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"In unserer Situation wäre ein Punkt bei RB Leipzig sicher in Ordnung"

Interview mit René Adler "In unserer Situation wäre ein Punkt bei RB Leipzig sicher in Ordnung"

Für René Adler ist es die Rückkehr in seiner alte Heimat. Mit 15 Jahren zog er von Leipzig aus nach Leverkusen, reifte dort zum Nationalkeeper. Am Samstag kommt er mit dem Hamburger SV zu RB Leipzig. Wir haben vorab mit ihm gesprochen.

Der Anfang eines denkwürdigen Spiels in der Hinrunde: Emil Forsberg trifft per Elfmeter zum 1:0 für RB Leipzig beim Hamburger SV. HSV-Keeper René Adler ist chancenlos.

Quelle: Imago

Leipzig. René Adler ist Leipziger, zog mit 15 Jahren nach Leverkusen, hütete jahrelang das Bayer-Tor und war maßgeblich an der 2010er WM-Qualifikation der Nationalmannschaft beteiligt. Seit 2012 steht der 32-Jährige beim Hamburger SV unter Vertrag. Adler über seine Rückkehr in die Heimat (Sonnabend, 15.30 Uhr), Dortmunder Randale, seinen Trainer Markus Gisdol, die Ziele der Duellanten und Papa ante portas.

Wie beurteilt ein Mann, der über den Tellerrand blickt, die Übergriffe von Dortmund? Welche deeskalierende Rolle könnte euch Fußballern zukommen?

Ich kann die Vorkommnisse aus der Ferne gar nicht groß beurteilen, weil mir der genaue Einblick fehlt. Wir dürfen nicht alle Fans vorverurteilen. Fakt aber ist, dass sich jeder vernünftig denkende Mensch von jeglicher Gewalt auf und neben dem Fußballplatz distanzieren muss. Auch wir als Profis haben da natürlich eine Vorbildfunktion. Dieser Verantwortung versuchen wir nachzukommen. Aber inwieweit wir jetzt direkten Einfluss oder gar Zugriff auf verschiedene Personengruppen haben, ist schwer zu beurteilen.

Vier Heimsiege hintereinander, dazu der Pokalsieg gegen Köln. Was unterscheidet den Heim-HSV vom Auswärts-HSV?

Mit unseren Fans im Rücken haben wir in den Heimspielen eine kleine Serie gestartet. Das ist eine schöne Momentaufnahme. Diesen Schwung müssen wir mitnehmen und auch auswärts zeigen. Vor nicht allzu langer Zeit waren wir sogar auswärts stärker. Unser Anspruch muss sein, daheim und auswärts konstant zu spielen und zu punkten. Es geht um kleine Schritte auf dem Weg zu unserem großen Ziel, den Klassenerhalt. Dafür müssen wir auch auswärts punkten.

Das Heimspiel gegen Leipzig hätte auch anders als 0:4 ausgehen können, wenn Aaron Hunts Chance kurz vor der Halbzeit reingegangen wäre. Ist der HSV 26 Punkte schlechter als RB?

Laut Tabelle schon und die lügt bekanntlich nicht. Was RB in dieser Saison bisher geleistet hat, spiegelt sich in der Tabelle und in Form von Punkten wider. Wir tun gut daran, diesen Abstand zu verkleinern, wollen damit am Samstag anfangen.

Wie hart treffen harte Schlagzeilen? Lesen Sie immer alles?

Gewisse Schlagzeilen und Artikel sind aus der Luft gegriffen – und es würde mich nicht weiterbringen, sie zu lesen. Jeder muss seinen Weg finden, damit umzugehen. Ich lese einfach 90 Prozent der Artikel nicht oder lasse den Sportteil in Zeitungen ganz weg.

Wie würden Sie den Führungsstil von Markus Gisdol beschreiben?

Der Trainer hat ein klares Konzept und klare Vorstellungen, nicht nur von der Art und Weise, wie er Fußball spielen lassen will. Er handelt nach seinen Überzeugungen und handelt losgelöst von jeglicher Politik, die es in jedem Verein gibt. Das ist auch für uns Spieler sehr dankbar. Zudem gibt es zu jedem Gegner „key facts“ und eine Richtlinie, wie er am besten zu bespielen ist.

Gisdol kennt den RB-Fußball aus dem Effeff. Ein Vorteil für den HSV? Und: Wäre ein Punkt beim Zweiten ein Erfolg?

Das kommt immer auf den Spielverlauf an. In unserer derzeitigen Situation wäre ein Punkt bei RB sicherlich in Ordnung. Das Spiel muss aber erstmal gespielt werden. Wir sind durch das Trainerteam sehr gut und detailliert vorbereitet. Natürlich kennt unser Trainer die Spielweise von RB und hat das ein oder andere Mittel, wie wir der entgegnen können.

Kyriakos Papadopoulos hat man lieber im eigenen Team als auf der Gegenseite. Was ist er für ein Typ? Hat er dem HSV gefehlt? Ist man gegen seinen Ex-Verein besonders heiß?

Ich habe selbst oft gegen Papa gespielt. Er lebt den Fußball, bringt Emotionen und gesunde Härte ins Spiel, ohne unfair zu sein. Ich mag Spieler, die immer hart arbeiten. Es ist für jede Mannschaft ein Gewinn, wenn du so einen Spieler in deinem Team hast, der seine Kollegen mitnimmt und vorangeht. Papa kennt RB, wird top motiviert sein und uns den einen oder anderen Tipp geben können.

Vor Jahren haben Sie in der LVZ gesagt, dass ein Bundesligaspiel in Leipzig wunderbar wäre. Jetzt ist es so weit. Freut Sie das für ihre Heimatstadt?

Ungemein! Ich muss gestehen, dass ich nicht mehr damit gerechnet hatte, zu einem Bundesliga-Spiel nach Leipzig zurückkehren zu können. Die Entwicklung von RB ist enorm, dazu die Euphorie, die in der Stadt herrscht. Meine Eltern waren auch schon öfter bei RB. Am Wochenende aber ist klar, wem sie die Daumen drücken. Mich persönlich freut es, nach siebzehn Jahren in meine Heimatstadt zurückzukehren. Zu einem Bundesligaspiel.

Wo landen HSV und RB?

Unser Ziel ist ganz klar: Klasse halten. Das steht über allem! Den positiven Trend, den wir eingeleitet haben, müssen wir fortsetzen, ohne durchzudrehen. RB kann eine sensationelle Saison krönen. Ich gehe davon aus, dass sie in die Champions League einziehen werden.

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