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RB-Coach Beierlorzer bangt vor Partie am Millerntor um Super-Poulsen

RB-Coach Beierlorzer bangt vor Partie am Millerntor um Super-Poulsen

Tabellen lügen nicht, beherrschen aber die hohe Kunst der Weglassung. Führt man sich den FC St. Pauli von 1910 und die Platzierung zu Gemüte (18.), fallen nicht nur Freunde der Kiez-Kicker vom Fleisch.

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Yussuf Poulsen ist Dreh- und Angelpunkt des Leipziger Angriffs.

Quelle: Peter Endig

Leipzig. Den Männern von Cheftrainer Ewald Lienen, 61, gingen Punkte flöten, die normalerweise nicht flöten gehen. Konservativ gerechnet und bereinigt um unverdiente Punktezuwächse müssten die RB-Gastgeber (Sonntag, 13.30 Uhr) sechs, sieben Zähler mehr als jene 28 haben, die sie als Schlusslicht der zweiten Liga ausweist.

Unvergessen dabei das Last-Minute-0:1 bei Union Berlin Ende März, als der Ball über einen Maulwurfshügel und den Huf von Keeper Robin Himmelmann hoppelte. Sebastian Polter schob ein und Lienen einen Hals. "Unverdienter kann man nicht gewinnen."

Übrigens haben neutrale Beobachter (soll es geben) die fast wahre Tabelle auch für RB Leipzig errechnet. Demnach grasen die Roten Bullen mit ihren 47 Punkten exakt auf jenen Weiden, die ihnen zustehen. Erinnert sei ans groteske Zustandekommen von Zuwächsen in Braunschweig und Karlsruhe und hundsgemeine Nullrunden wie die beim 0:1 gegen den FSV Frankfurt. Die Hessen gewannen, weil Fabio Coltorti zu dieser Zeit noch kein Marsmensch war und einen Bock wie Pauli-Torwart Himmelmann schoss.

Das Frankfurt-Match war das Erstlingswerk von Achim Beierlorzer, 47, als Cheftrainer der Profis. Es folgte: Besserer Fußball, ein Zwei-Punkte-Schnitt und flackerndes Aufstiegslichtlein. "Wir dürfen St. Pauli nicht nach dem Tabellenplatz beurteilen", sagt Beierlorzer. "Die haben viele Spiele unglücklich verloren und brauchen jetzt drei Punkte gegen den Abstieg." Die wollen seine Fußballer nicht rausrücken. "Die Truppe ist willig und heiß, wir wollen dieses Endspiel gewinnen." Falls das gelingt, folgen drei weitere Endspiele. Aufstiegschancen? "Das Unmögliche ist noch möglich."

Für Boss Ralf Rangnick, 56, haben sich die Chancen mit dem Coltorti-Tor gegen Darmstadt explosionsartig von "10 zu 90 auf 20 zu 80 Prozent" erhöht. Ist wohl Euphorie auf schwäbisch. "Wir müssen alles gewinnen und Darmstadt und Karlsruhe müssen Federn lassen." Rangnick legt Wert auf die Feststellung, dass RB seit Wochen auf einem neuen und erfreulichen Niveau trainiere, spiele und in der Konsequenz daraus auch punkte. "Positive Entwicklungen."

Personal: Dänen-Ass Yussuf Poulsen hat eine leichte Zerrung, wird gehegt und gepflegt. Falls Poulsen nicht kann, stürmt Omer Damari. Beierlorzer bringt den entsperrten Emil Forsberg für den gesperrten Dominik Kaiser. Marvin Compper bleibt nach seiner guten Leistung gegen Darmstadt in der Innenverteidigung, verdrängt den wieder fitten und vormals verhärteten Balou Rodnei.

Lienentreu: Ewald Lienen ließ sich bei der Pauli-Pressekonferenz partout nichts zur Daseinsberechtigung und Anmutung der kickenden Dose entlocken. "Das lenkt nur ab. Die Konzentration ist auf das Spiel gerichtet."

Am Sonntag läuten am legendären Millerntor die Hells Bells. Die Glocken der Hölle. Gänsehaut garantiert.

St. Pauli: Himmelmann - Kalla, Sobiech, Gonther, Halstenberg - Koch, Daube - Sobota, Buballa - Choi, Nöthe.

RB: Coltorti - Klostermann, Sebastian, Compper, Jung - Demme, Kimmich, Teigl, Forsberg - Poulsen, Reyna.

Guido Schäfer

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