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Poulsen rückt bei RB Leipzig wieder in die Startelf – Dienstwagen nur mit Führerschein

Poulsen rückt bei RB Leipzig wieder in die Startelf – Dienstwagen nur mit Führerschein

Es ist das letzte Spiel des Jahres im deutschen Profifußball: Am Montag erwartet RB Leipzig die Löwen von 1860 München in der Red-Bull-Arena (Anstoß um 20.15 Uhr).

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Yussuf Poulsen steht vor einer Rückkehr in die Startelf von RB Leipzig. (Archivfoto)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Die Fans lockt es noch einmal vor der Winterpause ins Stadion. Bis Sonnabend waren bereits 21.000 Karten verkauft. Sportdirektor Ralf Rangnick hält eine Kulisse von bis zu 30.000 Zuschauern für möglich, obwohl das Spiel auch live im Fernsehen übertragen wird.

Für Stürmer Matthias Morys hätte die Partie auch schon früher starten dürfen. „Montagsspiele sind zwar etwas Besonders, der Sonnabend wäre aber auch schön gewesen“, sagt er nicht ganz uneigennützig. Durch den späten Termin gehen der Mannschaft zwei Tage ihres Weihnachtsurlaubs verloren.

Gegen die Münchner sollen nun drei Punkte her, damit bliebe RB auf Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen. Anthony Jung, für Trainer Alexander Zorniger der überragende Spieler seiner Mannschaft in der Vorrunde, fällt nach seiner gelb-roten Karte erstmals in dieser Spielzeit aus. Auf den Außenbahnen werden deshalb Georg Teigl und Sebastian Heidinger beginnen. „Geschwindigkeit wird in dem Spiel nicht unwichtig sein“, glaubt der Coach. Und Tempo können die beiden Defensivkräfte ins Spiel bringen.

Zorniger zieht erste Hinrundenbilanz seiner Mannschaft

Im Sturm steht Yussuf Poulsen vor einer Rückkehr in die Startelf. Wer neben ihm spielt, ließ Zorniger noch offen. Einiges spricht erneut für Morys. „Das wäre maximale Geschwindigkeit“, meint der Trainer. Der Untergrund für die Sprinter in der Mannschaft ist bereitet. RB ließ in der vergangenen Woche den Rasen auf dem Spielfeld austauschen. Am Sonntag oder Montag dürfen die Profis das Grün erstmals testen.

Auch wenn Zorniger seine Hinrundenbilanz am Schreibtisch noch nicht mit konkreten Daten ausgearbeitet hat, zog er bei der Pressekonferenz am Sonnabendmorgen schon ein kurzes Fazit: „Einige Spieler haben sich individuell weiterentwickelt“, formuliert er zunächst nüchtern, leitet damit aber eine kleine Lobeshymne mit konkreten Namen ein. Torhüter Benjamin Bellot habe einen großen Schritt nach vorn gemacht. Die Innenverteidigung erhält komplett eine Anerkennung. Dann folgt die Eins mit Sternchen für Jung und eine Sonderanerkennung für Rani Khedira. „Als er zu uns kam, fehlte ihm das Verständnis für unser Spiel, er hat einen brutalen Sprung gemacht“, so Zorniger. Und noch zwei Namen fallen: Yussuf Poulsen und Joshua Kimmich, die besonders in der ersten Phase die Hinrunde dominiert haben. „Man hat aber auch gesehen, was ein Hype mit so jungen Spielern anstellen kann“, findet Zorniger. Durch Verletzungen oder auch mentale Defizite standen beide zuletzt nicht mehr in der Startformation.

Rangnick definiert Anforderungsprofil für Neuzugänge

Zorniger und Rangnick wollen nun die einzelnen Mannschaftsteile genau unter die Lupe nehmen und beratschlagen, wo im Winter nachgebessert werden muss. Das Anforderungsprofil an Neuzugänge definiert der Sportdirektor deutlich: Sie müssen sofort, aber auch nachhaltig weiterhelfen, nicht nur für ein halbes Jahr eine Zwischenstation suchen und deutsch sprechen. Marcel Sabitzer und Massimo Bruno werden deshalb nicht aus Salzburg kommen. Sie hatten in Österreich zunächst Anpassungprobleme, spielen dort erst seit zwei Monaten regelmäßig, betont Rangnick. Ein erneuter Wechsel wäre deshalb nicht sinnvoll.

Der Sportdirektor erwartet zudem mehr Power aus dem Mittelfeld. Die beiden Treffer von Dominik Kaiser seien zu wenig für diese Achse. „Wir müssen auch fragen, ob alle Spieler bei uns genügend Praxis bekommen“, formuliert Rangnick. Für die Rückrunde definiert er den Arbeitsauftrag so: Weiterentwicklung von Spielern und Mannschaft. Einen genauen Tabellenplatz oder den Aufstieg fordert der 56-Jährige nicht. Er kann auch gelassen bleiben, weil von der Konzernspitze die nötige Rückendeckung kommt. „Dietrich Mateschitz ist mit der Gesamtentwicklung in Leipzig sehr zufrieden“, berichtet der Sportdirektor vom Red-Bull-Chef. Die vergangenen zweieinhalb Jahre hätten nicht viel besser laufen können. In Detailfragen wie Transfers lässt der 70-Jährige seinem Spitzenangestellten freie Hand. „Das stimme ich mit Alexander Zorniger ab“, so Rangnick.

RB-Spieler müssen Kopie der Führerscheine vorlegen

Peinlich genau schauen die Bullen nicht nur auf dem Rasen hin, sondern auch bei den Fahrerlaubnissen der Spieler. „Für einen Dienstwagen müssen die Jungs eine Kopie ihrer Führerscheine vorlegen“, erklärt der Sportdirektor. In dieser Woche hatte der BVB-Profi Marco Reus mit einer Rekordstrafe von 540.000 Euro für Schlagzeilen gesorgt. Die Staatsanwaltschaft hatte einen Strafbefehl über 90 Tagessätze (ein Tagessatz errechnet sich aus dem monatlichen Nettogehalt, geteilt durch 30) erlassen, weil der Nationalspieler ohne Führerschein unterwegs war.

„Das ist mir ein Rästel, dass das vorher niemand mitbekommen hat“, so Zorniger. Sollte einer seiner Profis mal zu schnell unterwegs sein oder bei Rot über die Ampel fahren, dann landen zumindest die Anhörungsbögen der Verkehrsbehörde in der RB-Geschäftsstelle. „Die Strafe bekommen die Spieler aber direkt zugeschickt, die sehen wir nicht“, sagt Sportkoordinator Frank Aehlig. Man könne sich aber ausrechnen, was passiert, wenn jemand in einer 30-Zone mit 50 Stundenkilometern zu schnell fährt, ergänzt Rangnick.

Erste Testspieltermine für die Winterpause:

10. Januar, 16 Uhr: FSV Barleben, Cottaweg

14. Januar, 16 Uhr, Goslarer SC, Cottaweg

17. Januar, 14 Uhr, Berliner AK, Cottaweg

20. bis 29. Januar, Trainingslager in Doha (Katar). Dort ist ein Test gegen RB Salzburg geplant. Termine und weitere Spiele stehen noch nicht fest.

Matthias Roth

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