnden Paderbornern nach Leipzig. Im Interview spricht der Österreicher über neues Privates, magere Paderborner Punkte sowie harte und schöne Zeiten in der Messestadt.

Musste RB Leipzig im Sommer verlassen: Niklas Hoheneder. Bei den Fans war der Österreicher äußerst beliebt.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig/Paderborn. Er könnte auch als Model sein Geld verdienen, ist in Linz geboren, hat seltsamerweise überbordenden Wiener Schmäh und war ein Liebling der RB-Fans. Am Freitag (Anpfiff 18.30 Uhr) kehrt der bärtige Jungvater Niklas Hoheneder zurück in die Red-Bull-Arena, will mit Bundesliga-Absteiger SC Paderborn bei seinem Ex-Club punkten - gerne dreifach. Der Innenverteidiger, 29, über Vaterfreuden, dreieinhalb RB-Jahre und einen suboptimalen Abschied, Startschwierigkeiten mit dem SCP sowie Rezepte gegen die Leipziger Ball-Jäger.

Seit vier Wochen gehört die kleine Hilda zur Familie. Glücklich?

Mehr als das, ein wunderbares Wesen und Gefühl. Meine Freundin hat das richtig gut hinbekommen. Na ja, ich habe auch alles gegeben.

Relativiert ein Baby die Sicht auf Tabelle und Punkte?

Als wir daheim gegen Sandhausen 0:6 verloren haben, kam ich nach Hause und habe die Kleine in den Arm genommen. Das Spiel hat sich immer noch richtig bescheiden angefühlt. Aber wenn dich dein Baby anschaut, geht es dir etwas besser. Hilda ändert natürlich nix an der Tatsache, dass der Papa Fußballprofi ist, erfolgreich sein will und muss.

Drei Punkte aus fünf Partien sind ...

...vier, fünf Punkte zu wenig. Bis auf Sandhausen waren wir immer nah dran. Wenn du kein Match-Glück hast ...

... kommt irgendwann das Pech dazu. Es gibt Phasen, in denen man vom Strand aus das Meer nicht trifft. Ist der SCP in einer solchen Phase?

Gegen Kaiserslautern und Bielefeld müssen wir drei, vier Punkte holen. Leider kassierten wir blöde Tore und kriegten trotz bester Chancen keinen rein, so dass wir gar nichts geholt haben. Wir müssen jetzt punkten, schon in Leipzig. Auch wenn es sehr schwer wird.

Sie wollen Ihrer alten Liebe Böses antun?

Ich wünsche RB eine super Saison - und uns die Punkte.

Die Rasenballer haben daheim bisher nur einen schmalen Zähler geholt. Geht am Freitag etwas für Paderborn?

Wir kommen jedenfalls nicht, um uns die Arena anzuschauen. Wenn bei RB alle Automatismen greifen, sind sie schwer zu stoppen. Das braucht aber noch seine Zeit. Als Alexander Zorniger 2012 das Gegen-Pressing mit hoch stehender Abwehr mit nach Leipzig brachte, hat das auch nicht von heute auf morgen funktioniert. Ralf Rangnick hat fünf, sechs neue Männer in der ersten Elf und bestimmt eine andere Ansprache, lässt anders trainieren. Momentan ist vielleicht ein günstiger Zeitpunkt, etwas mitzunehmen. Ganz ausschalten kann man die individuelle Klasse schon jetzt nicht. Aber wir müssen uns nicht kleiner machen, als wir sind. Wir haben eine gute Truppe. Charakterlich und fußballerisch.

Sie hatten im Mai Angebote aus Kiel, Wehen-Wiesbaden und Linz. Dann kam Paderborn. Waren Sie überrascht?

Dass Bayern München nicht anruft, war mir klar. Aber die 2. Liga habe ich mir nach wie vor zugetraut. Als Paderborn Interesse hatte, ging alles ganz schnell.

Sie wurden flugs Stammspieler. Laufen Sie am Freitag auf?

Ich hoffe. Da weiß der Trainer mehr.

Ein Blick auf Ihre Leipziger Zeit. Was war schön und weniger schön?

Der 12. Mai 2012, das 2:2 gegen Wolfsburg II, war sportlich gesehen der absolute Tiefpunkt.

Sie hatten kurz vorm Abpfiff das 2:1 besorgt und die Tür zum Drittliga-Aufstiegsendspiel gegen Halle aufgestoßen. Das Stadion bebte.

In der Nachspielzeit haben wir das 2:2 kassiert, dann war Totenstille. So einen Lappen lässt Pascal (Borel, d. Red.) nur einmal im Leben rein. Ein unfassbares Tor, ein bitterer Tag, ein weiteres Jahr in der Regionalliga.

Der 22. August 2014 dürfte Ihnen auch noch präsent sein. Heimspiel gegen Aue, 44. Minute, ein Sturz kopfüber.

Ich hatte Glück im Unglück, hätte auch gelähmt sein können. Danach hat es Monate gedauert, um wieder ein Thema für die erste Elf zu werden. Lassen Sie uns über schönere Dinge sprechen.

Der Aufstieg 2013 in Lotte...

Die Zugfahrt zurück nach Leipzig, die Party im L1 - da ging die Post ab. Ein Jahr später das 5:1 gegen Saarbrücken, der nächste Aufstieg, wieder Party ohne Ende.

Einen Ausgang für Helden haben die RB-Bosse im Mai 2015 für Sie nicht ausfindig gemacht.

Man hätte früher zu mir sagen können: Nik, das war’s, wir verlängern deinen Vertrag nicht. Das letzte Spiel gegen Fürth und der Abschied mit unseren Fans war dann aber sensationell. Ich bin keinem böse, freue mich auf Leipzig.

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