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RB-Kapitän vor Dynamo-Spiel: „Wir können abgebrüht spielen“

DFB-Pokal RB-Kapitän vor Dynamo-Spiel: „Wir können abgebrüht spielen“

RB Leipzig gegen Dynamo Dresden: Die Emotionen kochen vor dem Spiel im DFB-Pokal hoch. Dominik Kaiser freut sich schon das laute Stadion. Sportdirektor Ralf Rangnick hätte bei einer RB-Fancharta mit Dynamo-Passus Gewürze im Verdacht.

Der vielleicht härteste Gegner am Samstag für RB Leipzig: Die Fans von Dynamo Dresden. Sie sind der Leipziger Neugründung aus dem Jahre 2009 alles andere als zugetan.

Quelle: dpa

Leipzig. Es ist kein Spiel wie jedes andere. Auch wenn sich die Verantwortlichen von RB Leipzig am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor der 1. DFB-Pokalrunde bemühen, sich auf die sportlichen Aspekte zu konzentrieren, kommt irgendwann doch die Sprache auf das Umfeld von Dynamo Dresden. Am Sonnabend (Anstoß 15.30 Uhr/Sky) muss der Erstligaaufsteiger beim achtmaligen DDR-Meister antreten und schon seit der Pokalauslosung wird heftig über diese Partie diskutiert.

Darf man das Spiel Derby nennen? Sollte RB erst am Spieltag anreisen? Ist die Sicherheit gewährleistet? Der sportliche Vergleich scheint in diesen Tagen in den Hintergrund zu rücken. Ein Grund für die hitzigen Diskussionen ist auch die Fan-Charta von Dynamo Dresden. Sie besagt in einem Punkt: „Die SG Dynamo Dresden bestreitet keine Freundschafts- bzw. Testspiele gegen Rasenballsport Leipzig und missbilligt das Tragen, Verteilen und Darstellen der Marke Red Bull (z.B. durch Kleidung, Werbematerial, etc.).“

„An welchen Gewürzen geschnuppert?“

RB-Sportdirektor Ralf Rangnick hat dazu seine ganz eigene Meinung. Solange er bei den Roten Bullen tätig sei, ist so ein Passus in Leipzig undenkbar. Und Rangnick weiter: „Wenn Fans damit zu mir kämen, würde ich sie fragen: An welchen Gewürzen hast du denn geschnuppert.“ Und für den Sportdirektor ist eines auch klar: Wenn zwei Mannschaften aus Sachsen, die zumindest geografisch nur 100 Kilometer voneinander getrennt sind, aufeinandertreffen, dann ist es ein Derby. Das sieht Dynamo-Präsident Andreas Ritter anders. Zu einem Derby gehöre für ihn auch Tradition dazu. Und genaue diese sehe er bei RB nicht.

Trainer Ralph Hasenhüttl lässt sich vom verbalen Schlagabtausch nicht beeindrucken. „Ich wünsche mir ein Fußballfest, das die Menschen begeistert“, sagt der RB-Coach. Für ihn ist es auch selbstverständlich, wie RB gewohnt einen Tag vor dem Spiel anzureisen. „Wir provozieren niemanden“, so der Übungsleiter. Die Sicherheit solle gewährleistet sein. Hasenhüttl bestreitet allerdings sein erstes Pflichtspiel auf der Bullenbank. Und wie RB in den vergangenen Jahren teilweise Empfangen wurde, weiß zumindest Ralf Rangnick noch genau. Der Sportdirektor erinnerte an das Spiel beim Karlsruher SC, als Fans der Badener plötzlich in der Hotellobby standen – nicht in friedlicher Absicht.

Zweite Reihe muss Schmerzen bereiten

Sportlich wartet auf auf RB eine attraktive Aufgabe im mit 30.000 Zuschauern ausverkauften Dresdner Stadion. "Es war eines der schwersten Lose im Topf“, so Rangnick. Und Hasenhüttl sieht in Dynamo die perfekte Einstimmung auf die Bundesliga. Über seine Aufstellung wollte er noch nichts sagen. Aber noch nicht alle Plätze seien vergeben. Der Trainer fordert den Konkurrenzkampf, leidet am liebsten später bei der Auswahl seines Personals. „Die zweite Reihe muss so gut sein, dass der Trainer bei der Aufstellung Schmerzen hat“, meint Hasenhüttl. Für ihn wird es auch eine persönliche Bewährungsprobe. Im Pokal hatte er als Coach bisher wenig Glück, in sieben Spielen kassierte er sechs Niederlagen. Im vergangenen Jahr unterlag Hasenhüttl mit dem FC Ingolstadt gegen Unterhaching. Nur mit dem VfR Aalen überstand er einmal die erste Runde. Der Gegner hieß damals ausgerechnet Ingolstadt.

Der alte und neue Kapitän Dominik Kaiser geht gelassen an die Aufgabe Dynamo Dresden. „Wir könne auch in einem großen Stadion abgebrüht spielen“, sagt er. Er habe richtig Bock aufzulaufen, wenn es laut sei.

Kaum Chancen auf Serge Gnabry

Bleiben noch die Fragen nach den angekündigten Verstärkungen. „Wir schauen uns um“, heißt es nur von Rangnick. Zumindest ein Name dürfte aus der Diskussion sein: Serge Gnabry, der gerade mit der deutschen Olympiaauswahl für Aufsehen sorgt. „Ich möchte Serge halten und seinen Vertrag verlängern“, kündigte Arsene Wenger an, sein Trainer bei Arsenal London.

Kaiser und seine Kollegen drücken vor allem ihren Teamkollegen Davie Selke und Lukas Klostermann in Rio die Daumen. „Wir stehen im Kontakt, die letzte Nachricht habe ich heute Morgen um 1.40 Uhr bekommen“, sagte Kaiser am Donnerstag. Jetzt hoffe er auf eine Goldmedaille, damit es sich gelohnt habe, wenn sie so lange aus Leipzig weg waren.

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