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Knallharte Bundesliga: RB Leipzig erzielt Bestwert aber keinen Sieg

Ärger trotz Punktgewinn Knallharte Bundesliga: RB Leipzig erzielt Bestwert aber keinen Sieg

Die Leipziger rannten gegen Gladbach so viele Kilometer, wie noch kein anderer Bundesligist in dieser Saison – und das in der englischen Woche. An dem hohen Laufaufwand litt die Präzision der Feintechniker. Aber Weltmeister Kramer zollte dem Aufsteiger viel Respekt.

Yussuf Poulsen im Zweikampf mit Jannik Vestergaard.

Quelle: Gepa

Leipzig. Die Ambitionen bei RB Leipzig im Fußball-Oberhaus haben bereits begonnen, sich zu verschieben. War zu Beginn der Saison noch vom sicheren Klassenerhalt die Rede, ist nach vier Spieltagen ohne Niederlage selbst das Unentschieden gegen einen Champions-League-Teilnehmer nicht wirklich zufrieden stellend. Das liegt auch an dem Fußball, den die Roten Bullen bislang zelebrieren.

Gladbachs Trainer Andre Schubert erklärte das Phänomen nach dem 1:1 am Mittwochabend folgendermaßen: „Es ist relativ leicht zu lesen, wie Leipzig spielt. Aber so wie sie es spielen, machen sie es einfach sehr gut. Das ist unglaublich schwer zu bespielen. Sie sind sehr gut organisiert, mit einem hohen Laufaufwand.“

120 Kilometer legten die Roten Bullen unter Flutlicht in 90 Minuten zurück und erzielten damit nicht nur für sich selbst eine Bestmarke, sondern liefen so viel, wie noch kein anderer Bundesligist in dieser Saison. Den Wert nannte auch RB-Trainer Ralph Hasenhüttl „Wahnsinn“, gab aber zu bedenken: „Aufgrund der Tatsache, dass wir so viele Kilometer gelaufen sind, sind wir vielleicht auch ein wenig an der Präzision gescheitert. Je länger das Spiel gedauert hat, desto ungenauer sind wir nach vorne geworden.“

In der ersten Halbzeit wirkte der Champions-League-Teilnehmer aus Gladbach phasenweise völlig überfordert und genervt, von dem ständigen „jagen“ des Hasenhüttl-Teams nach dem Ball. Dem Gegner blieb keine Zeit, in Ruhe die Kugel anzunehmen, geschweige denn, eigene Chancen zu kreieren. „Wir haben sie defensiv immer wieder vor Aufgaben gestellt, auf die sie wenige Lösungen hatten. Sie haben nicht gewusst, was sie im Spielaufbau gegen uns machen sollen“, freute sich Stefan Ilsanker. Der österreichische Nationalspieler verdeutlichte: „Gegen andere Mannschaften hat Gladbach immer zehn bis zwölf Topchancen, gegen uns nur sehr wenig. Von da her haben wir es ganz gut gemacht.“

In der Liga bleibt RB Leipzig bislang ungeschlagen. Dabei sah es gegen Mönchengladbach über lange Zeit sogar so aus, als ob die Rasenballsportler zu Hause erneut einen Sieg gegen eine Borussia einfahren. Doch die Gäste erzielten noch das 1:1. (Bilder: Christian Modla)

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Kapitän Dominik Kaiser ärgerte sich trotzdem über das Unentschieden: „Sicher ist es kurz nach dem Spiel bitter. Auch weil wir das Gegentor aus einer recht überschaubaren Situation kassiert haben. Lange Bälle haben wir in den letzten Wochen und auch über das gesamte Spiel überragend verteidigt.“ Ganze dreimal galoppierten die Fohlen am Mittwoch gefährlich vors Leipziger Tor und erzielten dabei den einen Treffer – so knallhart ist manchmal die Bundesliga. Trost kam ausgerechnet vom Gegner. Weltmeister Christoph Kramer sagte: „Wenn sie so spielen, wie sie es heute getan haben, dann ist es sicherlich für uns ein gewonnener Punkt, denn dann werden hier in Zukunft nicht so viele Teams Punkte in ihrem Bus mitnehmen.“

Bevor sich die Gladbacher Mannschaft wieder aus Leipzig verabschiedete, gab es im Bauch des Stadions noch interessante Szenen. RB-Kapitän Kaiser lief in die Kabine des Gegners – keine Panik bei den Fans – er besuchte dort nur drei ehemalige Mitspieler aus Hoffenheim. Kramer tauschte sein Trikot während eines lockeren Plauschs mit seinem ehemaligen Leverkusener Mitspieler Kyriakos Papadopolous. Auf dem Podium bei der Pressekonferenz strahlte dann Fohlen-Trainer Schubert mit Leipzigs RB-Pressesprecher Benjamin Ippoliti um die Wette: Beide kennen sich noch aus alten Zeiten, kickten in der Saison 1999/2000 beim hessischen Verein OSC Vellmar miteinander in der Oberliga.

Anne Grimm

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