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Marvin Compper im Interview: "Bundesliga hoch anspruchsvoll für Kopf und Körper"

RB Leipzig vor dem Bundesligastart Marvin Compper im Interview: "Bundesliga hoch anspruchsvoll für Kopf und Körper"

Im jungen Kader von RB Leipzig geht er mit 31 Jahren schon fast als Methusalem durch. Im Interview spricht der Ex-Hoffenheimer Marvin Compper über die Rückkehr nach Sinsheim, Erfahrungen aus 168 Bundesligaspielen, wiedererlangte Fitness und die Kaderdiskussionen.

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Marvin Compper gehört zu den erfahrensten Akteuren im Team von RB Leipzig.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Er hat ein für einen Feldspieler von RB Leipzig gesegnetes Alter, ist trotzdem flinken Fußes unterwegs und auf geradem Weg zurück in die Stamm-Elf. Der Ex-Hoffenheimer Marvin Compper, 31, über seine Rückkehr nach Sinsheim (Anpfiff, Sonntag, 17.30 Uhr), Erfahrungen aus 168 Bundesligaspielen, wiedererlangte Fitness und die Diskussionen um einen Kader, den es bis zur Schließung des Transferfensters am Monatsende aufzupeppen gilt. Comppers letztes Bundesligaspiel datiert übrigens vom Dezember 2012. Hoffenheim unterlag Dortmund 1:3.

Sie sind nach suboptimaler Vorbereitung wieder nah an der Stamm-Elf, wurden in Dresden eingewechselt. Rechnen Sie am Sonntag mit Ihrem 169. Bundesligaspiel?

Jeder von uns will spielen, ich natürlich auch. Das Spiel in Dresden hat mir bis aufs Ergebnis gut getan. Ich bin bereit, werde im Training Gas geben und es dem Trainer möglichst schwer machen, mich draußen zu lassen.

Wie viele Kollegen aus Ihrer Hoffenheimer Zeit spielen noch bei 1899?

Nur noch einer: Sebastian Rudy.

Ihr Weggang aus Hoffenheim im Januar 2013 zum AC Florenz war ein geräuschvoller. Es war von Fahnenflucht die Rede. Haben Sie sich etwas vorzuwerfen?

Nein. Ich hatte bei den Hoffenheimer Verantwortlichen Monate vor meinem Wechsel meine Bereitschaft zu einer Vertragsverlängerung hinterlegt, wurde zweimal vertröstet. Ich war damals Stammspieler und zeitweise Kapitän. Im Januar 2013 wurde Marco Kurz unser Trainer.

Und der stand auf andere Spieler.

So kann man das sagen. Er plante nicht mit mir, die Signale waren eindeutig.

Sie und Kurz sind aneinander geraten.

Es hat halt einfach nicht mehr gepasst.

Womit das Tischtuch zerschnitten war.

Ja, war es, leider. Florenz war schon im Mai 2012 interessiert, so kam es zu dem Wechsel. Es lief ziemlich geräuschvoll ab, aber das ist alles lange her. Ich freue mich einfach nur auf Sonntag.

Hoffenheim spielt unter Julian Nagelsmann den Fußball, den Sie bei 1899 unter Ralf Rangnick gespielt haben. Die Besinnung auf gute, alte Zeiten scheint zu fruchten.

Hoffenheim hat unter Nagelsmann eine tolle Rückrunde gespielt, ich sehe 1899 auf einem guten Weg, halte einen einstelligen Tabellenplatz für realistisch. Philosophie und Spielermaterial passen wieder zueinander.

Nach dem Pokal-Aus in Dresden haben manche schon Zweifel am großen Ganzen. Sie auch?

Nullkommanull. Die Niederlage war für uns und unsere Fans traurig. Ein Sieg wäre bei dem ganzen Drumherum und dem ...

... Hass?

... den gab es überhaupt nicht, das waren Emotionen eines Pokalspiels. Ein Sieg wäre natürlich trotzdem schön gewesen, wir wollten unbedingt in die nächste Runde. Wir haben zwei Geschenke verteilt und das war’s dann.

Dominik Kaiser und Naby Keita sind fraglich, bei Lukas Klostermann wäre ein Einsatz ein zu hohes Risiko. Kann RB in Hoffenheim trotzdem punkten?

Absolut, ja. Wenn Spieler ausfallen, müssen die, die dann kommen, ihre Ansprüche untermauern. Wir wollen und werden konkurrenzfähig sein.

Bundesliga ist ...

... hoch anspruchsvoll für Kopf und Körper. Der Sprung von der dritten in die zweite Liga ist ein Schritt. Der Sprung von der zweiten in die erste Liga ist noch einmal deutlich größer. Hier ist die individuelle Qualität höher, geht alles schneller, wird jeder Fehler bestraft.

In der zweiten Liga habt Ihr auch mittelmäßige Spiele gewonnen.

Das passiert in der Bundesliga nicht mehr. Wenn wir nicht an unser Limit kommen, wird es schwer, Spiele zu gewinnen.

Könnte Dresden die Sinne geschärft haben?

Die Sinne sind geschärft. Wir alle wissen, dass die erste Liga die Herausforderung schlechthin ist.

Ihr Hausnachbar Atinc Nukan stand beim Pokalspiel in Dresden nicht im Kader. Muss der 31-jährige Routinier den 22-jährigen Jüngling aufbauen?

Solche Phasen gehören dazu, da muss man durch. Auch das ist das Profigeschäft. Außerdem sollte man nach einem Spiel nichts dramatisieren. Die Saison ist lang.

Und die Personaldecke kurz. Sie kennen Ralf Rangnick ewig. Wieso braucht er so lang, um zwei, drei Neue nach Leipzig zu holen? Sind Obergrenzen in Sachen Gehalt und Alter sinnvoll?

RB hat eine Philosophie – und die wird gelebt. Bis zum 31. August ist noch etwas Zeit. Lukas Klostermann ist im Sommer 2015 auch erst kurz vorm Ende der Transferperiode zu uns gekommen. Und das war kein so schlechter Transfer, oder?

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