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Karlsruhes Trainer Kauczinski: "Wir wollen es RB Leipzig schwer machen"

Interview Karlsruhes Trainer Kauczinski: "Wir wollen es RB Leipzig schwer machen"

Für Markus Kauczinski ist das Gastspiel bei RB Leipzig am Sonntag der vorletzte Auftritt als Trainer des Karlsruher SC. Im Interview spricht der gebürtige Gelsenkirchener unter amderem über die Partie in der Messestadt, Wehmut und Vorfreude.

Karlsruhes Trainer Markus Kauczinski wird RB Leipzig die benötigten Punkte für den Aufstieg nicht auf dem Silbertablett servieren.

Quelle: Imago

Karlsruhe/Leipzig. Er ist das Gesicht des Karlsruher SC. Am Saisonende steigt Fußball-Lehrer Markus Kauczinski nach 15 Jahren bei seinem KSC aus und wohl am 1. Juli bei einem Bundesligisten ein. Aktuellen Meldungen wird er beim FC Ingolstadt als neuer Coach gehandelt. Deren bisherigen Trainer Coach Ralph Hasenhüttl ist ausgrechnet mit Sonntagsgegner RB handelseinig. Der gebürtige Gelsenkirchener, 46, über das Spiel bei RB Leipzig, das 2015er Relegationsdrama gegen den HSV, Lehrgangs-Spezi Alexander Zorniger, Wehmut und Vorfreude.

Nach dem 3:0 gegen Sandhausen wurden Sie mit den Worten „bei uns ist etwas die Luft raus“ zitiert. Darf sich Leipzig auf ein willfähriges Opfer freuen?

Habe ich das wirklich so gesagt? Falls ja, kann ich Ihnen und Leipzig versprechen, dass ich bis Sonntag eine Luftpumpe gefunden habe und uns aufpumpen werde. Wir wollen uns schon aus Fairness-Gründen teuer verkaufen, werden wieder die beste Elf bringen.

Sie trauen dem entspannten Rang-Siebten einen Sieg beim wild entschlossenen Zweiten und Bundesligisten in spé zu?

Ich traue uns alles zu. Wir wollen es Leipzig schwer machen, haben immer dann gut gespielt, wenn wir im Fokus standen. Und viel mehr Fokus als am Sonntag geht in der zweiten Liga nicht.

Leipzig braucht einen Sieg zum Aufstieg. Wo bleibt Ihr Herz für den Osten, Herr Kauczinski?

Wir haben mit unserem 2:1 gegen Nürnberg unser Herz für den Osten gezeigt, oder? RB wird die Punkte, die sie brauchen, holen. Muss ja nicht gegen uns passieren. Hinzu kommt, dass auch Nürnberg am Sonntag erst mal St. Pauli schlagen muss.

Wie beurteilen Sie die Lage in der Zweitliga-Spitze?

Mit Freiburg, RB und Nürnberg stehen die stabilsten Clubs mit den größten Etats auf den ersten drei Plätzen.

Der KSC ...

...hat ganz da oben dieses Mal nichts verloren. Das heißt nicht, dass ich unzufrieden mit unserer Saison bin. Wir mussten uns nach der Enttäuschung in der Relegation und Abgängen tragender Figuren neu aufstellen, haben das klasse hinbekommen. Andere standen mit einem Bein in der Bundesliga oder der zweiten Liga und bekamen in der folgenden Saison große Probleme.

Sie sind durch das Relegations-Drama gegen den HSV und Ihren nahezu liebenswerten Umgang mit dem Nichtaufstieg bundesweit bekannt geworden.

Mir ist dieses Spiel genau so nah wie allen anderen gegangen. Aber was hätte ich hinterher Ihrer Meinung nach tun sollen?

KSC-Sportchef Jens Todt hat sich an die Fersen des Schiris geheftet und hätte den Mann gerne mit einer Vereinsnadel, sagen wir, erstochen.

Ich habe den Schiedsrichter nicht mehr gesehen. Nein, im Ernst: Ja, er hat einen Freistoß gepfiffen, der keiner war. Und wenn wir das 2:0 machen, steigen wir auf. Stimmt alles, ändert aber nichts. Unser Nichtaufstieg war ... nennen sie es Schicksal. Wir haben den direkten Aufstieg durch ein paar Unentschieden zu viel verpasst.

Sie haben den KSC als honorigen Verlierer dastehen lassen.

Ich wollte auf keinen Fall, dass wir unsere tolle Saison und die beiden sensationellen Relegationsspiele schmälern. Zum Sport gehören eben auch Niederlagen.

Bei den Rasenballern wird auf jede Kalorie geachtet, werden Körner und Salatblätter gepickt.

Worauf wollen Sie hinaus?

Sie sehen nicht so aus, als würden Sie sich wie ein Karnickel ernähren. Hätten Sie als dünner Hering Chancen im Leipziger Reich der Asketen?

Das kann ich nicht beurteilen.

Sie haben 2012 zusammen mit Alexander Zorniger die Fußball-Lehrer-Lizenz erworben. Gibt es noch Kontakt?

Alex saß damals rechts neben mir. Kontakt ist da, wir haben erst heute telefoniert. Ein guter Typ und Trainer.

Sitzen Sie ab 1. Juli auf einer Trainerbank?

Ja, davon gehe ich aus.

In der Bundesliga?

Ich schließe auch das nicht aus. Es macht aber auch keinen Sinn, zum jetzigen Zeitpunkt Namen von Vereinen zu kommentieren.

Ehrt es Sie, dass Sie bei diversen Clubs gehandelt werden?

Wir haben beim KSC unter schwierigen Bedingungen vier gute Jahre hingelegt, den Spagat zwischen sportlichem Erfolg und Schuldenabbau geschafft. Das bleibt nicht unentdeckt.

Noch zwei Spiele , dann endet die KSC-Ära Kauczinski. Wie fühlt sich das an?

Natürlich ist da Wehmut. Ich hänge am Verein, der Mannschaft, den Mitarbeitern, den Fans. Aber da ist auch große Vorfreude auf etwas Neues.

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