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RB-Fans feiern den Aufsteiger aus Leipzig - Pfiffe für Aktion von Silly

Auf dem Markt RB-Fans feiern den Aufsteiger aus Leipzig - Pfiffe für Aktion von Silly

Tausende Fans von RB Leipzig feierten am Pfingstmontag ausgelassen ihre Aufstiegshelden auf dem Marktplatz. Misstöne waren aber auch zu hören. Viele Anhänger kamen nicht mehr auf den Markt und dann gab es noch eine Trikot-Aktion der Band Silly.

Der Konfettiregen beendete die große Aufstiegsparty von RB Leipzig auf dem Marktplatz.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Leipzig feierte am Pfingstmontag ausgelassen den Aufstieg von RB Leipzig in die 1. Bundesliga. Die Spieler trafen schon am späten Mittag im Alten Rathaus ein. Per Autokorso hatten sie den Weg vom Cottaweg in die Innenstadt zurückgelegt. Stilecht fuhr ein Porsche als Saftey Car vornweg.

RB Leipzig fährt im Autokorso in die Leipziger Innenstadt zur Aufstiegsparty.

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Auf dem Markt hatten sich zu diesem Zeitpunkt gerade die ersten Fans eingefunden. Locker und lässig saßen Profis und Trainer auf den Wagenkanten und winkten den Anhängern zu.

Und die Spieler hatten sich in Schale geschmissen. Statt Trikot und Turnhose trugen die Profis für ihre Party einen Anzug. "Ich fühle mich nicht wohl, hätte lieber den Jogginganzug angezogen", sagte Yussuf Poulsen. Aber er durfte nicht. Eines wurde aber auch deutlich, bei der Kleiderordnung ist RB noch nicht erstklassig. Jeder Spieler trug seinen privaten Anzug. Das soll ich in der neuen Saison aber ändern. Dann werden die Profis einheitlich ausgestattet.

Die Feierlichkeiten starteten für das Team zunächst mit einem Festakt im Alten Rathaus. Dabei wurden auch die beiden Österreicher Georg Teigl und Stefan Hierländer verabschiedet, die keine neuen Verträge erhalten. "Ein Stück von mir bleibt immer in Leipzig. Dieser Mannschaft ist in Zukunft alles zuzutrauen", sagte der blitzschnelle Verteidiger Teigl zum Abschluss.

Der Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff, Sportdirektor Ralf Rangnick, Kapitän Dominik Kaiser und Oberbürgermeister Burkhard Jung hielten im Rathaus kurze Ansprachen und Dankesreden.  "Wir feiern heute hoffentlich genauso wie der VfB Leipzig vor 23 Jahren", sagte Kaiser. Der Kapitän kennt die Partygeschichten allerdings nur vom Erzählen. Er war damals gerade vier Jahre alt.
 

Die große Party vor den Fans, bei der die Aufstiegsmannschaft von Coach Ralf Rangnick auf einer Bühne vor dem Alten Rathaus gefeiert wurde, begann ab 14.30 Uhr mit einem Vorprogramm. Von 15 Uhr an war eine einstündige Aufstiegsdokumentation zu sehen. Ab 16.15 Uhr zeigte sich dann die Mannschaft mit dem Trainerteam. Auf der Bühne standen die Bands Glasperlenspiel, Karat, Silly, City und die Puhdys.

Silly um Frontfrau Anna Loos zogen sich aber schnell den Groll der RB-Anhänger zu. Die Band hatte nämlich die Trikots von Ostvereinen übergestreift.

Loos trug ein Union-Jersey, daneben standen Jackie Reznicek im Hemd von Dynamo Dresden, Ritchie Barton im Trikot vom 1. FC Magdeburg und Uwe Hassbecker im Dress von Hansa Rostock. Sie haben auch diesen Vereinen für ihre Leistungen gratulieren wollen. Das fanden die Besucher nicht witzig. Es folgten gellende Pfiffe während des gesamten Auftritts und Rufe: "Hier regiert der RBL". Bestellt hatte Reznicek sein Dynamo-Trikot in letzter Minute an der Fan-Tankstelle in Dresden.

Emotional wurde auch der Auftritt von RB-Torhüter Fabio Coltorti auf der Bühne. In einem Einspiel-Video entschuldigten sich seine Frau und seine Tochter dafür, dass sie die Party im heimischen Marbella miterlebten und nicht vor Ort sein konnten. Der Keeper hatte seine Familie seit Weihnachten nur an zwei Tagen gesehen. Coltorti ließ bei den Bildern seinen Tränen freien Lauf. Sekunden später waren sie dann doch als Überraschungsgäste da: die kleine Adriana und die bildhübsche Patricia.

Fabio Coltorti mit Frau und Tochter.

Quelle:

Und ein Spieler wollte unbedingt bei der Feier dabei sein: Diego Demme. Bei der 0:1-Niederlage in Duisburg erlitt er am Sonnabend eine Gehirnerschütterung und entließ sich auf eigene Gefahr wieder aus der Klinik. "Ich hatte ja noch etwas vor. Ich habe mir eine Ibu eingeworfen. Jetzt ist alles okay", so Demme, der anschließend ausgelassen mit den Kollegen auf der Bühne feierte. Selbst so erfahrene Akteure wie Marvin Compper, der bereits mit Hoffenheim einen Bundesliga-Aufstieg erlebte, waren begeistert: "Im Vergleich zu Hoffenheim damals ist das hier fünf Klassen größer und hat viel mehr Power", sagte der 30-Jährige.

