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Mintzlaff bleibt RB-Geschäftsführer

Suche nach einem neuen starken Mann eingestellt Mintzlaff bleibt RB-Geschäftsführer

Oliver Mintzlaff, Herr und Gebieter über die Red-Bull-Standorte New York, Salzburg, Brasilien und Leipzig, führt ein Leben auf der Überholspur. Ohne Absolution des 40-Jährigen rollt bei Red Bull kein Ball, wird weder ein Radiergummi noch ein Spieler gekauft. Nach LVZ-Informationen wird der Präsident der Rasenballer künftig seltener durch die Weltgeschichte jetten und sein Hauptaugenmerk auf die Nummer eins der Red-Bull-Fußball-Expeditionen, RB Leipzig, richten.

Sehen sich zukünftig wieder öfter: Ralf Rangnick und Oliver Mintzlaff.

Quelle: Imago

Leipzig. Er hat Körperfettwerte wie einst Waldemar Cierpinski, Flugmeilen wie ein Lufthansa-Kapitän – und einen Schlag bei den Frauen hat er auch. Oliver Mintzlaff, Herr und Gebieter über die Red-Bull-Standorte New York, Salzburg, Brasilien und Leipzig, führt ein Leben auf der Überholspur. Ohne Absolution des 40-Jährigen rollt bei Red Bull kein Ball, wird weder ein Radiergummi noch ein Spieler gekauft.

Jetzt hat sich der Mann entschieden, den Deckel überm stets brodelnden Topf ein wenig anzuheben und den Fuß ein paar Zentimeter vom Pedal zu nehmen. Nach LVZ-Informationen wird der Präsident der Rasenballer künftig seltener durch die Weltgeschichte jetten und sein Hauptaugenmerk auf die Nummer eins der Red-Bull-Fußball-Expeditionen, RB Leipzig, richten.

Sichtbar wird diese Anpassung an die wirklich wichtigen Dinge des Lebens durch zwei Dinge. Erstens: Der RB-Präsident ist auf Wohnungssuche, zieht vom Steigenberger-Hotel in eine Drei-Raumwohnung im Herzen der Heldenstadt. Zweitens, und das ist ein bisher gut gehütetes Geheimnis: Mintzlaff ist ab sofort nicht mehr Interimsgeschäftsführer, sondern leibhaftiger Geschäftsführer!

Die Suche nach einem Mann, der denkt und lenkt und Strahlkraft hat, wurde eingestellt. Wahrscheinlich lag der Fall ähnlich wie vor gut einem Jahr, als sich der auf Trainersuche befindliche Ralf Rangnick beim morgendlichen Rasieren jemanden sah, der all das verkörperte, was gefragt war. Und derjenige machte es ja dann auch ziemlich gut.

Dass Oliver Mintzlaff Geschäftsführer bleibt, spart viel Kraft und Energie. RB muss keinen neuen starken Mann vorstellen und einarbeiten. RB ist die Sorge los, dass sich Monsieur X als Diva, Wegbeißer und/oder Unsympath entpuppt. Und RB spart viel Geld. Ein Mann nach dem gesuchten Profil hätte ein Millionen-Gehalt abgefasst. Nachdem alle Fürs und Widers betrachtet waren und die bestehende Struktur als zukunftsträchtig erachtet wurde, fiel der Hammer. Klar ist: Mintzlaff muss und wird seine Leipzig-Präsenz ausweiten, hier wohnen, wahrnehmbar und greifbar für Angestellte und Öffentlichkeit sein.

Mateschitz lud Mintzlaff nach Salzburg

Die Karriere des studierten Betriebswirtes und einstigen Puma-Managers nimmt 2012 Fahrt auf. Als Dietrich Mateschitz an Ralf Rangnick baggert, sitzt Mintzlaff mit am Verhandlungstisch. Der Red-Bull-Milliardär ist hin und weg vom Auftreten des ehemaligen Mittel- und Langstreckenläufers. Der war zum Zeitpunkt des intimen Dates im schwäbischen Backnang schon ein paar Jahre Rangnicks Medienbeauftragter und auch Vertrauter. Und er holte für den früheren Schalke-Coach einen wunderbaren Vertrag mit bisher nie gekannter Machtfülle heraus. Im Nachgang des Kaffeekränzchens lud Dietrich Mateschitz den geschäftstüchtigen Oliver Mintzlaff nach Salzburg und machte ihn zum Handlungsreisenden seiner Fußball-Aktivitäten.

Seit jenen Tagen hat OM sehr viele Flugmeilen gesammelt und in den Standorten feucht durchgewischt. Aufsehenerregend ist auch und vor allem sein Gesundschrumpfungskurs bei Red Bull New York. Dort macht er aus dem teuersten Club der Major League Soccer den kostengünstigsten, spart jährlich einen zweistelligen Millionen-Dollar-Betrag ein – und schaffte es trotzdem bis in das Halbfinale der Titelkämpfe.

Auch in Leipzig kreist der Rotstift, sind die Was-kostet-die-Welt-Zeiten vorbei. Mintzlaff nennt das einen „notwendigen Optimierungsprozess“, fordert von allen Angestellten „unternehmerisches Denken“. Mit Blick auf Financial Fairplay, das das Zutun von Sponsoren beschränkt, will und muss Mintzlaff RB Leipzig auf ein breiteres Finanz-Fundament stellen. Die Abhängigkeit von Red Bull ist gegenüber den Anfangsjahren dank Zuschauereinnahmen und Zuflüssen durch TV-Millionen und Sponsoren gesunken. Ein Prozess, der weiter forciert wird und aus RB Leipzig zu einem ganz normalen Fußball-Verein zaubert.

Übrigens: Gestern war Dienstantritt für die RB-Fußballer. Übers Wochenende werden Dominik Kaiser und Gefolge auf Herz und Nieren geprüft, ab Montag rollt der Ball. Der mit über sieben Wochen längste Urlaub aller Zeiten ist beendet. Perfekt: Stefan Hierländer wechselt zum österreichischen Erstligisten Sturm Graz.

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