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RB Leipzig holt Hasenhüttl für neue Bundesliga-Rekordablöse

Millionen-Transfer RB Leipzig holt Hasenhüttl für neue Bundesliga-Rekordablöse

Es ist die teuerste Trainerverpflichtung in der Bundesligageschichte: Ralph Hasenhüttl wird zur neuen Saison Chefcoach bei RB Leipzig. Die „1a-Lösung“ ist den Roten Bullen nach Informationen von LVZ.de eine Ablöse von mehr als 1,5 Millionen Euro wert – plus Prämien.

Trainer Ralph Hasenhüttl wechselt vom FC Ingolstadt zu RB Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Lange wurde spekuliert, seit Freitagmittag 13.01 Uhr ist es offiziell: Ralph Hasenhüttl wird zur kommenden Saison Trainer von  RB Leipzig. Für eine Bundesliga-Rekordablösesumme von 1,5 Millionen Euro plus Prämien wechselt der 48-jährige Coach des FC Ingolstadt am 1. Juli zu den Roten Bullen und tritt die Nachfolge von Ralf Rangnick an. Der Österreicher unterschreibt für drei Jahre bis 2019. Da der Vertrag sowohl für die 1. als auch die 2. Liga gilt, wurde die Personalie noch vor dem Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den Karlsruher SC verkündet. Dann kann RB mit einem Sieg den Bundesliga-Aufstieg klar machen. LVZ.de fasst alles Wichtige zum Millionen-Transfer zusammen:

Das sagt RB: „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Ralph Hasenhüttl, der unsere absolute 1a-Lösung ist“, so RBL-Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff. In der Nacht und am Freitagmorgen hatte er sich mit Ingolstadts Sportdirektor Thomas Linke final über den – ligaunabhängigen – Transfer geeinigt. Hasenhüttl passe „von der Grundsatzphilosophie zu uns und auch menschlich in dieses Team“, betonte Mintzlaff auf einer Pressekonferenz am Cottaweg. Rangnick sagte, dass die „Vibrations“ zwischen ihm und Hasenhüttl, der auch Angebote anderer Bundesligisten gehabt habe, sofort gestimmt hätten. „Ich war mir schnell sicher, dass er zu unserem Verein hervorragend passt“, so der 57-Jährige.

Die Ablösesumme: Der FCI selbst verkündete, dass der Verein die „höchste Ablöse, die bisher für einen Trainertransfer in Deutschland bezahlt wurde“ erhalte. Nach Informationen von LVZ.de überweist RB gut 1,5 Millionen Euro plus Erfolgsprämien. Wenn sich die Leipziger für internationale Wettbewerbe qualifizieren, steigt die Summe um einen sechsstelligen Betrag in Richtung zwei Millionen Euro. Damit ist Hasenhüttl noch teurer als der bisherige Bundesliga-Rekord-Transfer von Roger Schmidt, den Bayer Leverkusen 2014 für 1,5 Millionen Euro aus seinem laufenden Vertrag bei RB Salzburg herauskaufte. Ingolstadt hatte ursprünglich sogar mehr als drei Millionen Euro gefordert. „Der Eine ist erst mal auf dem Mond und der Andere auf der Erde, da muss man sich annähern“, kommentierte Mintzlaff die „mühsamen“ Verhandlungen, wollte sich aber zu Konditionen nicht äußern. „Es war immer klar, dass wir keine astronomischen Summen und erst recht auch keinen RB-Leipzig-Bonus zahlen.“

Das sagt Hasenhüttl: „Für mich persönlich ist es der nächste Schritt“, erklärte Hasenhüttl auf einer Pressekonferenz am Nachmittag in Ingolstadt. „Ich habe mich hier immer wohl gefühlt und bin froh, dass es eine so schnelle und professionelle Lösung gegeben hat.“ Er soll am Samstag beim Spiel gegen Bayern München in Ingolstadt verabschiedet werden. Dass Hasenhüttl schon am Sonntag gegen den Karlsruher SC in Leipzig im Stadion sitzt, ist laut Rangnick eher unwahrscheinlich. „Es gibt ja auch keine Karten mehr“, scherzte der RB-Sportdirektor – der Schwarzmarkt für die Partie in der ausverkauften Red-Bull-Arena blüht.

