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Nach „Wahnsinns-Vorstellung“: Hasenhüttl vergleicht RB mit Eisberg

Bundesliga-Spitzenreiter Nach „Wahnsinns-Vorstellung“: Hasenhüttl vergleicht RB mit Eisberg

RB-Fans waren am Samstagabend auch Anhänger von Borussia Dortmund: Denn der FC Bayern ließ im Topspiel drei Punkte liegen. Damit bleibt Leipzig Bundesliga-Spitzenreiter. Ralph Hasenhüttl vergleicht die Entwicklung seiner Mannschaft schon mit einem Eisberg.

Die Spitzenreiter-Faust: Ralph Hasenhüttl jubelt nach dem 3:2 in Leverkusen über die Bundesliga-Tabellenführung für RB Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Nach dem 3:2-Sieg bei Bayer Leverkusen schickte der Coach von RB Leipzig den ersten Pfeil in Richtung München. „Es ist auch schön für die Liga, dass die Bayern seit vielen Jahren erstmals als Zweiter zu einem Auswärtsspiel reisen mussten, das tut der Liga gut“, meinte Ralph Hasenhüttl am Freitagabend. Am Samstag (18.30 Uhr/Sky) muss der FCB im Klassiker beim BVB gewinnen, um die Tabellenspitze zurückzuerobern.

Vom Jäger zum Gejagten: Mit dem furiosen Auswärtssieg – dem sechsten Dreier in Folge – machte sich RB zum ersten ostdeutschen Bundesliga-Spitzenreiter seit Hansa Rostock im Jahr 1991. „Von der Mentalität her war es heute eine Wahnsinns-Vorstellung“, lobte Hasenhüttl die Psyche seines Teams. Eine Farbbeutel-Attacke auf den Bus steckte die Mannschaft ebenso weg wie einen zweimaligen Rückstand. Die 27 Punkte sind so überragend, dass Bayer-Coach Roger Schmidt schon jetzt einen Platz im kommenden Europacup prophezeit.

Am elften Spieltag war Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig bei Bayer Leverkusen zu Gast. Die Partie nahm gleich zu Beginn ordentlich Fahrt auf.

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Hasenhüttl gelang es, das Blitz-Tor durch den Ex-Salzburger Kevin Kampl und das 1:2 durch Julian Brandt kurz vor der Pause schnell aus den Köpfen seiner Spieler zu bekommen. „Dann sitzt du in der Kabine im Rückstand, das erste Mal in dieser Saison überhaupt“, erzählte der Coach nach der Partie. „Wir haben dann versucht, das wegzuschieben. Nicht lange brodeln lassen, gleich raus aus den Gedanken“, verriet er den Schlüssel zum Sieg.

„Haben in Leipzig einen Eisberg vor uns“

Der von Peter Gulacsi parierte Elfmeter gegen Hakan Çalhanoğlu (54. Minute) war der Wendepunkt der Partie. „Peter hat uns im Spiel gehalten“, bedankte sich Kapitän Willy Orban bei seinem Keeper. Eine halbe Stunde später köpfte sich Orban mit seinem ersten Bundesliga-Tor zum 3:2 in die Geschichtsbücher der Roten Bullen. „Wir haben eiskalt zugeschlagen heute“, kommentierte der Held des Tages nüchtern.

Das Eis war auch bei Hasenhüttl das Stichwort als Beschreibung für die unglaubliche Serie des Aufsteigers. „Wir haben in Leipzig einen Eisberg vor uns, da sieht man nur einen kleinen Teil oben. Der größere Teil unserer Qualität ist unter der Wasserfläche“, spielte der 49-Jährige auf das noch verborgene Potenzial seines Team an, das Ligakrösus Bayern auch langfristig gefährlich werden könnte.

Sabitzer hielt mit Turban und Kopfschmerzen durch

„Natürlich ist es schön, auf dem ersten Platz zu sein, aber es ist noch eine lange Saison“, meinte der ebenfalls eiskalte Schwede Emil Forsberg. Sein Fernschuss zum 2:2 (67.) rutschte Bayer-Keeper Bernd Leno von den Fäusten und brachte die Wende. Auch das 3:2 bereitete Forsberg vor und schob sich auf den dritten Platz der Bundesliga-Scorerliste – mit fünf Toren und sechs Vorlagen.

Das „harte Spiel“ (Forsberg) hinterließ bei RB seine Spuren. Innenverteidiger Marvin Compper musste schon nach 30 Minuten mit einer Sprunggelenksverletzung ausgewechselt werden. Die genaue Diagnose steht noch aus. Marcel Sabitzer zog sich in der 18. Minute bei einem Kopfball mit Wendell eine stark blutende Platzwunde zu, die mit fünf Stichen genäht werden musste.

„Wir beide gucken nur nach dem Ball, dann ging es Bumm“, beschrieb der Österreicher die übel aussehende Szene. Mit einem Turban und mächtigen Kopfschmerzen hielt er trotzdem bis zum Ende durch. „Das verkrafte ich gerne mit dem Dreier“, sagte er danach. Zusätzliches Aspirin war ein weiterer Rekord: Elf Spiele ohne Niederlage, das hat noch nie zuvor ein Bundesliga-Neuling geschafft.

Von Robert Nößler (mit dpa)

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