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Leipziger Forscher sicher: RB Leipzig landet auf dem neunten Platz

Statistik lügt nicht Leipziger Forscher sicher: RB Leipzig landet auf dem neunten Platz

Die Anhänger von RB Leipzig dürfen sich freuen: Der Bundesliganeuling bleibt erstklassig. Das zumindest sagt Henning Zülch, Professor an der Handelshochschule Leipzig. Seine Prognose ist nicht die eines Fans. Vielmehr vertraut der 43-Jährige auf die Statistik.

Gute Aussichten für die Fans: Laut Hennig Zülch von der Handelshochschule hat RB Leipzig beste Chancen, den Klassenerhalt in der Bundesliga gut zu schaffen.

Quelle: Christian Modla / privat

Leipzig. RB Leipzig bleibt erstklassig. Zumindest wenn es nach Henning Zülch geht, der Professor an der Handelshochschule Leipzig ist. Der Wirtschaftswissenschaftler beschäftigt sich mit der Übertragbarkeit betriebswirtschaftlicher Grundprinzipien auf die erfolgreiche Führung von Sportvereinen. Und da hat nach Ansicht des 43-Jährigen RB die besten Chancen. Mehr noch: „RB wird einen einstelligen Tabellenplatz einnehmen.“

Zülch lässt sich zu dieser Prognose nicht etwa aus Fansicht hinreißen, auch nicht, weil er in Sichtweite des Stadions lehrt. Vielmehr vertraut er auf die Statistik, die seit Bestehen der Bundesliga 1963/64 erhoben wird. Gepaart mit der Kaderzusammensetzung und Beurteilung des wirtschaftlichen Umfeldes sowie der Vereinsstrategie sieht er die Roten Bullen für die Zukunft in der Belle Etage gerüstet. „Ich glaube an Platz neun“, wird er sogar konkret.

Und das, obwohl seit Einführung der Bundesliga 40 Neulinge in der höchsten deutschen Fußballklasse versucht haben zu bestehen. Nummer 41 kommt nun aus Leipzig. Die Segel streichen mussten im ersten Jahr laut seiner Erhebung gleich 15 Vereine. Lediglich fünf schafften es dabei, sich im einstelligen Tableau festzusetzen. Bester Neuling ist bislang der FC Bayern München, der in der Spielzeit 1965/66 Dritter wurde.

Werden alle Aufsteiger in der Statistik berücksichtigt, das heißt Liga-Neulinge und Rückkehrer, manifestiert sich ein Bild: 53 Vereine (39 Prozent) haben sich nach einem Jahr wieder verabschiedet. „Das erste Jahr ist das schwierigste“, sagt Zülch. Auch weil gerade einmal 15 Vereine in den 54 Spielzeiten (11 Prozent) vermochten, das erste Jahr zu überstehen. „Im Vergleich zu den wilden siebziger und achtziger Jahren haben sich Bundesliga und die ihr zugehörigen Vereine mehr und mehr professionalisiert“, relativiert der Wissenschaftler. „Daher sollte der Abstieg im ersten Jahr als eher unwahrscheinlich, wie die vergangenen Jahre bestätigen, gelten“, fügt Zülch an.

Bei RB Leipzig begünstigen weitere Faktoren den Verbleib in der Bundesliga. RB sei kein typischer Aufsteiger. „Die Akteure haben relativ schnell verstanden, die Spielregeln der Bundesliga zu lesen und erfolgreich umzusetzen“, sagt Zülch. Langfristig sieht er die Leipziger deshalb „als elementaren Bestandteil einer lebhaften Bundesliga.“

Zu dieser Einschätzung kommt der Professor aufgrund der Bewertung der Kaderzusammensetzung, der nachhaltigen Strategie des Vereins und des Umfeldes. Prädikat: zukunftsfähig.

Schließlich setze RB auf junge, hochveranlagte und gut ausgebildete Spieler. „Dieses Konzept ist bereits durch die Aufstiege in die zweite und jetzt in die Bundesliga aufgegangen“, bewertet Zülch. Ein organisches Wachstum habe stattgefunden. Auch bei den Neuverpflichtungen zeige RBL eine nachhaltige Strategie.

Um im Konzert der Großen eine Solorolle zu übernehmen, sei es aber noch zu zeitig. Auch wenn sich die Leipziger bei der Bewertung des Kaders mit gut 70 Millionen Euro nicht verstecken müssen, für die dicken Brocken reicht es nicht. Bayern führt die Hitliste mit 582 Millionen Euro an. Dortmund folgt mit 339 Millionen.

Daraus ablesend dürfte klar sein, wer in diesem Jahr Meister wird. Mal wieder die Münchener. Oder? „Mein Tipp: Der BVB macht es“, sagt Zülch. Und dieses Mal ohne dabei auf die Zahlen in den Tabellen zu schauen. Schließlich ist der 43-Jährige gebürtiger Dortmunder. Eine Herzensangelegenheit. 

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