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Massimo Bruno wird bei RB Leipzig vom Problem-Bär zum Problem-Löser

Gegen Heidenheim Massimo Bruno wird bei RB Leipzig vom Problem-Bär zum Problem-Löser

Der eingewechselte Massimo Bruno bringt gegen Heidenheim die Wende zum Guten für RB Leipzig. Zuvor kämpften die Rasenballer mit dem eigenen Anspruch und der gestiegenen Erwartungshaltung auf den Rängen. Der Aufstieg? Nur noch Formsache.

Kann nach langer Leisenszeit auf der Bank endlich wieder lachen: Massimo Bruno, der hier mit Yussuf Poulsen dessen Tor zum 3:1 feiert.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Beim 0:1-Rückstand nach 45 Minuten muss RB-Chef Oliver Mintzlaff, 40, seinem Freund Kai Pflaume erklären, dass die Roten Bullen sonst viel wilder sind. Und dass sie das gegen Heidenheim auch gleich zeigen werden. Die Show für den Showmaster werde schon noch kommen.

Der gebürtige Hallenser Pflaume, 48, isst gesunde Sachen und reckt den Daumen nach oben. Botschaft des TV-Stars: Ihr packt das noch, Olli!

Nicht alle Menschen auf den besseren Plätzen der Red-Bull-Arena sind wie Pflaume („Nur die Liebe zählt“) unterwegs.

Weil Übertreibung veranschaulicht und Zuhörer garantiert, wird die erste Halbzeit VIP-technisch zur schlechtesten der Club-Historie erklärt. In der Pause geht zwischen Fisch und Kartoffelsüppchen der Aufstieg über die Wupper. Und als sich RB-Coach Ralf Rangnick erdreistet, mit Wiederbeginn den feingeistigen Italo-Belgier Massimo Bruno für Kämpfer Stefan Ilsanker zu bringen, schlussfolgert mancher Kenner in Etage sechs: Gut, dass wir schon die 40-Punkte-Grenze überschritten haben!

Gottlob sind Rotwein und Weißwein gut temperiert.

Zwei Aufstiege und eine Tabellenführung haben die Anspruchshaltung ungesund erhöht und zur irrigen Annahme geführt: Die restlichen zehn Zweitliga-Partien laufen für RB Leipzig unter „Schaulaufen für die Bundesliga“, wenn Bayern, BVB und, ja, Mainz kommen.

Dass Fußball-Schaffende Menschen und bis auf Pep G. fehlbar sind, kann/will nicht jeder verstehen. Wer die ganze Woche nix anderes tut, als hoch bezahlt gegen den Ball zu treten, muss jeden Pass zum Mitspieler bringen, einen Ball unfallfrei an- und mitnehmen können.

Dem ist eben nicht so. Es gibt Tage, da steckt der Schuhspanner im Stiefel. Wie bei Yussuf Poulsen, Stefan Ilsanker und Co. in der ersten Halbzeit. Tage, an denen wenig geht und der Gegner mit einem Traumtor (21., Robert Leipertz) das 1:0 feiert. Tage, an denen die Spieler plötzlich nicht mehr dran denken, was sie gewinnen, sondern, was sie verlieren können. Dann muss der Coach das tun, was seine Arbeitsplatzbeschreibung vorsieht: coachen, verändern, verbessern.

Rangnick erinnert seine Männer in der Pause an Gift & Galle. Und er bringt Massimo Bruno. Der wird vom Problem-Bären zum Problem-Löser. Der 22-Jährige macht Bälle fest, zaubert, legt auf, hat zwei Top-Chancen. Dominik Kaiser, Yussuf Poulsen und Marvin Compper treffen. „Mit Massimo kam die Wende“, stellt Rangnick nach dem 3:1-Sieg fest. „Er hat klasse gespielt.“

Die Pressekonferenz wird im sechsten Stock übertragen. Zustimmendes Nicken allenthalben. Nachtisch, Espresso und gute Laune. Freiburg am Montag? Haun’ wir weg!

Übrigens: Falls RB den Tanz auf der Rasierklinge zweite Liga übersteht und es in Bälde etwas zu feiern gibt, ist der MDR mittendrin statt nur dabei. Eventuelle Aufstiegsfestivitäten flimmern live über den Sender, außerdem wird eine in der Mache befindliche Langzeit-Doku ins Programm gerückt.

Auf ein Mehr an bewegten Bilder setzt RB künftig auch clubintern. Danny Staigys, Boss von DASTmedia in der Fockestraße, steigt ab 1. Juli hauptberuflich bei RB ein. Ein 33-jähriger Audiovisionär, der Homepage, soziale Medien und Club-TV (in Planung) bespielen soll.

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