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RB Leipzig versus Schalke 04: Geheimes Training und Trainer im Glück

Welche Serie reißt? RB Leipzig versus Schalke 04: Geheimes Training und Trainer im Glück

Seit zwölf Pflichtspielen sind sowohl RB Leipzig als auch der nächste Gegner FC Schalke 04 ungeschlagen. Beide Teams trainierten im Vorfeld häufiger als gewöhnlich geheim. RB-Coach Hasenhüttl kontert indes jegliche Gerüchte aus dem Ausland und Sprüche der Konkurrenz auf seine sympathische Art.

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl

Quelle: dpa

Leipzig. Weder ist der Kühlschrank schon abgetaut, noch stehen die Möbelpacker bereits vor der Tür. RB-Trainer Ralph Hasenhüttl reagierte am Donnerstag gelassen auf ein angebliches Interesse des Premiere-League-Clubs Arsenal London an seiner Person. „Ich habe schon von schlimmeren Schicksalen gehört, als das, als Nachfolger des am längsten dienenden Trainers in England gehandelt zu werden. Der Artikel war jetzt nicht unbedingt rufschädigend. Wir müssen uns darüber aber keine Gedanken machen, denn ich habe mein Glück hier gefunden“, sagte der 49-Jährige.

Viel mehr ist er mit dem nächsten Gegner Schalke beschäftigt, denn Hasenhüttl meint: „Das ist die komplexeste Aufgabe, die in der Liga bisher auf uns wartet. Weil die Mannschaft in vielerlei Hinsicht sehr stabil wirkt.“ Dabei führt der Leipziger Coach den Aufwind der Gelsenkirchener auf die Fähigkeiten seines Kollegen Markus Weinzierl zurück, den er aus vergangenen Zeiten gut kennt: „Wir haben einen ähnlichen Entwicklungsweg und uns damals schon in der Dritten Liga getroffen. Ich weiß um seine hervorragende Arbeit. Ich habe es mir nicht vorstellen können, dass er es nicht schafft, aus diesem Team eine Spitzenmannschaft zu formen. Derzeit zeigen sie, dass sie eine sind.“ Auch von der gegnerischen Seite waren zwei Tage vor dem Duell lobende Töne zu hören: „Ich kann mich daran erinnern, als Trainer von Augsburg im DFB-Pokal gegen Leipzig gespielt zu haben. Damals waren sie noch Drittligist und haben schon das gleiche System gespielt. Das haben sie sukzessive weiter entwickelt“, meinte Weinzierl.

Geheimes Training beider Teams

Wie viel Brisanz in dem Spiel zwischen den zwei Vereinen aber wirklich steckt, zeigte bereits die Vorbereitung. Sowohl Hasenhüttl als auch Weinzierl trainierten einmal mehr als gewöhnlich hinter verschlossenen Türen. „Wir mussten uns kurzfristig dazu entscheiden, weil wir einiges abzuarbeiten hatten. Wir haben ein paar taktische Dinge probiert“, kommentierte Hasenhüttl die Maßnahme, drei statt zwei geheimen Einheiten zu absolvieren. Auch sein Kollege aus Schalke ließ die Öffentlichkeit in dieser Woche einmal mehr als sonst vor verschlossenen Türen stehen: „Nur deshalb, weil ich weiß, dass RB das Training immer anschaut. Das haben wir gemacht, damit wir noch ein paar Sachen einstudieren können“, sagte Weinzierl.

Leipziger Startelf gefunden

Dabei gibt es zumindest bei den Roten Bullen keine Geheimnisse in der Startelf für die Partie am Samstag zur Primetime um 18.30 Uhr vor erneut ausverkauften Rängen im Leipziger Stadion. Für Trainer Hasenhüttl hat sich inzwischen eine Wunschformation herauskristallisiert: „Es sieht so aus, als ob sich die Automatismen gefunden haben. Momentan ist es für die Jungs, die nicht spielen, sehr schwer, herein zu kommen. Wir haben nie englische Wochen, deshalb gibt es nicht so viele Gründe zu wechseln“, erklärt der Coach des Bundesligaspitzenreiters. Weil von den Langzeitverletzten aus der Abwehrreihe auch in dieser Woche niemand ins Training zurückgekehrt ist, wird die gleiche Mannschaft wie in Freiburg auflaufen.

Verbal zeigte sich beim Gegner der Schalker Ralf Fährmann angriffslustig. Der in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geborene Keeper formulierte auf der S04-Homepage eine knackige Kampfansage und betonte, „dass wir jede Menge Gefühle mit nach Leipzig nehmen und auf jeden Fall gewinnen wollen.“ Man wolle dem Gegner zeigen, „wie ehrlicher, echter Bundesligafußball geht.“ Diese Ansage konnte RB-Coach Hasenhüttl nicht auf sich sitzen lassen und konterte, ohne darauf direkt angesprochen zu werden: „Wir haben es uns verdient, wo wir jetzt stehen. Das ist ehrlich erarbeitet.“

Wertschätzung und Druck aus München

Derweil erhöht auch der Kontrahent aus München mit neuen Ansagen den Druck auf den Spitzenreiter: Bayern-Trainer Carlo Ancelotti sagte am Donnerstag, Leipzig werde bis zum Ende der Saison ein Titelkandidat sein. „Das ist Ehre genug. Anscheinend sind wir jetzt in jeder Pressekonferenz bei Bayern ein Thema. Ich hoffe, wir müssen ihn nicht Lügen strafen und er hat Recht damit – das wäre schön“, erklärte Hasenhüttl, der auch meinte: „Ich denke aber, dass der Titelfavorit in den nächsten Jahren weiter Bayern ist.“

Winterneuzugänge auf dem Wunschzettel?

Weihnachten steht vor der Tür. Deshalb wurde Hasenhüttl auch gefragt, ob er bei Sportdirektor Ralf Rangnick schon einen Wunschzettel für neue Spieler in der Winterpause abgegeben hat. „Wer mich als Trainer kennt, der weiß, dass ich von Winterneuzugängen nicht viel halte. Im Winter muss man zulegen, wenn man im Sommer viel falsch gemacht hat. Ich meine, dass wir im Sommer nicht so viel falsch gemacht haben. Was man nie weiß ist, wann die Langzeitverletzten in der Defensive zurückkommen. Wir werden die Augen offen halten, aber wir müssen nicht unbedingt handeln.“
 
Anne Grimm

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