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RB-Leipzig-Fans drücken Bayern-Partie in den Skat

Fußball in Kneipen RB-Leipzig-Fans drücken Bayern-Partie in den Skat

Kartenspiel statt Großbildleinwand: Nach der ersten Halbzeit im Kracher RB Leipzig gegen FC Bayern München machte sich in Leipzigs Kneipen schnell Resignation breit. Einen Grund zum Jubeln gab es so recht nicht.

Voll war es in Leipzig Kneipen - aber gute Stimmung kam kaum auf.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Der große Traum von der Herbstmeisterschaft war da – umso größer war letztlich die Enttäuschung: Bayern München besiegte RB Leipzig zu Hause mit 3:0. Viele Leipziger nutzten die Möglichkeit, sich die Liveübertragung des Spiels in einer der zahlreichen Kneipen anzusehen – und wie zu erwarten, war es überall brechend voll. Wer 19.15 Uhr beispielsweise im Killiwilly auftauchte, hatte schon keine Chance mehr, auch nur einen Stehplatz zu bekommen. Ähnliches zeigte sich im Volkshaus und im La Boum. Die meisten tippten – oder vielmehr hofften – auf einen knappen Sieg der Leipziger. Einzig Hendrik (21), der seinen Sitzplatz im Killiwilly bereits seit 16 Uhr sicherte, befürchtete ein 3:0.

Das Spitzenspiel zwischen dem RB Leipzig und dem FC Bayern verfolgten viele Leipziger in den Kneipen der Stadt. Der Freudenrausch blieb aber aus.

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Dann endlich: Anstoß. Es wird leiser, die Blicke richten sich wie gebannt auf die Leinwand. Jede heikle Situation wird mit einer entsprechenden akustischen Reaktion unterstrichen: entweder ironisches Mitleidsstöhnen (Robben stürzt), ohrenbetäubend enthusiastische Schreie (erste große Chance für RB in der vierten Minute), Applaus (zweite Chance in der sechsten) oder erleichtertes Aufatmen (Chance für München in der 14.).

Nachdem das erste Tor gefallen ist, kochen die Gefühle langsam hoch. Einige Bayern-Fans, die sich unter die Menge gemischt haben, jubeln, gleichen ihre Unterzahl durch Lautstärke aus. Nach dem zweiten Tor ist die Bestürzung in den Gesichtern der RB-Fans mehr als deutlich. Vereinzelt spricht man sich und der Mannschaft noch Mut zu, doch spätestens mit der Roten Karte und dem Elfmeter ist den meisten klar: Das Spiel ist gelaufen.

Im Beyerhaus, wo es zumindest ein wenig mehr Platz gibt, ist die Stimmung in der zweiten Halbzeit gedrückt, die Luft noch schlechter – schließlich darf man hier rauchen, wovon die meisten auch ausgiebig Gebrauch machen. „Was soll denn jetzt noch passieren?“, fragt Tony (32). „Die Bayern spielen das jetzt einfach runter.“ Und so kommt es dann auch. Der Leinwand wird immer weniger Aufmerksamkeit geschenkt, an einem Tisch wird sogar lieber Skat gespielt. Typische Kneipenatmosphäre samt lauter Gespräche stellt sich wieder ein. Als der Ball in der 83. Minute noch mal Richtung bayrisches Tor rollt, wird es kurzzeitig wieder etwas lauter. Doch am Ende spürt man vor allem eines: Resignation. „Blöde erste Halbzeit“, lautet die knappe Einschätzung von Jochen (24). Es sind ja aber noch 18 Spiele bis Saisonende.

Christian Neffe

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