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RB Leipzig wird laut bundesweiter Umfrage immer beliebter

Imagegewinn trotz Protesten RB Leipzig wird laut bundesweiter Umfrage immer beliebter

Plastikklub, Brauseverein oder Retortentruppe: RB Leipzig polarisiert, von vielen Fußballfans wird der Aufsteiger abgelehnt. Eine Studie belegt jedoch: Die Sympathiewerte sind nach dem Sprung in die Bundesliga bundesweit weiter gestiegen – so stark wie bei keinem anderen deutschen Profiklub.

Nach dem Aufstieg in die Bundesliga hat RB Leipzig bei Fußballfans bundesweit laut einer Umfrage weiter an Sympathie gewonnen.

Quelle: dpa

Leipzig. Ein Rinderkopf fliegt aus dem Dynamo-Block in den Innenraum des Dresdner Stadions. Gegner des Bundesliga-Aufsteigers RB Leipzig haben mit dieser Geschmacklosigkeit beim DFB-Pokal-Spiel am Samstag einmal mehr bundesweite Aufmerksamkeit provoziert. Immer wieder kam es zuletzt zu Anfeindungen und Protest-Aktionen, wenn die Roten Bullen auf gegnerischem Terrain zu Gast waren. In der Sommerpause verstreuten RB-Hasser vor einem Testspiel in Frankfurt/Oder Schrauben im Strafraum. Beim Zweitliga-Spiel in Aue vor eineinhalb Jahren hielten Fans der Veilchen ein Plakat von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz nach oben – mit Nazi-Uniform im Fadenkreuz.

Dass der erst vor sieben Jahren gegründete Klub von vielen Fans als „Plastikklub“, „Brauseverein“ oder „Retorte“ verspottet, von manchen auch offen angefeindet wird, verzerrt das Außenbild. Wer provoziert, boykottiert und  protestiert, verschafft sich Öffentlichkeit. Dass nicht nur die RB-Fanszene seit Jahren wächst – inzwischen zählt der Verein 26 offiziellen Fanclubs (OFC) mit 3500 Mitgliedern –, sondern sich auch das Image des Klubs kontinuierlich wandelt, belegt jetzt erneut eine bundesweite, repräsentative Studie.

Das "Bullen-Barometer" zeigt die aktuellen Imagewerte von RB Leipzig.

Quelle: Intelligent Research In Sponsoring

„Leidenschaft“ und „sympathisch“

In der Chefetage am Cottaweg dürfte es für Schulterklopfen sorgen: Die Beliebtheit von RB Leipzig ist so stark gestiegen wie bei keinem anderen Bundesligaklub. Jeder zweite Fußballfan in Deutschland zwischen 18 und 69 Jahren findet die Rasenballer „sympathisch“. Nach 42 Prozent zu Beginn der vergangenen Saison und 45 Prozent in der Winterpause liegt der Wert nun bei genau 50 Prozent. Zu diesem Ergebnis kam die Firma Intelligent Research In Sponsoring (IRIS) aus Karlsruhe in ihren von den Klubs unabhängig durchgeführten, repräsentativen Langzeit-Umfragen unter mehr als 2600 Fußballanhängern.

In der Rubrik „ambitioniert“ stiegen die Werte von 74 Prozent im Sommer 2015 auf 78 im Winter und jetzt 79 Prozent. Unter „leidenschaftlich“ kletterten die Bewertungen von 41 auf 47 und 56 Prozent – hier gab es mit 15 Prozentpunkten den größten Sprung. Auch in punkto „Glaubwürdigkeit“ legten die vom österreichischen Brause-Milliardär Mateschitz alimentierten Leipziger zu: von 39 Prozent auf 44 und 48. Auch „bodenständig“ sei der Verein von Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Ralph Hasenhüttl. Von 33 Prozent im Sommer 2015 stieg der Imagewert auf 41 im Winter und 42 im Sommer 2016.

So haben sich die Imagewerte von RB Leipzig innerhalb eines Jahres entwickelt.

Quelle: Intelligent Research In Sponsoring

„RB ragt unter allen Klubs heraus“

„Kein Verein hat in dieser Zeit so zugelegt wie RB Leipzig“, sagt Kevin Engist, der bei IRIS für die Studie mitverantwortlich zeichnete. „Auch bei Ingolstadt und Darmstadt gab es Sympathie-Zuwachs, wegen ihrer Erfolge als Underdogs. RB ragt aber klar heraus“, berichtet der Marktforscher. Im Mittel der 21 untersuchten Bundesliga-Klubs – inklusive der drei Absteiger – seien die Werte in etwa gleich geblieben. Ermittelt wurden die jüngsten Ergebnisse im Mai und Juni dieses Jahres, also kurz nach Saisonschluss, in einer computergestützten Online-Befragung. Ausgewertet wurden dabei nur die Aussagen der Teilnehmer mit starkem oder sehr starkem Fußball-Interesse.

Eine neue Umfragewelle läuft gerade. Die Ergebnisse liegen in einigen Wochen vor. Die Marktforscher rechnen damit, dass die Werte weiter zulegen werden. Denn in der Bundesliga erhält RB eine noch größere Bühne – was auch die Gegner zu weiteren Aktionen antreiben dürfte. Der jüngste Boykottaufruf aus der Ultra-Szene von Borussia Dortmund fand jedoch wenig Anklang. Die Gästetickets für das Auswärtsspiel in der Red-Bull-Arena waren innerhalb von 23 Minuten ausverkauft.

Robert Nößler

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