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Männer am Megafon: RB Leipzigs Vorsänger wünschen sich Leidenschaft

Vor Rückrundenstart Männer am Megafon: RB Leipzigs Vorsänger wünschen sich Leidenschaft

Mit Megafonen geben Markus, Sebastian und Tommes der Fan-Kurve von RB Leipzig Inhalt und Rhythmus vor - und sorgen dafür, dass nicht 16 Mal pro Halbzeit „Auf geht’s Leipziger Jungs“ geträllert wird. Dem Portal „rb-fans.de“ gab das Trio nun ein aufschlussreiches Interview.

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Im RB-Fanblock könnte für den Geschmack der Capos mehr Stimmung sein. Ihr Vorschlag: Stehplätze.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Die Männer auf dem Rasen heißen unter anderem Emil (Forsberg), Davie (Selke) und Dominik (Kaiser). Kennt in Leipzig mittlerweile jedes Kind. Fast genauso wichtig für gute Stimmung in der Red-Bull-Arena sind Markus, Sebastian und Tommes. Bitte wer? Die drei sind die Vorsänger (im Fansprech: Capos) im Fanblock der Rasenballer. Mit Megafonen geben sie der Kurve Inhalt und Rhythmus vor - und sorgen dafür, dass nicht 16 Mal pro Halbzeit „Auf geht’s Leipziger Jungs“ geträllert wird. Klingt leicht, ist aber harte Arbeit. Dem Portal „rb-fans.de“ gab das Trio nun ein aufschlussreiches Interview - über Stimmungsbremsen, Tricks bei Rückständen und den Traum vom Stehblock.

Am meisten fühlen sich die Einpeitscher genervt von „Leuten, die nie mitmachen, nicht singen, nicht springen, nicht klatschen, nicht mal wippen“, wie Tommes berichtet. „Diese Leute kann man nicht einfach aus dem Block verbannen, da können wir nur auf Einsicht hoffen.“ Er wünscht sich mehr Zusammenhalt und lautstarke Unterstützung, einfach „mehr Wir-Gefühl“. Ein Problem aus Capo-Sicht: Sektor B sei nicht deutlich genug als Fanblock gekennzeichnet. So werde mancher angelockt, der sich vor allem über die dort schmalen Eintrittspreise freut, aber bei Gefühlsausbrüchen an einen Eiszapfen erinnere. „Viele Fans im Block supporten sehr spielorientiert“, erklärt Markus. „Aber auch Wetter, Spieltag und Uhrzeit geben einen Ausschlag.“

Eine Lösung könnte sein, Sektor B in einen reinen Stehplatzblock umzufunktionieren. Dafür setzen sich die ultraorientierten Anhänger ein. „Ein Stehblock schafft  eine ganz andere Atmosphäre. Er stellt uns aber auch vor neue Herausforderungen, so bei Choreographien“, meint Sebastian, der sich davon „ein größeres Zusammengehörigkeitsgefühl“ erhofft.

Das wird vor allem bei Rückständen auf die Probe gestellt - wenn die Capos in geschockte Gesichter blicken. „Im Fanblock sollte es immer darum gehen, das Team zu unterstützen. Auch bei Rückstand, vor allem da“, moniert Vorsänger Sebastian. „Da kann man nur versuchen, den Block bei Laune zu halten“, meint Tommes, „durch Hüpfen oder die Schalparade.“

Selbst bekommen die Männer am Megafon kaum etwas vom Spiel mit, nur fünf bis zehn Minuten. Ihre Augen sind zu 90 Prozent auf ihre Schäfchen gerichtet. „Wenn man sieht, wie der ganze Block ausflippt, ist das ein sehr geiles Gefühl“, beschreibt Sebastian seine Liebe fürs Capo-Sein. Eine starke Stimme, eine gewisse Präsenz, ein dickes Fell und jede Menge Leidenschaft gehören zum Anforderungsprofil der Kurven-Dirigenten.

Und wie sieht die perfekte Anfeuerung aus? Tommes: „Viel Bewegung in Form von Springen, Schalparaden, Überkopf-Klatschen, Schals hoch halten und innerhalb des Blocks Wechselgesänge.“ Schwenkfahnen und Doppelhalter seien ebenfalls ein Muss. Für die einen unverzichtbares Element ihrer Fankultur, für wenige andere eine nervende Sichtbehinderung. RB-Fan ist eben nicht gleich RB-Fan.

Thomas Fritz

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