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RB-Kapitän Kaiser fordert mehr Konstanz und verspricht Leidenschaft bis Saisonende

RB-Kapitän Kaiser fordert mehr Konstanz und verspricht Leidenschaft bis Saisonende

Heerscharen von RB-Fans liebäugeln mit Entleibung, das Ende des Abendlandes steht bevor. Ja, das 0:1 der Rasenballer in Heidenheim wird mindestens als Katastrophe begriffen.

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Dominik Kaiser nach seinem Traumtor gegen Heidenheim.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Nein, in Reihen der Club-Bosse hat man sich trotz des Ausscheidens im Aufstiegsrennen nicht dazu durchgerungen, den Verein unverzüglich aus der 2. Liga abzumelden. RB-(Ersatz-)Kapitän Dominik Kaiser, 26, über die Aufgeregtheiten der Branche, den weiteren Saisonverlauf und die vorbildliche Haltung prominenter Reservisten. Übrigens: Sportdirektor Ralf Rangnick hat sich in Heidenheim kein Schweigegelübde auferlegt. Es gab keine Interviewanfragen.

Nach der 3:1-Gala gegen Düsseldorf wurde zum Angriff auf die Spitze geblasen, ein Spiel später wird Euch Feigheit vor dem Feind unterstellt. Gibt es ein Leben nach Heidenheim?

Dominik Kaiser: Gibt es, ja. Es muss aber keiner denken, dass wir uns jetzt super fühlen und zur Tagesordnung übergegangen sind. Wir haben mit dem Sieg gegen Düsseldorf Hoffnungen geweckt. Bei uns und unseren Fans.

Und dann habt Ihr mit dem Hintern eingerissen ... und so weiter.

Haben wir. Leider.

Woran hat’s gelegen?

Das fragt man sich immer. Heidenheim war nur in den ersten paar Minuten gefährlich. Unsere erste Halbzeit war okay, da waren wir gut im Spiel, hatten Chancen. Mit dem 0:1 wurde es minütlich weniger. Weniger Überzeugung, weniger Durchsetzungsvermögen, weniger Zugriff bei Standards.

Die berühmte Eigendynamik eines jeden Spiels spielte Heidenheim in die Karten: Führungstreffer, Klassenerhalt vor Augen, Heimspiel. Macht frei auf der Brust.

Natürlich wird es mit einem Rückstand nicht leichter, aber wir haben uns zu sehr beeindrucken lassen, keine Torchance mehr rausgespielt.

Die Tabelle lügt nicht, RB ist kein Spitzenteam.

Wir haben in dieser Saison noch keine Konstanz in unser Spiel bekommen, keine Top-Serie hinbekommen. An guten Tagen spielen wir wie ein Zweitliga-Spitzenteam, können alle schlagen. Wir hatten bisher nicht genügend gute Tage.

Trainer Achim Beierlorzer hatte nach dem Spiel Mühe, alle Mann in den teambildenden Kreis zu bekommen. Habt Ihr ein Grüppchen-Problem, seid Ihr Euch nicht mehr alle grün?

Wenn überhaupt gibt es ab und an eine kleine sprachliche Hürde. Ansonsten ist die Stimmung in der Truppe gut.

Der Aufstiegszug ist abgefahren ...

... wenn wir gegen Nürnberg gewinnen, werden manche den Zug anhalten. Im Ernst: Wir müssen jetzt hart arbeiten und Spiele gewinnen. Für den Verein, die Fans und jeden Einzelnen von uns. Schon im Hinblick auf die kommende Saison kann sich keiner hängen lassen. Außerdem spielen fast alle von uns ihre erste Zweitliga-Saison. Da ist man auf jedes Spiel heiß.

Mit Daniel Frahn, Niklas Hoheneder und Sebastian Heidinger sitzen drei Aufstiegshelden auf der Bank. Leiden Sie mit?

Mitleid will und braucht keiner. Die drei gehen mit der Situation vorbildlich um, trainieren gut, machen keine miese Stimmung. Hut ab. Im Fußball geht alles ganz schnell. Da ist man plötzlich wieder gefragt. Und dann muss man Antworten haben und Leistung bringen.

Heidinger wurde in Heidenheim mit einem Urin-Becher beworfen. Haben Sie davon etwas mitbekommen?

Erst nach dem Spiel. Einfach ekelhaft, da findet man keine Worte mehr.

Guido Schäfer

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