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Mit Sportvorstand Andreas Bornemann kam beim 1. FC Nürnberg der Aufschwung

Interview vor Spiel gegen RB Mit Sportvorstand Andreas Bornemann kam beim 1. FC Nürnberg der Aufschwung

Als Sportvorstand Andreas Bornemann im Herbst 2015 beim 1. FC Nürnberg einstieg, steckte der Club in der Krise. Das hat sich geändert. Am Sonntag erwarten die Unterfranken RB Leipzig zum Spitzenspiel. Ein Interview über Brandstifter, Brandlöscher und eine Monsterserie.

Nürnbergs Sportvorstand Andreas Bornemann hält viel von Trainer René Weiler.

Quelle: dpa

Nürnberg. Ende September 2015 stieg Andreas Bornemann beim kriselnden 1. FC Nürnberg als Sportchef ein. Der neunfache Meister dümpelte im Niemandsland der Tabelle, Vorgänger Martin Bader zündelte im Hintergrund, Teile der Fanszene benahmen sich daneben – eine Art Endzeitstimmung machte sich breit. Bornemann, 44, über Brandstifter, Brandlöscher, eine Monsterserie und das Topspiel der Clubberer gegen RB Leipzig (Sonntag, 13.30 Uhr).

Herr Bornemann, es soll in Nürnberg geschneit haben. Sagen Sie uns bitte, dass das nicht stimmt.

Wir machen es wie Freiburg, lassen es schneien und gewinnen. Im Ernst: Ja, es liegt ein bisschen Schnee. Der hält sich aber nicht bis Sonntag. Ich fand das Spiel in Freiburg übrigens richtig gut. Man hat auch auf diesem Boden gesehen, wie stark Freiburg und Leipzig sind.

Ist der seit 16 Spielen ungeschlagene Club stark genug, noch auf den direkten Aufstiegsplatz zu springen? Sagen Sie nicht, dass Sie von Spiel zu Spiel denken.

Wir denken von Spiel zu Spiel, alles andere wäre blödsinnig. Dass wir unsere Serie ungeschlagener Spiele auch gegen außergewöhnlich gute Leipziger ausbauen wollen, möge man uns verzeihen. Wichtig ist für uns, den Abstand auf Platz vier zu halten. Wir haben immer einen Blick auf Bochum und St. Pauli. Um RB zu schlagen, brauchen wir einen sehr guten Tag, an dem die Leipziger ein paar Prozente unter ihren Möglichkeiten bleiben.

Relegation als Höchstes der Gefühle?

Keine Mannschaft der Welt wehrt sich gegen einen direkten Aufstieg. Aber wir wissen auch, wo wir herkommen, haben den schwierigen Start und all die Nebenkriegsschauplätze nicht vergessen. Erfolg kommt nicht, wenn man permanent drüber redet. Man man muss hart arbeiten, in allen Bereichen möglichst viele gute Entscheidungen treffen. Fakt ist, dass wir uns im Verein insgesamt stabilisiert haben. Es gibt keine innerbetrieblichen Grabenkämpfe mehr, der Fokus liegt auf dem Kerngeschäft Fußball.

Der grandiose Weg vom letzten Platz nach dem ersten Spieltag auf den aktuellen dritten Platz dürfte Ihr Tun als Brandlöscher und Ruhestifter befördert haben.

Ich sehe mich nicht als Brandlöscher, aber ein ruhiges Umfeld ist nicht die schlechteste Voraussetzung für Erfolg. Die Mannschaft ist stabiler geworden, spielt fast immer effektiv, hat viele Spiele gedreht und hatte zuletzt auch mal das Spielglück auf ihrer Seite.

Glück war beim jüngsten 4:0 in Bielefeld eher weniger im Spiel.

Dann haben Sie die ersten 60 Minuten nicht gesehen, junger Mann. Wir waren keine vier Tore besser. Aber was bei uns immer stimmt, sind Fitness und Geist

Das alles spricht für Coach René Weiler. Laut Martin Bader hat RB bei Herrn Weiler vorgesprochen und soll auf Interesse gestoßen sein.

Es gab weder Gespräche mit RB noch ein Angebot von RB. René Weiler ist und bleibt unser Trainer. Er ist ein unaufgeregter Typ, hat eine klare Idee, wie eine Mannschaft funktioniert. Taktisch und von der Mentalität her. Ihm kommt ein großer Teil des Erfolges zu.

Was halten Sie von Ralf Rangnick?

Sehr viel. Er hat schon viele Nachweise, wie man konzeptionell und erfolgreich arbeitet. Dass RB bessere Möglichkeiten als andere hat, ist klar. Aber man muss daraus auch erstmal etwas machen.

Der 1. FC Nürnberg ist gefühlter Erstligist. Wie fühlt es sich an, diesen Dino zu füttern, ohne vertilgt zu werden?

Es ist eine riesige und schöne Herausforderung, ein Spagat zwischen Tradition und Realität. Die Tradition darf aber nicht zur Last werden.

Sie haben in der Winterpause Top-Stürmer Alessandro Schöpf für rund 6 Millionen Euro nach Schalke verkauft. Musste das sein?

Mit der Summe liegen Sie nicht ganz falsch. Wir hätten Alessandro nicht zum 14. oder 15. der Bundesliga gelassen, aber bei einem Top-Fünf-Club ist das anders. Er wollte diese Chance unbedingt nutzen, wir wollten ihm das nicht verbauen und sind zudem finanziell nicht auf Rosen gebettet. Ja, das mussten wir so machen. Auch wenn es sportlich wehgetan hat.

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