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Klostermann über seine Verletzung, Rio und Verlängerung bei RB Leipzig

Silbermedaillengewinner im Interview Klostermann über seine Verletzung, Rio und Verlängerung bei RB Leipzig

Kaum zurück aus Rio, schon in Behandlung: Lukas Klostermann musste sein erstes Training bei RB Leipzig abbrechen. Im LVZ-Interview spricht der 20-Jährige über seine Verletzung, das Ziel A-Nationalteam, die anstehende Vertragsverlängerung und den Bundesligaauftakt in Hoffenheim.

Da war mit dem Oberschenkel noch alles gut: Lukas Klostermann (rechts) im Olympia-Finale gegen Brasilien. Am Mittwoch zog sich der Verteidiger im Training bei RB Leipzig eine Verletzung zu.

Quelle: dpa

Glückwunsch zu Olympiasilber – haben Sie den Erfolg schon richtig realisiert?

Lukas Klostermann: „Besonders als wir hier wieder angekommen sind, haben wir gemerkt, was wir für eine Euphorie ausgelöst haben. Es freut einen natürlich auch, wenn alle die Medaille sehen und einen beglückwünschen wollen.

Das erste gemeinsame Training mit der Mannschaft mussten Sie am Mittwoch wegen Oberschenkelproblemen abbrechen. Werden Sie bis zum Spiel in Hoffenheim am Sonntag wieder fit sein?

„Ich hatte im hinteren Oberschenkel Probleme, der hat ein bisschen zu gemacht. Am Nachmittag habe ich mich behandeln lassen. Wegen Sonntag müssen wir die nächsten Tage in Ruhe schauen.“

Steigt die Anspannung, je näher der Bundesligastart kommt?

„Ich merke vor allem die Vorfreude. Bundesliga ist ja für viele auch etwas ganz Neues. Da will sich natürlich jeder beweisen und erfolgreich sein.“

Zurück nach Rio: Was hat Sie während der Spiele am meisten beeindruckt?

„Wir haben uns sehr gefreut, dass wir es ins Olympische Dorf geschafft haben und auf relativ engem Raum mit den anderen Athleten zusammen leben und gemeinsam in der riesigen Mensa essen konnten. Auch, dass wir uns das Halbfinale der deutschen Handballer anschauen durften.“

Zum Training am Cottaweg brachte Lukas Klostermann seine Silbermedaille aus Rio mit.

Quelle: Guido Schäfer

Von vielen Seiten gab es Lobeshymnen über Ihre herausragende Leistung während des Turniers. Gibt es ein Mittel, um nicht abzuheben?

„Während des Turniers hat man das gar nicht so mitbekommen. Es freut einen natürlich, dass wir als Mannschaft so positive Resonanz bekommen haben, weil wir am Anfang als zusammengewürfelte Truppe dargestellt wurden, von der man nicht viel erwarten darf. Wir haben gezeigt, wie schnell so ein Team zusammenwachsen und was man erreichen kann, wenn sich alle voll reinhängen.“

Sie haben jetzt mehr über die Mannschaft gesprochen. Ich meinte aber vor allem Ihre eigene Leistung.

„Ich freu mich natürlich, vor allem weil ich auf der anderen Abwehrseite gespielt habe. Es ist aber wichtig, dass das jetzt keine Eintagsfliege war, sondern dass ich in der Bundesliga genauso weiter mache.“

Wie sehr kann die Euphorie, die Sie und Davie Selke mitbringen, auf die Bundesliga und Ihre Mannschaft, auch nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal, abfärben?

„Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Vorfreude auf die Bundesliga hier ungebremst ist. Das merkt man auch in der Mannschaft. Darüber mache ich mir keine Sorgen, nur weil wir im Pokal ausgeschieden sind.“

Ralf Rangnick hat gesagt, Sie sind bald ein Kandidat für die A-Nationalmannschaft. Hat Jogi Löw schon angeklopft?

„Nein, natürlich nicht. Aber es ist schön zu hören, dass die Leistung stimmt. Darauf arbeitet man als Spieler natürlich hin, dass es in den nächsten Jahren mit der Nationalmannschaft klappen kann.“

Vor zwei Jahren hat Ihr damaliger Trainer in Bochum, Peter Neururer, beim Wechsel nach Leipzig gesagt, Sie sollten sich einen anderen Berater zu legen. Wenn man Ihre Entwicklung anschaut, kann man dem Berater allerdings keinen Vorwurf machen…

„Selbstverständlich hatte der Wechsel einen großen Anteil an meiner Entwicklung. Wenn der Verein wächst und man sich als junger Spieler auch entwickeln kann, ist es extrem hilfreich, wenn alles aufeinander abgestimmt ist. Aber das mit Peter Neururer ist ja schon lange geklärt. Selbst er hat mir zur Silbermedaille gratuliert.“ (lacht)

Solch starke Auftritte, wie Sie sie bei Olympia gezeigt haben, wecken Begehrlichkeiten. Wie viele Vereine haben denn schon angefragt?

„Mich hat ehrlich gesagt niemand angerufen.“

Und Ihren Berater?

„Soweit ich weiß, hat sich keiner gemeldet. Ich habe aber auch nicht explizit nachgefragt. Warum auch?“

Der Sportdirektor hat angekündigt, Ihren bis 2018 laufenden Vertrag am liebsten sofort verlängern zu wollen, wenn sie aus dem Flieger steigen. Warum ist das noch nicht passiert?

„Weil sie mich hier auch erstmal in Ruhe haben ankommen lassen. Das finde ich gut, denn den Jetlag hat man dann auch ein bisschen gemerkt. Das Thema werden wir in den nächsten Tagen besprechen.“

Für Sie steht es außer Frage, dass der Vertrag vorzeitig verlängert wird?

„So sieht es jetzt aus. Aber fix kann man das erst sagen, wenn es dann wirklich passiert ist.“

Interview: Anne Grimm

Update: Lukas Klostermann wird am Donnerstagabend trotz seiner Verletzung nicht am Olympia-Empfang auf dem Leipziger Markt teilnehmen. Er sei um 17 Uhr beim Training am Cottaweg dabei, informierte RB-Sprecher Benjamin Ippoliti auf Anfrage. "Dann wird man schauen, wie es aussieht, ob er am Mannschaftstraining teilnimmt oder Einzeltraining absolviert." Die Behandlung bei Physiotherapeut Alex Sekora begann bereits am Mittwoch nach dem Training.

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