Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
"Krieger" Stefan Ilsanker tritt seinen Dienst bei RB Leipzig an

Neuzugang im Interview "Krieger" Stefan Ilsanker tritt seinen Dienst bei RB Leipzig an

Ab Mittwoch steht Stefan Ilsanker für RB Leipzig auf dem Rasen. Der 26-jährige österreichische Nationalspieler spricht im Interview über seinen nächsten Karriereschritt, Ralf Rangnicks Strahlkraft und eine prominent besetzte Salzburger Reisegruppe.

Er weiß, wie Erfolg geht: Stefan Ilsanker (26) mit der österreichischen Meisterschale und dem Pokal.  Scannen Sie das Foto und sehen Sie in einem Video mehr von Stefan Ilsanker.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Er nennt sich „Krieger“, würde nur „ungern“ gegen sich selbst spielen, ist ein „Teamplayer“, der in den beiden vergangenen Jahren über 100 Pflichtspiele absolviert und den man gerne in der Mannschaft hat. Wenn RB-Neuzugang Stefan Ilsanker am Mittwoch seinen Dienst bei RB Leipzig antritt (Vertrag bis 2018), betritt er kein Neuland. Der 26-jährige österreichische Nationalspieler und Held der Mittelfeld-Arbeit (1,89 m, 86 Kilo) hat seinen Wechsel von Salzburg nach Deutschland genau so gründlich vorbereitet, wie er seinen Dienst im Maschinenraum des Spiels versieht: gründlich. Ilsanker über seinen nächsten Karriereschritt, Ralf Rangnicks Strahlkraft und eine prominent besetzte Salzburger Reisegruppe.

Bisher war nur bekannt, dass Sie im Mai einmal in Leipzig waren und sich dabei Stadion und Trainingsgelände angeschaut haben. Nur die halbe Wahrheit?

Drittel Wahrheit trifft es besser. Ich war schon 2013 beim Relegationsspiel gegen Lotte in Leipzig. Und danach noch zweimal. Auch, um mich nach einer ruhigen Wohngegend umzuschauen.

Fündig geworden?

Ja, nach dem Trainingslager werde ich einziehen. Leipzig gefällt mir, hier lässt es sich leben.

Auch ohne Berge?

Auch ohne Berge und ohne Schnee. Ich bin auf die Seen gespannt.

Ihr Vater war Ende der 90er-Jahre Zweitliga-Torwart bei Mainz 05, Sie spielten in der Mainzer Jugend im Feld. Der Apfel fällt in der Familie Ilsanker offenbar weiter als anderswo vom Stamm.

Ich wäre auch ins Tor gegangen, aber die Mainzer brauchten damals keinen Torwart. Reiner Zufall also.

Als Profi bei RB Salzburg hatten Sie es täglich mit Papa Herbert zu tun. War es gut für Sie, dass Ihr Vater Torwarttrainer ist?

Irgendwann war es normal, dass wir beide bei Red Bull arbeiten. Ich hatte dadurch weder Vor- noch Nachteile. Und es war auch nicht so, dass wir ständig über Fußball gesprochen haben.

Hat er Ihnen zum Wechsel nach Leipzig geraten?

Er hat sich total zurückgehalten, lässt mich mein Ding machen. Leipzig war bei mir schon länger auf dem Schirm. Wobei: In die dritte deutsche Liga wäre ich sicherlich nicht gewechselt.

Ralf Rangnick hat diverse Interessenten abblitzen lassen. Waren Sie sauer?

Na ja, Bayern München war ehrlicherweise nicht dabei. Herr Rangnick hat mir früh gesagt, dass er mich irgendwann in Leipzig sieht. Nach dem Zweitliga-Aufstieg war es nicht schwer, sich mit dem Gedanken Leipzig anzufreunden.

Was sagt Nationaltrainer Marcel Koller zur Ihrem Weg?

Ich habe mit ihm gesprochen, er kennt und schätzt die zweite deutsche Liga. Und er bekommt nach wie vor den Stefan Ilsanker, den er kennt. Ich habe nicht vor, nachzulassen oder weniger Gas zu geben. Im Gegenteil. Unsere Nationalmannschaft liegt mir sehr am Herzen. Wir haben eine Klasse-Mannschaft, wollen zur EM nach Frankreich.

Sie gelten als Mann der offenen Worte. Ab wann wäre die Saison für Sie ein Erfolg?

Ganz klar: Nur mit dem Aufstieg. Alles andere wäre eine Enttäuschung. Dass auf uns harte Spiele warten, wissen wir. Man wird uns nicht den roten Teppich ausrollen. Aber das kenne ich, RB Salzburg war in Österreich auch nur in Salzburg beliebt.

Was nährt Ihren Optimismus, dass Sie nur ein Jahr in der Zweitklassigkeit verbringen?

Wir haben einen sehr guten Kader, Top-Bedingungen und einen Trainer, der weiß, wie es geht. Ich bin nicht nach Leipzig gekommen, um die zweite Liga zu sichern.

Beschreiben Sie bitte den Fußballer und klassischen Sechser Ilsanker.

Ich bin ein Krieger und ein Teamspieler, suche den Zweikampf, kann einen geraden Pass spielen, versuche, meine Kollegen mitzureißen. Ralf Rangnick kennt mein Spiel. Er wollte mich unbedingt, sieht mich auf dieser Position auch in der Bundesliga. Das System mit hoch stehender Abwehr und frühem Stören passt perfekt zu mir und meinen Stärken.

Sie sind demnach gesetzt?

Es gibt große Konkurrenz, ich werde wie alle anderen um einen Platz kämpfen. Mit weniger als 100 Prozent hat man keine Chance.

Sie kommen mit Ihren Salzburger Sportkameraden Peter Gulacsi, Massimo Bruno, Nils Quaschner und Marcel Sabitzer. Gulacsi ist...

...der beste Torwart, mit dem ich je zusammen gespielt habe. Ein richtig Guter.

Bruno...

...ein Ballstreichler, beidfüßig, super Techniker. Mit dem Ball am Fuß schnell. Ohne Ball läuft er noch nicht so gerne. Das wird sich ändern.

Quaschner...
 ...Wucht, Power, Dynamik. Eine Kante und Waffe.

Sabitzer...

...Top-Stürmer, weicht auf die Flügel aus, geht in die Tiefe und dahin, wo es weh tut. Für ihn und die Abwehrspieler. Geiler Typ.

Wer spielt oben mit?

Schwer zu sagen. Dass Ingolstadt und Darmstadt hoch gehen, hätte keiner gedacht.

Kümmert man sich bei RB besonders liebevoll um die Profis?

Es ist alles perfekt, man bekommt vieles abgenommen, kann sich total auf den Job konzentrieren.

Haben Sie ein Ritual vorm Spiel?

Zwei Stunden vorm Anpfiff trinke ich eine Dose ...

... des Sponsors?

Ja. Und nach dem Warmmachen dusche ich eiskalt. Dann geht’s raus!

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr