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RB Leipzig und BVB – viele Parallelen trotz hundert Jahren Unterschied

Vergleich vor Topspiel RB Leipzig und BVB – viele Parallelen trotz hundert Jahren Unterschied

Exakt ein Jahrhundert liegt zwischen der Gründung des Ballsportvereins Borussia Dortmund (1909) und Rasenballsport Leipzig (2009). Trotz dieser Diskrepanz zwischen Tradition und junger Vereinsgeschichte werden viele Gemeinsamkeiten in der Arbeitsweise der Clubs deutlich – Parallelen hat auch RB-Sportdirektor Ralf Rangnick entdeckt.  

RB Leipzig gegen Borussia Dortmund - am Samstag steigt das erste Bundesliga-Heimspiel der Roten Bullen.

Quelle: dpa

Leipzig. In den nächsten Jahren will RB Leipzig genau dorthin, wo Borussia Dortmund sich seit langem etabliert hat – in die oberen Regionen der Bundesligatabelle sowie ins internationale Geschäft. Die Schwarz-Gelben feierten allein seit der Gründung von RB im Jahr 2009 zwei Meistertitel, einen Pokalsieg und erreichten einmal das Champions-League-Finale. Noch sind die beiden Vereine allerdings nicht auf Augenhöhe. Sportdirektor Ralf Rangnick erklärt vor dem Bundesliga-Topspiel am Samstag (18.30 Uhr) aber: „Es gibt schon viele Parallelen zwischen beiden Vereinen.“

Gemeinsamkeiten:

1. Eingespieltes Duo an der Vereins-Spitze

2005 war ein entscheidendes Jahr für Borussia Dortmund – Hans-Joachim Watzke bewahrte den BVB als neuer Geschäftsführer vor der Insolvenz. Mit Sportdirektor Michael Zorc an seiner Seite bildet er seither ein harmonisches Führungsduo. „Wenn kompetente Personen an der Spitze eines Vereins gemeinsam an einem Strang ziehen und sich gegenseitig etwas gönnen, führt das zum Erfolg“, hatte Leipzigs Sportdirektor Rangnick bereits vor Monaten mit Verweis auf den BVB zu Protokoll gegeben. Langfristiger Erfolg ist kein Zufall.  Ähnlich verhält es sich in Leipzig. Seitdem Rangnick 2012 bei RB ist und gemeinsam mit Oliver Mintzlaff die Fäden in der Hand hält, geht die Entwicklung stetig nach oben. Beiden Clubs ist der Umgang mit Geld und Nachhaltigkeit wichtig. Bei RB werden für einen Aufsteiger keine unverhältnismäßig hohen Gehälter gezahlt, der selbst auferlegte „Salary Cap“ liegt bei drei Millionen Euro. Dortmund achtet akribisch darauf, dass sich Einnahmen und Ausgaben bei Transfers die Waage halten.

2. Spielweise und Stärken

Beide Vereine stehen für Hochgeschwindigkeitsfußball und besitzen in der Offensive extreme Qualität. „Unsere Spielweise ist per se attraktiv – immer wenn die Chance besteht, geht die Post ab nach vorne“, meint Sportdirektor Rangnick. Das Gleiche hätte auch ein BVB-Verantwortlicher sagen können. Auf Dortmunder Seite schielt Pierre-Emerick Aubameyang nach der Torjägerkanone, erzielte vergangene Saison 25 Treffer in der Bundesliga und musste sich nur Bayerns Robert Lewandowski mit 30 Toren geschlagen geben. Während Dortmund mehr das Spiel mit Ballbesitz forciert als Leipzig, sind auch schnelles Umschalten und Gegenpressing keine Fremdworte für den BVB – „das sind natürlich Attribute, die auch auf unser Spiel zutreffen“, sagt RB-Coach Hasenhüttl.

3. Transferpolitik

„Man hat im Sommer gesehen, dass Dortmund bei den Neuverpflichtungen vor allem auf junge Spieler gesetzt hat“, sagt Hasenhüttl. Die gleiche Philosophie verfolgen die Leipziger seit mehreren Jahren. Denn je jünger die Spieler, desto entwicklungsfähiger sind sie. Zudem brauchen beide Clubs für ihre kräftezehrende und schnelle Spielweise Fußballer, die fix regenerieren. Das geht bei jungen Sportlern besser. „Das wir in ähnlichen Gewässern fischen wie Dortmund, ist nicht unüblich, weil wir ja eine ähnliche Idee verfolgen“, sagt Rangnick auch zu künftigen Transfers. Die Aktiengesellschaft Borussia Dortmund investierte vor dieser Saison rund 100 Millionen Euro in neues Personal – etwa doppelt so viel wie RB.

4. Die Trainer

Coach Thomas Tuchel verließ Mainz 05, als das Limit mit dem Verein für ihn erreicht war – genauso praktizierte es Ralph Hasenhüttl beim FC Ingolstadt. Nun coachen beide Trainer Vereine, mit denen es zunächst keine Grenzen zu geben scheint. Dass RB-Sportdirektor Rangnick den 43-jährigen Tuchel vergangenes Jahr gern auf der Bank der Rasenballer gesehen hätte, ist bekannt. Als direkten „Nachfolgekandidaten“ sieht sich der Österreicher Hasenhüttl nicht. Schließlich war Rangnick zwischendurch ein Jahr RB-Coach. Tuchel selbst machte am Freitag bei der BVB-Pressekonferenz noch einmal deutlich, welchen Einfluss Rangnick auf seine persönliche Entwicklung zunächst als Spieler hatte: „Ralf hat mir in Ulm die Augen geöffnet, weil er der erste Trainer war, der uns Viererkette, Raumdeckung, Vorwärtsverteidigung und Pressing erklärt hat.“ Als Tuchel dann wegen einer Verletzung seine aktive Karriere beenden musste, motivierte ihn Rangnick für den Job des Übungsleiters: „Er hat mir in Stuttgart den Weg zum Nachwuchstrainer geebnet. Unsere Verbindung ist bis heute sehr kollegial geblieben, auch nach meiner Absage damals an Leipzig“, sagt Tuchel.   

Kleine und große Unterschiede im Überblick:

  RB Leipzig Borussia Dortmund
Mitglieder 750, 17 stimmberechtigt 139.000
Dauerkarten 20.000 55.000
Fanclubs 26 713
Plätze im Stadion 42.558 81.359
Trikotpreis 84,95 Euro 79,95 Euro
Stadionwurst und Bierpreis 3 Euro und 3,50 Euro 2,60 Euro und 3,70 Euro

 Anne Grimm

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