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RB Leipzig muss nach unerquicklicher Nummer auf St. Pauli schärfer schießen

Schlechte Chancenverwertung RB Leipzig muss nach unerquicklicher Nummer auf St. Pauli schärfer schießen

Mit dem 0:1 beim FC St. Pauli endet für RB Leipzig eine Neun-Monats-Serie ohne Auswärtsniederlage. In Hamburg schieterten die Rasenballer vor allem an ihrer unterirdischen Chancenverwertung. Vor dem Spiel am Freitag gegen Union Berlin dürfte demnach Abschlusstraining nötig sein.

Marcel Sabitzer behauptet hier den Ball gegen Marc Hornschuh (l.) und Waldemar Sobota.

Quelle: dpa

Leipzig. St. Pauli, das Freudenhaus der zweiten Liga. Der Plan der Kundschaft aus Leipzig steht im Gegensatz zu den Gepflogenheiten auf der Amüsiermeile: Wir lassen heute Abend keinen rein!

Klappt bis zum Gegentor ganz gut. Dann schlägt Marc Rzatkowski zu (8.). Die Geschichte der restlichen Spielzeit im mit knapp 30.000 Fans ausverkauften Stadion am Millerntor verpackt Pauli-Coach Ewald Lienen so: „Wir haben uns wie das Kaninchen vor der Schlange eingeigelt.“ Kaninchen, Igel, Schlange  - ein schiefes Bild, das zum schrägen Humor dieser Partie passt.

RB kommt zu 29 (!) Torabschlüssen. Liga-Saison-Rekord.

RB hat gefühlt immer den Ball.

Der FC St. Pauli bleibt ein schwieriger Gegner für RB Leipzig. Bereits in den letzten beiden Aufeinandertreffen mussten die Rasenballer den Hamburgern den Vortritt lassen. Am Freitagabend reichte es wieder nicht. Für Leipzig war es die erste Auswärtsniederlage der Saison. Fotos: dpa

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RB rennt an, final mit einem nahezu selbstmörderischen 2-3-5-System.

RB ist am Ende hinten offen wie eine Cordhose aus "Bauer sucht Frau". Leipzigs Fußball-Ikone Olaf Marschall ist Scout des FSV Frankfurt und schüttelt seine Lockenpracht: „Wenn alles normal läuft, gewinnt RB 3:1. Am Ende kann es aber auch 3:0 für Pauli ausgehen.“

Unnormal ist diesmal einiges.

Erstens: Hamburgs Torhüter Robin Himmelmann hält unnormal gut.

Zweitens: Die Rasenballer haben nicht jenes Match-Glück, das ihnen in Fürth oder Karlsruhe hold war.

Drittens: Viele Abschlusshandlungen sind schlicht mies. Wer frei zum Schuss kommt, sollte zumindest das Tor treffen. Coach Ralf Rangnick: „Wir  haben eine Vielzahl an Chancen herausgespielt, aber müssen da dann aber zwingender sein.“

Am Freitagabend enden neun (!) Monate ohne Auswärtsniederlage.

Nach dem Spiel schwärmt halb Hamburg vom Gast aus Leipzig, jagt ein Superlativ den nächsten. Wenn man gewonnen hat, fallen Komplimente leicht. Außerdem wird durch die Erhöhung des Gegners das eigene gräuliche Schaffen bunt angemalt. Pauli-Sportchef Thomas Meggle hat „hier die beste Mannschaft in den letzten zwei Jahren“ gesehen. Für Lienen ist RB „schon jetzt eine Bundesliga-Mannschaft“. Er wünscht Glück, obwohl RB das „nicht brauchen wird“. Lienens Abwehrchef Lasse Sobiech, ein Mann, der Bierkästen aus dem Strafraum köpft, witzelt: „Die haben wir ganz schön vor uns hergespielt.“

Die RB-Delegation entschwindet zeitnah nach dem Abpfiff in die Nacht, der Flieger wartet. Ausradeln am Sonnabend, freier Sonntag. Stimmungsaufhellend wirkt die sonntägliche 1:2-Niederlage des SC Freiburg gegen Düsseldorf. Am 21. Spieltag gehen die beiden Topteams leer aus. RB bleibt mit 44 Punkten vor Freiburg (38) Erster. Wenn Nürnberg heute (20.15 Uhr)  gegen  Bochum gewinnt, zieht der Club an den kriselnden Breisgauern und dann 39 Punkten vorbei.

Das Programm der Roten Bullen am Montag: Es wird zweimal öffentlich trainiert (10 und 16 Uhr). RB-Koch Thomas Linke tischt leicht verdauliche Sportlernahrung und Rangnick das schwer verdauliche Pauli-Video auf.

RB empfängt am Freitag, 18.30 Uhr, die erstarkten Fußballer von Union Berlin. Die 30.000-Zuschauer-Marke wird fallen, eine neue RB-Serie soll starten. Rangnick hat wenig Veranlassung, das Team zu verändern. Fraglich ist das Mitwirken von Stefan Ilsanker, der zog sich in Hamburg eine Schulterverletzung zu. Bis zum Freitag dürften viele, sehr viele Abschlusshandlungen geübt werden. Man möge sich diesbezüglich Gerd Müller nähern. Der erklärte sich einst so: „Wenn der Ball kommt, macht es bumm. Und dann isser drin.“ In Hamburg kamen viele Bälle. Zum  Müllerschen Bumm kam es nicht.

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