Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
RB-Abwehrchef Willi Orban will nur das Eine – ein besserer Fußballer werden

Interview RB-Abwehrchef Willi Orban will nur das Eine – ein besserer Fußballer werden

In der kommenden Saison läuft Willi Orban für RB Leipzig auf. Im Interview spricht der 22-jährige Abwehrakteur über sein Bundesliga-Debüt im Trikot des 1. FC Kaiserslautern gegen Bayern München, Idol und Kult-Locke Harry Koch, sein Wechsel vom Roten Teufel zum Roten Bullen und seinen Vornamen.

Willi Orban im RB-Trainingslager in Leogang.

Quelle: Picture Point

Leogang. Junge Männer erinnern sich in den allermeisten Fällen gerne an ihr erstes Mal. Willi Orbans Erstlingswerk datiert vom 27. August 2011 und dauerte nur drei Minuten. Bälle sah der Pfälzer Bub keine und trotzdem ist an jenem schicksalsträchtigen Tag „mein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen“. Der gebürtige Kaiserslauterner Orban (1,86 m, 83 Kilo), damals 18, heute 22, über sein Bundesliga-Debüt im Lauterer Trikot gegen Bayern München, Idol und Kult-Locke Harry Koch, sein Wechsel vom Roten Teufel zum Roten Bullen und einen Vornamen, den heutzutage und eigentlich auch vor 22 Jahren keine Mama ihrem Sohn verpasst. Orban hat bei RB einen Vertrag bis 2019 unterschrieben, ist Single und zieht nach dem Leogang-Camp in eine Lindenauer Wohnung.

Marco Kurz hat Ihnen am 27. August 2011 einen Kurz-Einsatz geschenkt. Ihr bisher emotionalstes Erlebnis als Fußballer?

Absolut, ja. Ich habe seit meinem 4. Lebensjahr für den FCK gespielt, kickte mit 18 sonst vor 200 Bäumen und ein paar Zuschauern im Grünen. Über 50 000 auf dem Betzenberg und dann auch noch gegen Robben, Ribery, Gomez und Co - da ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen.

Wie oft waren Sie am Ball?

Gerannt bin ich viel, den Ball habe ich leider nur von Weitem gesehen. Die Bayern lagen durch drei Gomez-Tore 3:0 vorne, haben den Ball laufen lassen. Und mich.

Null Ball-Kontakte?

Null. Trotzdem unvergesslich. Ich habe am nächsten Tag 90 Minuten in der U23 gespielt. Gegen die U23 des 1. FC Köln in der Regionalliga West.

Vor 200 Bäumen.

Ja. Ich liebe Fußball, gehe immer an meine Grenzen. Auch wenn kein Mensch zuschaut.

Als Pfälzer Bub und rustikaler Defensivspieler dürften Sie Anhänger von Hans-Peter Briegel, der Walz aus der Pfalz, gewesen sein. Briegel ist ein Lauterer Held, das war aber etwas zu weit vor meiner Zeit. Mein Idol war Harry Koch.

Locken-Matte, Schnurrbart, Grätscher, von 2003 bis 2006 FCK-Kapitän. Die Frisur hat mich weniger beeindruckt. Seine Präsenz und sein Wille haben mich inspiriert und fasziniert. Er war ein knallharter Arbeiter und nicht umsonst Publikumsliebling.

Harry Koch war kein Goldfuß, hat sich mit Hingabe in eine Karriere als Profifußballer gekniet. Ist Willi I Harry II?

Ein Vergleich mit Harry Koch würde mich nicht stören. Ich bin sehr fokussiert auf meinen Beruf, habe keine großartigen Hobbys, will ein besserer Fußballer werden, jeden Tag lernen.

Der Fußballer Willi Orban ist ...

Ein moderner Innenverteidiger, zweikampfstark, geht ans Limit, steckt ein und teilt aus, kann mit rechts und links einen geraden Pass spielen.

7 Tore in 67 Zweitligaspielen sind nicht schlecht.

Ich schalte mich bei Standards immer und sonst je nach Bedarf offensiv ein. Erinnern Sie sich an Lucio?

Verteidiger bei Bayer und Bayern, durfte nie über die Mittellinie.

Ist aber, wenn es nach vorne nicht lief, trotzdem marschiert. Ein unglaublicher Typ und Athlet, der seine Mannschaft mitgerissen hat.

Sie waren beim FCK jüngster Stamm-Kapitän der 2. Liga. Was wäre, wenn Ihnen Ralf Rangnick das Amt antrüge?

Wenn er das tun würde, wäre ich natürlich bereit. Ich übernehme gerne Verantwortung, gehe gerne voran. Aber ich bin neu hier, fordere nichts.

Rangnicks Gegen-Pressing sah beim 3:0 gegen Liberec gut aus.

Und es hat sich auch auf dem Platz gut angefühlt. Um diesen Spielstil durchzusetzen, muss jeder ständig unterwegs sein und im hohen Tempo das Richtige tun. An der körperlichen und mentalen Fitness arbeiten wir in Leogang jeden Tag.

Welche Rolle hat Rangnick bei Ihrem geräuschvollen Wechsel gespielt?

Eine entscheidende.

Würden wir hier und heute zusammen sitzen, wenn Sie mit Kaiserslautern aufgestiegen wären?

Wahrscheinlich nicht.

Spielen Sie im Sommer 2016 mit RB in der Bundesliga?

Dass wir die Qualität haben, aufzusteigen, ist klar. Wir müssen sie aber auch abrufen. In jedem Spiel und in jedem Training. Verlierer reden, Gewinner lassen Taten sprechen.

RB und der FCK steigen auf.

Ich bin der Letzte, der dagegen etwas hätte.

Wieso heißen Sie eigentlich Willi, Willi?

Mein Vater hat ungarische Wurzeln und mein Geburtsname ist Vilmos Tamas Orban. In Deutschland wurde das dann eingedeutscht in Willi Thomas Orban.

Wo ein Willi ist, ist auch ein Weg...

Höre ich heute fast zum ersten Mal.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr