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Klausel: Yussuf Poulsen darf RB Leipzig in zwei Jahren verlassen

Neuer Vertrag Klausel: Yussuf Poulsen darf RB Leipzig in zwei Jahren verlassen

Yussuf Poulsen darf sich nach seiner Vertragsverlängerung bei RB Leipzig nicht nur über eine Gehaltsanpassung freuen. Der Stürmer darf bei einem finanzkräftigen Angebot auch vorzeitig wechseln. Möglich macht das eine Klausel im Vertrag.

Yussuf Poulsen hat eine Ausstiegsklausel bei RB Leipzig.
 

Quelle: Christian Modla

Leipzig.  RB-Trainer Ralf Rangnick ist kein Freund von Vertragsklauseln. Bei Stürmer Yussuf Poulsen kam er jetzt allerdings nicht an einem Passus im gerade bis 2019 verlängerten Kontrakt vorbei. Der Däne darf erst 2017 den Verein wechseln.

Voraussetzung für einen Transfer ist, dass die Leipziger in zwei Jahren immer noch in der 2. Bundesliga spielen. Zudem kostet der Stürmer bei einem vorzeitigen Wechsel eine festgeschriebene Ablösesumme. „Das ist ein Betrag, den man nicht aus der Portokasse zahlt“, so Rangnick am Mittwoch. Zahlen nannte er nicht.

Einen Tag nach der Vertragsverlängerung gaben sich Poulsen und Rangnick überaus zufrieden. „Das ist ein tolles Zeichen und eine Win-Win-Situation“, findet der Trainer. Und der Angreifer: „Ich bin sehr glücklich, wollte gern hier bleiben. Es wird eine schöne Zeit.“ Und: Er glaube an den Erfolg mit RB Leipzig und brauche deshalb eigentlich gar keine Ausstiegsklausel. Beide Seiten haben wochenlang um die Details gerungen. Poulsen hat das alles seinen Berater machen lassen. „Bis vor zwei Wochen habe ich mich darum nicht gekümmert“, berichtet er. Dann hat der Däne sich doch das Papier angeschaut und fand darin auch eine Gehaltsanhebung.

RB in der Verantwortung

Rangnick stapelt in diesem Punkt tief, behauptet gar nicht zu wissen, was Poulsen nun zusätzlich bekommt und sagt ein anderes Mal scherzhaft, dass er nun 20 Euro mehr verdiene. Klar macht der RB-Sportdirektor aber, dass er eine Verantwortung für seine Angestellten habe. „Bei Entwicklungsschritten muss der Vertrag auch angepasst werden. Das gehört sich so als Arbeitgeber“, sagt Rangnick.

Poulsen kam 2013 nach Leipzig. Rangnick erinnert sich an die ersten Gespräche noch ganz genau. „Wir haben uns nach einem Spiel in Portugal getroffen“, so der Trainer. Er zog damals alle Register, bat sogar Handball-Bundestrainer Heine Jensen um Hilfe, der anschließend seinem Landsmann Poulsen und seiner Familie die Stadt Leipzig in den buntesten Farben schilderte.

Eingewöhnungsprobleme hatte der Däne kaum. In 76 Spielen erzielte er 22 Tore. Sein Tempo auf dem Platz nahm der 21-Jährige auch mit an die Schulbank. In wenigen Monaten lernte er Deutsch und kann sich heute mühelos verständigen.

Neue Konkurrenz

Die sportliche Situation hat sich für den Profi allerdings verändert. Inzwischen ist die Konkurrenz größer geworden. Davie Selke, Emil Forsberg und Nils Quaschner kämpfen in der Spitze um die Stammplätze. Wenn Terrence Boyd wieder fit ist, kommt ein weiterer Mann dazu. Poulsen bekam das zu spüren. In dieser Spielzeit bestritt er noch kein Spiel über die kompletten 90 Minuten, musste auch auf der Bank beginnen. Für ihn ist das kein Problem. „Wen man oben mitspielen will, braucht man auch Konkurrenz im eigenen Team“, sagt er. Selke, der Poulsen den Stammplatz in der Startelf weggeschnappt hat, sieht er als normalen Mannschaftskollegen. „Ich verstehe mich mit ihm, erst gestern haben wir zusammen die Champions League angesehen. Ich bin nicht sauer auf Davie, wenn er spielt und ich draußen bin“, so Poulsen.

Druck macht sich der dänische Nationalspieler nicht. Zwar liegt seine Torausbeute in dieser Saison noch bei null, er vertraut dennoch in seine Qualität. „Tore kommen immer in Serie, wie auch Siege in Serie kommen“, hat Poulsen festgestellt. Problematisch ist nur der erste Treffer. Den will Poulsen am liebsten am kommenden Freitag erzielen. Dann spielt RB bei Heidenheim, mit den Ex-Bullen Daniel Frahn und Sebastian Heidinger. Große Vorteile sieht Poulsen für seinen ehemaligen Kollegen nicht. „Wir sind nicht mehr die Mannschaft in der Frahn und Heidinger gespielt haben“, sagt der Angreifer. Neues System, neuer Trainer, neue Profis: Bei RB habe sich seit dem Sommer jede Menge geändert.

„Wenn unsere Mannschaft kein Tor kassiert, traue ich ihr einen Sieg zu“, so Trainer Rangnick. Seine Aufstellung will er nicht verraten. Den jüngsten Sieg gegen Paderborn bezeichnet der Coach als bisher bestes Spiel bei eigenem Ballbesitz. Deshalb bestehe auch wenig Bedarf im Kader Veränderungen vorzunehmen.

Rangnick will nach dem Heidenheim-Spiel schon bald an den Verhandlungstisch zurückkehren. Eine weitere Personalie soll nämlich schnell geklärt werden. Der Verein will den im kommenden Jahr auslaufenden Vertrag mit Dominik Kaiser „so schnell wie möglich verlängern“.

Auch wenn die Klauseln formuliert sind und die Tinte trocken ist, mochte Rangnick nicht sagen, wie lange Poulsen künftig wirklich das RB-Trikot tragen wird. „Einige Transfers zuletzt waren vor zwei Monaten auch noch undenkbar“, so der Trainer. Vor allem die hohen in England bewegten Beträge ließen kaum Prognosen zu: „Was nächsten Sommer ist, who knows?“, fragt der 57-Jährige.

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