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Klopp, Rangnick und Mateschitz: Heiße Tage bei RB Leipzig vor dem Hit gegen Darmstadt

Klopp, Rangnick und Mateschitz: Heiße Tage bei RB Leipzig vor dem Hit gegen Darmstadt

Wird es wieder ein besonderer Tag für RB Leipzig? Am Freitag (Anpfiff 18.30 Uhr) heißt der Gegner in der 2. Bundesliga SV Darmstadt 98. Vor fast genau einem Jahr standen sich beide Mannschaften noch in der 3. Liga in Leipzig gegenüber.

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Dietrich Mateschitz (2. v.l.) beim RB-Spiel gegen Darmstadt im vergangenen Jahr.

Quelle: GEPA pictures

Leipzig. Fast 40.000 Zuschauer wollten damals das Spitzenspiel sehen. Unter den Fans: RB-Boss Dietrich Mateschitz.

Lässig in Lederjacke, mit Dreitage-Bart und Freundin an der Seite verfolgte er den 1:0-Sieg  seiner Leipziger Mannschaft. Kurz vor dem Anpfiff besuchte der Konzernchef die Spieler in der Kabine. „Das hat uns einen zusätzlichen Kick gegeben“, berichtete der spätere Torschütze Anthony Jung. Auch Kapitän Daniel Frahn hatte eine Art Erweckungserlebnis: „Spätestens als Herr Mateschitz in der Kabine stand, wusste ich, dass das ein besonderer Tag ist.“ Ob Mateschitz in diesem Jahr erneut zum Motivationsbesuch anreist, ist völlig offen. Der 70-Jährige pflegt sich nicht anzumelden, schwebt im Privatjet gern kurzfristig ein.

Mit Sieg zurück in die Spitzengruppe

RB-Trainer Achim Beierlorzer verlässt sich deshalb auf seine eigenen Stärken und macht die Mannschaft fit für die nächste große Aufgabe. Die Vorzeichen sind wie schon am vergangenen Montag gegen den 1. FC Kaiserslautern klar: Mit einem Sieg mischen die Rasenballer wieder voll mit im Aufstiegskampf, sind aber weiter auf die Schützenhilfe der Konkurrenz angewiesen.

Der Coach muss gegen die Lilien umstellen. Emil Forsberg ist nach seiner gelb-roten Karte vom Betzenberg gesperrt. Um seinen Platz buhlen Frahn und Omer Damari, der nach seiner Verletzung wieder fit ist. Beierlorzer mag sich noch nicht festlegen. Nach dem Montagsspiel steigt die Mannschaft erst am Mittwoch wieder ins Training ein. Die nächsten Einheiten wolle er noch abwarten.

„Darmstadt hat richtig was zu verlieren“, findet der Leipziger Übungsleiter. Offiziell ist der Aufstieg noch immer kein Thema bei den Hessen. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick glaubt nicht daran. „Es kann mir keiner erzählen, dass dort intern nicht darüber geredet wird“, so der 56-Jährige. Mit gerade einem Punkt Rückstand auf Platz zwei ist Darmstadt Dritter, hat aber vor der Auswärtsaufgabe auch nur sechs Punkte Vorsprung auf RB.

Rasen als Bewerbungsmappe

Plötzlich ist die Chance auf den Durchmarsch für die Roten Bullen wieder greifbar. „Die Formkurve geht nach oben“, findet Rangnick. Und jedes der nächsten fünf Spiele entscheidet auch über die Zukunft von Achim Beierlorzer. Der Rasen wird sozusagen zu seiner Bewerbungsmappe. Eine der zentralen Fragen bei RB bleibt nämlich: Wer trainiert die Mannschaft in der kommenden Saison?

„Wir sind noch auf der Suche“, betont Rangnick. Jedes Wort des Sportdirektors wird in diesem Punkt von den Berichterstattern genau verfolgt. Etwa, dass die Ligazugehörigkeit im nächsten Jahr bei der Auswahl des Coaches keine Rolle spielt und der Markt der in Frage kommenden externen Trainer nicht größer geworden ist. Übersetzt heißt das: Eine weitere Causa Thomas Tuchel, der nur für die 1. Bundesliga zur Verfügung steht, liegt nicht in der Schublade. Und: Der Kreis der geeigneten Personen hat sich weiter verkleinert.

Konkreter wird der Sportdirektor nicht. Nur bei einem Namen legt sich Rangnick fest: Jürgen Klopp. Wie für neue Spieler gelte auch für alle anderen Mitarbeiter, sie sollen sich bei RB entwickeln. „Mir fällt es schwer zu glauben, dass RB für Klopp ein nächster Karriereschritt ist“, so Rangnick.

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Achim Beierlorzer feiert mit seiner Mannschaft einen Aufschwung.

Quelle: GEPA Pictures

Achim Beierlorzer sitzt bei solchen Ausführungen oft wortlos neben seinem Chef. Emotionen lässt er sich dabei nicht anmerken. „Warum auch?“, fragt er. Ich habe einen Zwei-Jahresvertrag und bleibe nächstes Jahr bei RB. Unklar ist nur die Aufgabenstellung: Profis oder Nachwuchs? In München beim Kultusministerium hat der verbeamtete Lehrer für Mathe und Deutsch zumindest terminlich die Weichen gestellt. Bis 2016 ist er erstmal freigestellt. Wie es danach weitergeht, weiß auch Beierlorzer noch nicht. Er genießt in diesen Tagen die Zeit als Chefcoach, saugt die Atmosphäre in den Auswärtsstadien und bei den Heimspielen auf, feiert mit seinen Männern einen Aufschwung. „Ich sehe eine klare Entwicklung bei der Mannschaft“, hat Rangnick erkannt. Mit weiteren Erfolgen könnte der Name Beierlorzer am Saisonende ganz oben auf der Wunschliste von RB stehen.

Sinus und Cosinus

Der Franke weiß aber auch, dass ganz schnell Schluss sein kann mit dem Fußballgeschäft. Joe Zinnbauer vom Hamburger SV sei das beste Beispiel für ihn. Der 44-jährige Kollege hat einen rasanten Aufstieg vom Nachwuchscoach zum Verantwortlichen der ersten Mannschaft hingelegt und überstand dann nicht einmal die aktuelle Saison. Beierlorzer hätte auch kein Problem, wieder Schüler in die Geheimnisse von Sinus und Cosinus einzuweihen. „Ich werde jedenfalls auch künftig nicht zu Hause warten, wo gerade ein Trainerjob frei wird“, so Beierlorzer.

Planungssicherheit will RB bald in der Personalie Yussuf Poulsen erzielen. Der Däne hatte in der vergangenen Woche ein klares Bekenntnis zu Leipzig abgegeben. Jetzt sagte auch Rangnick: „Wir wollen uns in den nächsten Tagen zusammensetzen.“ Poulsens Vertrag läuft noch bis 2017 und soll vorzeitig verlängert werden. „Es gibt auch keinen Grund, warum er Leipzig verlassen sollte“, so der Sportdirektor.

Matthias Roth

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