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RB Leipzig: Wenig Gemeinsamkeiten vor dem Pokalkracher bei Dynamo Dresden

Mehr als ein Fußballspiel RB Leipzig: Wenig Gemeinsamkeiten vor dem Pokalkracher bei Dynamo Dresden

Keine gemeinsame Pressekonferenz vorab, keine Anreise im neutralen Bus und erst am Spieltag: RB Leipzig und Dynamo Dresden kommen schon im Vorfeld des brisanten Pokalduells am Samstag nicht so richtig zueinander.

Tradition contra Moderne, Dynamo Dresden contra RB Leipzig: Das DFB-Pokalduell am Samstag birgt reichlich Brisanz.

Quelle: dpa / Christian Modla

Leipzig/Dresden. Am Samstag, 15.30 Uhr, steigt in Dresden DIE Partie der ersten DFB-Pokalrunde. Dynamo empfängt RB Leipzig. Zweitliga-Aufsteiger gegen Erstliga-Aufsteiger. 1953 trifft auf 2009. Kein Dresdner würde je eine Dose aus Fuschl am See an die Lippen führen. Brause und RB sind in Dresden nicht beliebt. Man könnte statt unbeliebt auch andere Wörter benutzen. Die Frage aller Fragen handelt nicht vom Ausgang der Partie. Im Fokus stehen Sicherheitsbedenken. Was geht rund um die Partie ab?

Das letzte Spiel von Bedeutung zwischen den Gelb-Schwarzen und einer Leipziger Combo war auch eine Pokal-Erstrunden-Partie und fand am 21. August 2005 im Zentralstadion statt.

Der von Wolfgang Frank gecoachte Oberligist Sachsen Leipzig verlor gegen den von Christoph Franke trainierten Zweitligisten 3:5 nach Elfmeterschießen. Kevin Kittler verschoss den entscheidenden Elfer. Das Match war zuvor wochenlang heißes Thema in Sachsen, wurde vom früheren Olympia-Manager Dirk Thärichen nach allen Regeln der Kunst vermarktet und hatte auch eine gemeinsame Pressekonferenz zum Inhalt.

Die stieg zwei Tage vorm Spiel im Leutzscher Linden-Hotel und war, nun ja, unterhaltsam. Dynamo-Star Ansgar Brinkmann saß wenige Podium-Meter vom FCS-Coach entfernt und spielte auf seinen kurz vorher von Wolfgang Frank verhinderten Wechsel nach Leipzig an. "Ihr spielt vierte Liga und Sie sagen Nein zu Ansgar Brinkmann. Hut ab, Coach!“ Da ging ein Raunen durchs Hotel. Frank ließ sich nicht provozieren, beließ es bei einem Lächeln. 30 .500 Fans pilgerten in die WM-Arena, sahen einen überragenden Brinkmann, einen aufopferungsvoll kämpfenden Außenseiter und einen verdienten Sieger.

Keine gemeinsame PK, kein neutraler Bus

Neues Spiel, neue Themen. Dynamo gegen RB. Wieder werden über 30 .000 Fans dabei sein. Gesonderte Vermarktung ist diesmal nicht vonnöten. Sky überträgt live, die ARD-Sportschau-Konserve wird eine opulente sein.

Die 2005er Brisanz wird von der aktuellen um Längen übertroffen.

Gemeinsame Pressekonferenz im Dresdner Presseraum? Dieser freundlich gemeinte Vorschlag der RB-Seite wurde dankend abgelehnt. Dynamo-Coach Uwe Neuhaus steht am Freitag Rede und Antwort, RB-Coach Ralph Hasenhüttl schon morgen. Den freundlich gemeinten Dresdner Vorschlag, erst am Spieltag anzureisen, lehnte RB ab. Der Erstligist reist wie immer einen Tag früher an und nächtigt am Spielort. In Dresden. Weswegen Sicherheitskräfte am Hotel patrouillieren, um Teambus und Nachtruhe zu schützen. Auch die Dresdner Anregung, man möge sich bitte schön in einem neutralen Bus fortbewegen, fand keine Gegenliebe. Die Rasenballer werden im allseits bekannten Gefährt durch die Landeshauptstadt fahren.

Schließlich gab es auch bei der Route vom Hotel zum Stadion keine Übereinkunft. Die Dresdner Organisatoren hatten eine Art Königsweg ausgeguckt. Einen, der nicht durch Tausende Dynamo-Fans führt. Einen, der nicht direkt vorm Haupteingang endet und in einem zeitintensiven Rangieren des XXL-Gefährts mündet.

RB Leipzig will Routinen beibehalten

Für die Chefetage von RB Leipzig ist klar: Wir verbiegen uns nicht, wir ändern unsere Abläufe nicht, wir schleichen uns nicht durch den Hintereingang ins Stadion. Und: Wenn wir jetzt damit anfangen würden, wie geht es weiter? Via Kanalisation ihn die Kabine? Mit Gruben-Lampen auf dem Kopf?

Dass RB-Sportdirektor Ralf Rangnick von einem „Derby“ sprach, das irgendwann die Weihen des Revier-Schlagers Schalke gegen Dortmund haben könnte, sorgte in Dresden für Hitzewallungen. Derby gegen RB? Nicht in diesem Leben. Dynamo-Sportchef Ralf Minge lässt heute via Sport-Bild verlauten, dass sein Verein demokratisch geführt sei und sich damit von RB unterscheide. Ist das an allen Stellen so und nicht anders?

Rangnick und Präsident Oliver Mintzlaff hörten sich am Montag bei einem Treffen mit RB-Fanclubs die Sorgen und Nöte der Anhänger an und stellten die gewünschten Stehplätze in der Red-Bull-Arena in Aussicht.

Eine Leipziger Fan-Gruppierung hat dieser Tage ein provokantes Video gepostet. Keine gute Idee.

Auch der Media Markt hat etwas ins Netz gestellt, eine Grußbotschaft an seine Fußball-Partner. „Liebe Schanzer, Fohlen, Dynamos, Knappen, Rote Bullen ... : Wir lieben euch alle.“

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