Bisherige Erfolge: Vor allem die sportliche Bilanz von Hasenhüttl hob Rangnick hervor. „Er hat Ingolstadt als Letzter der zweiten Liga übernommen, zum Aufstieg geführt und in diesem Jahr so früh, wie es wohl kaum jemand erwartet hat, in der Bundesliga gehalten. Viel mehr geht nicht.“ Mintzlaff verriet: Bereits vor der aktuellen Saison hätten sich die Bullen um den in Graz geborenen Fußballlehrer bemüht, Hasenhüttl habe sich aber entschieden, in Ingolstadt zu bleiben. Rangnick übernahm daraufhin das Amt kurzerhand selbst.

Hasenhüttls Team in Leipzig: Der bisherige Co-Trainer Zsolt Löw soll laut Rangnick auch künftig Assistenzcoach bleiben. Sein Kollege Achim Beierlorzer rückt dagegen wieder in den Nachwuchsbereich und übernimmt dort eine Doppelfunktion, als Trainer der U19 sowie sportlicher Leiter der U16- bis U23-Teams. Der bisherige U19-Coach Frank Leicht wechselt in die Scouting-Abteilung. Über die Kaderplanung wollen Rangnick und Hasenhüttl gemeinsam entscheiden. Fest steht nach Informationen von LVZ.de: Der Österreicher wird keine Spieler aus Ingolstadt mit nach Leipzig bringen. Hinter den Kulissen waren mehrere Kandidaten im Gespräch, darunter Innenverteidiger Benjamin Hübner (26) und Mittelfeldspieler Pascal Groß (24). Sie bleiben aber in Ingolstadt.

Brisante Nachfolge: Ingolstadt bestätigte am Nachmittag, dass der aktuelle KSC-Coach Markus Kauczinski neuer Trainer wird. Sein Vertrag in Karlsruhe läuft aus – finanziell ist es damit eine überaus lukrative Lösung für die Schanzer. Die Personalie birgt eine gewisse Brisanz: Mit seinem Klub kann Kauczinski am Sonntag bei RB zum Zünglein an der Waage werden und seinem designierten Amtsvorgänger Hasenhüttl in die Suppe spucken – oder die Aufstiegsdose frühzeitig öffnen. Bei einem Sieg ist RB aufgestiegen, auch wenn Verfolger Nürnberg gegen St. Pauli gewinnt. Bei fünf Punkten Vorsprung ist RB am letzten Spieltag dann nicht mehr einzuholen.

Robert Nößler / gs

Steckbrief Ralph Hasenhüttl

Geburtstag: 09. August 1967 in Graz

Vereine als Cheftrainer:
ab 07/2016 RB Leipzig
10/2013 - 06/2016 FC Ingolstadt
01/2011 - 06/2013 VfR Aalen
10/2007 - 02/2010 SpVgg Unterhaching

Vereine als Spieler:
05/2007 - 06/2007 SpVgg Unterhaching
07/2002 - 06/2004 Bayern München
07/2000 - 06/2002 SpVgg Greuther Fürth
07/1998 - 06/2000 1. FC Köln
07/1997 - 06/1998 Lierse SK
07/1996 - 06/1997 KV Mechelen
07/1994 - 06/1996 Austria Salzburg
07/1989 - 06/1994 Austria Wien
07/1985 - 06/1989 Grazer AK

Erfolge als Spieler:
Österreichischer Meister 1991, 1992, 1993 (Austria Wien), 1995 (Austria Salzburg)
Österreichischer Cupsieger 1990, 1992, 1994 (Austria Wien)

Erfolge als Trainer:
Aufstieg in die 2. Bundesliga 2012 (VfR Aalen)
Aufstieg in die 1. Bundesliga 2015 (FC Ingolstadt)
Bundesliga-Klassenverbleib 2016 (FC Ingolstadt)

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