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RB-Abwehrchef Orban muss zahlen, wenn er schlecht über Kaiserslautern spricht

Maulkorb RB-Abwehrchef Orban muss zahlen, wenn er schlecht über Kaiserslautern spricht

Willi Orban wechselte im Sommer vom 1. FC Kaiserslautern zu RB Leipzig. Der Wechsel sorgte für viel böses Blut, bei den Fans und den Verantwortlichen. Ausgerechnet im Duell mit den Pfälzern am Sonntag wird Orban fehlen. Und über seinen Ex-Club reden darf er auch nicht.

Ein Turm in der Schlacht und auch mit Übersicht im Spiel: Willi Orban. Wenn es um seinen Ex-Verein 1. FC Kaiserslautern geht, soll er lieber schweigen.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Es soll RB-Fans geben, die sich schon vor dem Hit gegen den 1. FC Kaiserslautern (Sonntag, 13.30 Uhr) den Lageplan der Bundesliga-Clubs reinziehen. Liebe vorfreudig erregten Freunde des runden Leders, es sind noch 63 (!) Punkte zu vergeben. In der weltbesten zweiten Liga weltweit. Zitiert sei an dieser Stelle ein junger Mann, der just in der Leipziger Fußball-Kneipe Münzbar mit Blick auf RB und Platz eins warnte: „Man soll den Bär nicht vor dem Abend loben!“

Wir halten fest: RB ist Zweitligist, und in der Münzbar wird viel Bier getrunken.

Gesichert auch: Die Rasenballer müssen gegen die Lauterer auf den Pfälzer Bub Willi Orban verzichten. Für ihn rückt Tim Sebastian oder Stefan Ilsanker ins Abwehrzentrun. Dass der Ex-FCKler Orban nach dreizehn Partien schon fünf gelbe Karten gesammelt hat, macht den Abwehrchef für Nostalgiker sympathisch. Dazu muss man wissen, dass die Grätsche a la Berti Vogts heutzutage verpönt ist, denn: Foul bricht Pressing. Früher brach Foul Bein.

Orban, der am Dienstag seinen 23. Geburtstag feierte, ist ein Stück weit ein Mann vom alten Schlag. Der Willi: Mächtige Oberschenkel, O-Beine. Der Willi: Sieht aus wie ein Fußballer, läuft wie einer und spielt wie einer. Der Willi: Denkt mit, stellt seinen Body zwischen Ball und Gegner. Nennt sich, brrr, Antizipation. Aber der Willi senst im Notfall auch über die Grasnarbe. Nennt sich, hosianna, Grätsche.

Dass er ausgerechnet gegen seinen FCK fehlt, hat den Zwei-Millionen-Euro-Mann mitgenommen. „Das ist sehr bitter für mich, aber die Mannschaft wird auch ohne mich ein gutes Spiel machen.“

Dieser Satz stammt übrigens aus den Katakomben des Sandhausener Hardtwaldtstadions. Seitdem ist der Willi stumm. Grund: Bei der ohnehin geräuschvollen Vertragsauflösung in Kaiserslautern bestand der FCK offenbar auf eine Verschwiegenheitsklausel. Sollte sich Orban abfällig über die Lauterer äußern, muss er zahlen. Fünfstellig. Das können 10.000 oder 99.999 Euro sein.

Maulkorb für Willi.

So ganz haben Stefan Kuntz und Co. den Willi wohl nie verstanden. Orban redet nie schlecht über andere. Schon gar nicht über seine große Liebe, den FCK.

Andere dürfen reden -  und sie tun es unter anderem via Sport Bild. Dort hat Kuntz Orbans Wechsel an der Kohle festgemacht und von einem „Dolchstoß in den Stolz eines FCK-Fans“ gesprochen: „Was soll ein Verein einem Spieler sagen, der woanders das Vierfache verdienen kann?“ RB-Chef Oliver Mintzlaffs konterte: „Spieler kommen aus anderen und nicht finanziellen Motiven zu uns - sonst wären sie für uns auch die Falschen.“ Mintzlaff stellte zudem Unterschiede zwischen den öffentlichen und internen Äußerungen des FCK-Chefs fest. Kuntz habe gegenüber Orban sehr wohl Verständnis für dessen Ja-Wort an RB gezeigt.

Auch Orbans Berater Roger Wittmann meldete sich. Kuntz benutze Orban, um von eigenen Problemen abzulenken. „Verträge sind dazu gemacht, dass man sie nutzt. Willi hat sich für einen besseren Vertrag und für bessere Ambitionen eines Vereins entschieden, der in den nächsten drei bis vier Jahren zu einem Topteam wird. Da von einem Dolchstoß zu sprechen, ist martialisch und Blablabla.“

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