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RB Leipzig: Forsberg ist bei Zorniger in Aue gesetzt – Rangnick auf Wohnungssuche

RB Leipzig: Forsberg ist bei Zorniger in Aue gesetzt – Rangnick auf Wohnungssuche

Palmen, Sonne und kuschelig warme Temperaturen: Die Voraussetzungen für die Spieler von RB Leipzig waren im Januar während des Trainigslagers in Katar ideal. Am Freitag (Anstoß um 18.30 Uhr) hilft der Wohlfühlmodus aber nicht mehr viel.

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Alexander Zorniger.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Aue heißt nach der Winterpause der erste Gegner in der 2. Bundesliga und erwartet die Gäste mit der rauen Wirklichkeit des Erzgebirges. Die äußeren Bedingungen im Lößnitztal: Dauerfrost, eine geschlossene Schneedecke und kräftiger Wind aus Nordost.

„Das wird eine Kopfsache“, glaubt deshalb Leipzigs Torhüter Fabio Coltorti. Die Mannschaft müsse sich mit den Gegebenheiten abfinden. „Wir spielen aber nicht das erste Mal auf gefrorenem Boden“, so der Schweizer zuversichtlich. Und auch Trainer Alexander Zorniger will sich gar nicht mit der Winterlandschaft des Erzgebirges beschäftigen: „In Aue werden keine 15 Zentimeter Neuschnee auf dem Platz liegen.“ Außerdem wollen 2700 Leipziger ihre Mannschaft unterstützen.

Aue ist Transferkönig

Viel mehr befasst sich der Coach mit dem Kader des Tabellenletzten. Der FC Erzgebirge ist Transferkönig der Winterpause. Acht neue Spieler haben die Veilchen zu sich gelockt, so viel wie kein anderer Zweitligist. „Die Neuzugänge haben alle Startelfpotenzial“, glaubt Zorniger. Entscheidend sei, wie sich die Verstärkungen ins Mannschaftskonzept einfügten.

Diese Aufgabe muss der Trainer auch im eigenen Team lösen. Vier Neue muss Zorniger integrieren und mit dem Spielsystem und den Eigenarten seiner Männer vertraut machen. Bange ist ihm dabei nicht. Der Brasilianer Rodnei etwa, gerade aus Salzburg am Cottaweg angekommen, habe sofort eingeschlagen. Seine Kollegen rufen ihn Rody. „Er hatte schon nach der ersten Einheit seinen Spitznamen weg“, freut sich Zorniger. Anpassungsprobleme hat der 29-Jährige offenbar nicht. Sein Vorteil: Er kennt die RB-Philosophie aus Österreich und spricht deutsch.

Das ist zwar helfend, aber keine Voraussetzung für einen schnellen Sprung in die Startelf. Emil Forsberg beweist das Gegenteil. Der Schwede unterhält sich auf Englisch mit den Mitspielern, ist für Zorniger gegen Aue bereits neben Yussuf Poulsen gesetzt. „Die Beiden haben sich sofort gefunden, harmonieren sehr gut miteinander“, sagt der Fußballehrer. Offen ist, wen er als dritte Spitze in seinem 4-3-3-System aufstellt. Omer Damari wird nach seiner Muskelverletzung voraussichtlich erst gegen den FSV Frankfurt ein Thema. Zorniger ließ seine Entscheidung am Mittwoch offen. Daniel Frahn oder Yordy Reyna heißen zwei Möglichkeiten.

Coltorti als Mentor

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Mentor Fabio Coltorti

Quelle: GEPA Pictures

Beim aus Gröding gekommenen Peruaner Reyna steht Coltorti als Mentor zu Seite. „Da kann ich mein Spanisch gebrauchen“, so der 34-Jährige mit Wohnsitz auf Marbella. Reyna beeindruckt mit seiner Bilanz: Elf Tore und sechs Vorlagen stehen in dieser Spielzeit bereits auf seiner Habenseite. Sollte der 21-Jährige mit dieser Schlagzahl weiterspielen, könnten sich die Roten Bullen ganz schnell wieder an die gerade vier Punkte entfernten Aufstiegsplätze herankämpfen. Schon an diesem Spieltag lässt sich ordentlich Boden gut machen. Vier vor RB platzierte Mannschaften spielen gegeneinander und nehmen sich so gegenseitig die Punkte weg.

Eine Sache betonte Zorniger am Mittwoch noch einmal deutlich, mit einem Sprung in die 1. Bundesliga bereits im Mai hätte er keine Probleme. „Wir haben brutal Bock, es dieses Jahr zu schaffen“, so der Coach. Das wollen aber auch eine Reihe weiterer Mannschaften schaffen. Sollte es nicht klappen, müsse im Sommer analysiert werden „was gut und was schlecht war“. Zorniger betonte aber nach zwei Aufstiegen in Folge auch: „Demut tut uns gut.“

In der Winterpause geisterte eine alte Geschichte vor allem durch die überregionalen Medien. Grundtenor: Sportdirektor Ralf Rangnick will den Aufstieg sofort, Zorniger lieber erst in einem Jahr. Garniert wurde die Geschichte stets mit dem Namen Thomas Tuchel, als möglichen Zorniger-Ersatz in Warteschleife. Rangnick sprang zuletzt, wie zuvor auch schon mehrfach, seinem leitenden Angestellten demonstrativ zur Seite und bezeichnete die Gerüchte als respektlos. Diese Unterstützung tue ihm gut, so Zorniger. Und äußerlich entspannt fügte er beim Thema Emotionalität angesichts der Berichte an: „Ich fühle mich wohl und nur meine Mutter kann entscheiden, ob ich dünnhäutig aussehe oder nicht.“

Rangnick zieht nach Leipzig um

Sollte RB im Sommer aufsteigen, würden sich die Verträge von Rangnick und Zorniger automatisch um ein Jahr bis 2017 verlängern. Der RB-Sportdirektor will sich künftig komplett auf Leipzig konzentrieren und seinen Posten in Salzburg zum Saisonende aufgeben. „Nächste Woche Mittwoch beginne ich mit der Wohnungssuche“, erklärte der 56-Jährige. Vor allem wolle er mit seinem Abschied aus Österreich eine mögliche Konfliktsituation umgehen.

Theoretisch könnten Salzburg und Leipzig schon in der nächsten Saison als Gegner in der Europa League aufeinandertreffen. Die Sachsen müssten sich dafür allerdings über den DFB-Pokal qualifizieren. „Das ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich“, so Rangnick. Die Karten für das Achtelfinale gegen den VfL Wolfsburg gingen am erstem Verkaufstag weg wie geschnitten Brot. Die Fans standen bis zu einer Stunde geduldig am Neumarkt an. Bereits am Mittag war der Sektor B ausverkauft. Bis Mittwochabend wurden für den Pokalfight gegen den Bundesligisten insgesamt 14.000 Karten abgesetzt, teilte der Verein mit.

Matthias Roth

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