Zu den Highlights zählte auch der Auftritt von Lukas Klostermann. Der setzte sich beim Auftritt der Band Letzte Instanz ans Schlagzeug. „Wir sind eins“ wurde intoniert. Zugabe-Rufe die Folge. „Das ist einmalig und sicherlich eine Sache, die ich nie wieder erleben werde“, sagte der Abwehrspieler nach seinem Auftritt.

Lukas Klostermann am Schlagzeug.

Quelle: Gepa

Trainer Ralf Ragnick bewies: Er ist nicht nur ein strenger Coach sondern hat auch Humor. Beim Betreten der Bühne hielt er sich den Oberschenkel und machte das Handzeichen für eine Auswechslung. Eine Anspielung auf die Bier-Jagd von Davie Selke nach dem Sieg gegen den Karlsruher SC. Rangnick wollte da der klebrigen Alkoholdusche entgehen und zog sich dabei einen schmerzhaften Muskelfaserriss zu. Die Fans auf dem Markt riefen: "Super Trainer, super Trainer. Hey, hey, hey." Der Trainer selbst bedankte sich bei den Anhängern und sagte: "Mir ist es wichtig, dass sich nicht nur jeder bei uns im Stadion gut unterhalten, sondern auch sicher fühlt. Das ist mir ein großes Anliegen."

Zum Abschluss stellte Sebastian Krumbiegel an einem weißen Flügel gemeinsam mit dem Gewandhaus-Kinderchor die neue RB-Hymne "RB Leipzig - Du bist mein Verein" vor. Es bleibt abzuwarten, ob sich das getragene Stück auch im Stadion durchsetzen wird. Die Fans auf dem Markt hielten zumindest ihre Schals in die Höhe.

Aufstiegsfeier

Wie finden Sie die neue RB-Hymne?

Begehrt waren auch die Fußbälle, mit denen die RB-Spieler zum mannschaftlich letzten Auftritt auf die Bühne kamen. Während ein Großteil der Spieler die Kugeln in die kreischende Menge schoss, hatte Yussuf Poulsen eine ganz eigene Mission. Er wollte die mit Zuschauern gut gefüllten, offenen Fenster am Gebäude gegenüber treffen. Doch der Stürmer schoss knapp vorbei. In einem rot-weißen Konfettiregen verließ das Team schließlich die Bühne und verabschiedete sich in den Urlaub. 

Auf den Rathausbalkon waren die Aufstiegshelden nicht gestiegen, weil nur fünf Personen gleichzeitig darauf stehen dürfen. Das Team wollte die Nähe zu den Fans lieber gemeinsam auf der Bühne erleben. "Zweite Liga war schön, Zeit für uns zu gehen", war erneut eines der Lieblingslieder, bei dem die Bühne bebte, als das Team ausgelassen dazu hüpfte.

Tausende Fans feierten RB Leipzig und den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga am Pfingstmontag auf dem Marktplatz.

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Bereits gegen 14 Uhr gab es für Besucher kaum noch ein Durchkommen. Wegen Überfüllung hielten die Züge nicht mehr an der Station Markt. Sie sollte laut Polizei auch für die Rückreise geschlossen bleiben. Besucher mussten bereits am Hauptbahnhof oder am Wilhelm-Leuschner-Platz aussteigen. Von dort soll auch der Rücktransport abgewickelt werden, bestätigte Yvonne Manger von der Bundespolizei. Ab 19 Uhr war die S-Bahn-Station am Markt wieder geöffnet.

Allerdings wurde es für sie auch an den Ausweichstationen immer komplizierter. Der Zugang von der Grimmaischen Straße war später auch gesperrt. Auch von der Petersstraße gab es kein Durchkommen mehr. Laut Polizei durften auf den Markt nur 6500 Menschen. Mit den Plätzen am Rand und in den Nebenstraßen waren 15.000 Menschen für RB auf den Beinen. Einige Anhänger hatten sich bereits im Vorfeld ihre Logenplätze gesichert und verfolgten das Treiben von den Fenstern der angrenzenden Gebäude. Vereinzelt sahen sie sogar von den Dächern zu.

Viele Anhänger gingen wegen des Andrangs frustriert wieder nach Hause. Und auch an den Videowänden in der Petersstraße und an der Thomaskirche war die Stimmung mäßig, weil der Ton bei der Übertragung fehlte. Zudem kam vielen Fans die Präsentation der Mannschaft etwas zu kurz: "Es war zu viel Trara drumherum. Uns ging es doch darum, die Jungs zu feiern", meinte ein Anhänger.

Sperre an Auerbachs Keller.

Quelle: Anne Grimm

Die Anhänger von RB Leipzig konnten am Pfingstmontag kostenlos mit Bus und Bahn zur Bundesliga-Aufstiegsparty auf den Markt und nach Hause fahren. Der Fanschal wurde zur Fahrkarte in die Innenstadt, teilten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) mit. Die Freifahrtaktion galt ganztägig in allen Fahrzeugen der LVB in der Tarifzone 110 sowie in allen Zügen der S-Bahn Mitteldeutschland. „Wir sind der Mobilitätspartner von RB Leipzig und wollen uns mit dieser Aktion bedanken“, erklärte LVB-Chef Ulf Middelberg.

Ein RB-Trikot wurde für die Gratis-Fahrt nicht anerkannt, teilten die LVB mit. „Der Fanschal ist das Erkennungszeichen der Fußballanhänger. Wer einen umhat, fährt gratis“, sagte Sprecherin Katja Gläß.

Anne Grimm/Matthias Roth

Leipzig Markt 51.340408 12.374329
Leipzig Markt
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