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RB Leipzig ist zu erfolgreich: Papadopoulos, Khedira & Co. haben ein Problem

Schicksal Bankdrücker RB Leipzig ist zu erfolgreich: Papadopoulos, Khedira & Co. haben ein Problem

Des einen Freud ist des anderen Leid: So oder ähnlich ließe sich die Personalsituation bei RB Leipzig derzeit zusammenfassen. Weil der Aufsteiger mit jeweils ähnlicher Startelf von Erfolg zu Erfolg eilt, kommen die engagierten Ersatzspieler kaum zum Einsatz.

Fabio Coltorti, Rani Khedira und Kyriakos Papadopoulos drücken bei RB Leipzig derzeit hauptsächlich die Bank.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Dass sich Fußballprofis verschiedener Clubs anrufen, hat eher selten mit Fouls und ihren Folgen zu tun. Anbei ist so ein Fall. Der Wolfsburger Ricardo Rodriquez hat sich bei RB Leipzigs Marcel Sabitzer gemeldet, ihm im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs zwar keine Kohle, aber eine schnelle Genesung gewünscht. Sabitzer dankte, legte auf und machte ein paar schnelle Schritte auf der hauseigenen Auslegware. Der Bänderriss im rechten Fuß ist nicht auskuriert, aber er schmerzt nicht mehr. Und weil der Ösi ein verwegener ist, könnte es klappen mit einem Einsatz gegen Bremen am Sonntag, 15.30 Uhr, in der Red-Bull-Arena.

Offensiv-Star Sabitzer, 22, ist ein Fixstern am Nachthimmel von Coach Ralph Hasenhüttl. Diese betörende Strahlkraft ist nicht jedem vergönnt.

Beispiel Fabio Coltorti. Der dreifache Aufstiegsheld, 35, hat den Kampf um die Nummer eins im Tor an Peter Gulacsi, 26, verloren. Coltorti ruht dennoch in sich. "Ich unterstütze Peter und Marius (Müller/23; Red.), wo ich kann“, sagt das Schweizer Bergmassiv. Den Erfolg der Mannschaft erklärt Coltorti mit dem klaren Plan, den RB hat. Und mit der Hingabe, wie der umgesetzt wird. "Unsere Jungs laufen viel und sie wollen viel. Wenn sie diese Demut behalten, bleiben wir erfolgreich.“ Dass der Riese das Kölner 1:1 (satter Schuss unter die Latte) weggeköpft hätte, ist übrigens ein Gerücht, das sich hartnäckig hält. Coltorti (Vertrag endet im Sommer 2017) ist übrigens überzeugt, dass er nicht ohne Bundesligaspiel zurück zu Frau und Kind nach Marbella fliegt.

Beispiel Rani Khedira. Der tadelsfreie Sportler und feine Mensch spielt seit 2014 bei den Rasenballern, kam auf Empfehlung von RB-Nachwuchschef Frieder Schrof, 61, an den Cottaweg. Schrof hat in seiner Zeit beim VfB Stuttgart die Brüder Sami und Rani Khedira gefördert und gefordert, war überzeugt, dass Rani, 22, so gut wie Sami, 29, wird. Dieser Beweis steht noch aus. Defensiv-Allrounder Rani legte eine gute Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison hin, arbeitete hart an der Schärfung seines Profis, bat Hasenhüttl zu einem Perspektiv-Gespräch. Botschaft des Trainers: Du bekommst deine Einsätze. Nun, er bekam sie bisher nicht. Weil es Diego Demme, 24, und Stefan Ilsanker, 27, im defensiven Mittelfeld sensationell machen. Und weil auch Naby Keita, 21, im Zweifel den Vorzug bekommt. Die Zeichen stehen auf Abschied. Wahrscheinlich schon im Winter. Khedira will und muss in diesem Alter Fußball spielen.

Beispiel Kyriakos Papadopoulos. Der 24-jährige griechische Nationalspieler ist kurz vorm Ende der Transferperiode von Bayer Leverkusen ausgeliehen worden. Weil Hasenhüttl und Sportdirektor Ralf Rangnick die Innenverteidigung aufforsten wollten – quantitativ und qualitativ.

"Papa“ ist ein Mann, der Bierkästen aus dem Strafraum köpft. Einer, "der uns noch gefehlt hat“ (Hasenhüttl). Eingesetzt wurde das finale Puzzleteil selten bis nie. Weil es Willi Orban, 23, und Marvin Compper, 31, hinten drin ausnehmend gut machen. Dass das Duo und auch Keeper Gulacsi von der überragenden Rückwärtsbewegung des gesamten Teams profitieren, ist eine Tatsache.

Papadopoulos ist ein selbstbewusster und extrovertierter Typ. Irgendwann wird er beim Trainer vor der Tür stehen (Papa ante Portas) und sagen: "Lass’ das endlich mal den Papa machen, Herr Rasenhüttl!“

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