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RB Leipzig mit viel Selbstbewusstsein: „Das Letzte, was wir haben, ist Angst“

Heimpremiere gegen den BVB RB Leipzig mit viel Selbstbewusstsein: „Das Letzte, was wir haben, ist Angst“

Nach 22 schier endlosen Jahren ist es soweit: In Leipzig steigt am Samstag wieder ein Fußball-Bundesligaspiel. Fans und Journalisten rücken deshalb in Scharen an. Aufsteiger RB Leipzig rechnet sich gegen den Vizemeister Borussia Dortmund sogar Chancen aus.

RB Leipzig-Coach Ralf Hasenhüttl rechnet sich für sein Team Chancen gegen den BVB aus.
 

Quelle: dpa

Leipzig.  Die beste Nachricht gleich zu Beginn: Ralph Hasenhüttl muss nicht mehr das Bett hüten und sitzt gegen den Vizemeister aus Dortmund auf der Trainerbank. „Das Fieber ist auskuriert“, sagt der 49-Jährige bestens gelaunt bei der Pressekonferenz vor dem ersten Bundesligaheimspiel in der Geschichte von RB Leipzig. Als der VfB Leipzig in der Saison 1993/1994 das letzte Mal einen Fußballverein der Stadt in der höchsten Spielklasse präsentierte, schaffte er im Stadion der Schwarz-Gelben sogar einen 1:0-Sieg, stieg am Ende aber sang- und klanglos als Tabellenletzter ab. Das soll RB Leipzig nicht passieren. „Wir wollen so schnell wie möglich die 40-Punkte-Marke erreichen“, sagt Hasenhüttl.

Da kommt also ausgerechnet der Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund am Samstag ins ausverkaufte Rund – so viel fußballerische Qualität war seit der WM 2006 im Leipziger Stadion nicht zu sehen. Doch wer meint, der Aufsteiger würde deshalb die leisen Töne anschlagen, hat sich getäuscht. „Respekt ist da, ja. Aber das letzte was wir haben, ist Angst“, sagt der RB-Coach und setzt noch einen drauf: „Es interessiert uns nicht, wie viele tolle Einzelspieler beim Gegner durch den Tunnel auf den Rasen laufen. Wir müssen als Mannschaft funktionieren, dann können wir vielleicht eine Überraschung schaffen.“

Der Punktgewinn zum Auftakt in Hoffenheim, die Länderspielpause in der Verletzungen auskuriert werden konnten und drei weitere, hochkarätige Neuzugänge zum Ende der Transferperiode: Das Selbstbewusstsein beim Aufsteiger scheint in den vergangenen zwei Wochen gestiegen zu sein. Hasenhüttl meint vor dem Duell gegen Thomas Tuchel, der ein Jahr vor ihm in Leipzig als Coach anfangen sollte, sich dann aber für das lukrativere Angebot entschied: „Die Wertschätzung für seine Arbeit als Trainer ist eine sehr hohe. Das ändert aber nichts daran, dass mein Team und ich dem BVB gerne die Grenzen aufzeigen möchten.“ Dabei hoffen die Leipziger, dass Dortmund noch mit der Integration der vielen Neuzugänge zu kämpfen hat. „Der BVB hat neben Bayern die beste Mannschaft Deutschlands, aber auch einen Umbruch hinter sich“, sagt Hasenhüttl.

Breiter RB-Kader: „Es wird Härtefälle geben“

Nun hat der RB-Coach die Qual der Wahl: Alle 22 Feldspieler und die drei Torhüter sind fit und wollen zur historischen Heimpremiere in der Bundesliga auflaufen. Die Frage, die sich Hasenhüttl stellt: „Wie viele Automatismen brauchen wir und wie viel neues Personal tut uns gut?“. Mit dem kompletten Team kann er erst seit Donnerstag trainieren. Gleich neun Fußballer, darunter mit Oliver Burke und Kyriakos Papadopolous zwei Neuzugänge, waren mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Da der gebürtige Österreicher ein Fan von Automatismen im Spiel seiner Mannschaft ist, scheint ein großer Umbruch im Vergleich zum 2:2 in Hoffenheim unwahrscheinlich. Drei bis vier Veränderungen könnte es trotzdem geben.

Lukas Klostermann steht auf der rechten Verteidigerseite erstmals nach Olympia wieder zur Verfügung. Naby Keita drängt nach ausgestandener Verletzung zurück ins Mittelfeld und beim griechischen „Krieger“ Papadopolous ist sich Hasenhüttl sicher: „Er kennt die Automatismen gut und kann uns sofort weiterhelfen.“ Insgesamt sieben Spieler stehen am Ende gar nicht im Kader und werden das am Freitag erfahren. „Wir werden künftig häufiger Härtefälle haben. Für die Spieler ist das nicht ganz so schön, die große Auswahl für den Trainer schon“, so der Coach.

Premieren-Shirts und Hasenhüttl-Sprint

Der Verein hat sich für seine Anhänger zur Bundesliga-Heimpremiere etwas einfallen lassen: Unter dem Titel „Premieren-Shirt für kleines Gelb“ konnten am Donnerstag gelbe Kleidungsstücke gegen rote Shirts getauscht werden. Vor dem Fanshop in der Innenstadt bildete sich deshalb eine lange Schlange. Innerhalb von knapp zwei Stunden waren die 1000 kostenfreien T-Shirts vergriffen.

Auch bei den Journalisten ist das Interesse am Samstag zur Primetime um 18.30 Uhr groß. Die knapp 100 Presseplätze auf der Haupttribüne sind seit langem vergeben.

42.558 Zuschauer passen ins Stadion – mehr als doppelt so viele Tickets hätte der Verein für das Topspiel verkaufen können. „Alle die dabei sein können, beglückwünsche ich schon mal. Das wird ein Highlight“, meint Hasenhüttl. Und obwohl sich der Coach nach seinem fiebrigen Infekt noch schonen muss und selbst sagt, er sei genauso wie zu seinen Zeiten als Spieler, sicher nicht der Fitteste, kündigt er an: „Ich hoffe, ich habe Gründe zu sprinten.“ Denn so feierte er die zwei Tore seines Teams beim Auftakt in Hoffenheim.

Von Anne Grimm

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