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RB Leipzigs Compper über Klostermann: „Lukas steht die Welt offen“

Doppelinterview RB Leipzigs Compper über Klostermann: „Lukas steht die Welt offen“

Elf Jahre trennen RB Leipzigs Abwehr-Routinier Marvin Compper und Rechtsverteidger Lukas Klostermann. Zum Abschluss des Trainingslagers im türkischen Belek haben wir mit dem Defensiv-Duo gesprochen. Dabei erntet der Junge ein dickes Lob vom "Alten".

Palmen, Pool und gute Laune in Belek: Lukas Klostermann (l.) und Marvin Compper kurz vor dem Rückflug in die Heimat.

Quelle: Picture Point

Belek. Kurz vorm Abflug nach Leipzig baten wir in der RB-Hotel-Lobby zu einem Rede-Duell zwischen Alt und Jung. Marvin Compper (30/über 300 Profispiele) und Rechtsverteidiger Lukas Klostermann (19, 37 Zweitliga-Einsätze) nach einem zehrenden Trainingslager über Lehrjahre, die keine Herrenjahre sind, und vieles mehr.

Erst am Freitag wird wieder geübt. Was treiben Sie an zwei ganzen trainingsfreien Tagen?

Marvin Compper: Alles, außer Fußball.

Lukas Klostermann: Gute Idee.

Marvin, als Sie mit 20 in Gladbach unter Horst Köppel Profi wurden, gab es keinen Welpenschutz. Wie erinnern Sie Ihre erste Zeit im Haifischbecken Berufsfußball?

Compper: Damals hatten Jeff Strasser, Oliver Neuville und Jörg Böhme das Sagen. Es hat ein halbes Jahr gedauert, bis Böhme nicht mehr ,Junge’, sondern Marvin zu mir gesagt hat. Man sollte beim Fünf gegen Zwei besser keinen Beinschuss versuchen - das tut dann richtig weh. Dass wir junge Spieler die Bälle tragen und im Zweifel suchen, war sowieso klar.

Klostermann: Also an der Nummer mit den Bällen hat sich nichts geändert. Ansonsten wurde ich bei RB super aufgenommen. Man wusste auch gleich, wie ich heiße. Bei uns lassen die erfahrenen Spieler keinen raushängen.

Haben sich die Zeiten geändert, Marvin? Stichwort flache Hierarchie.

Compper: Es gibt vor allem nicht mehr die Alters-Hierarchie. Früher hattest du drei junge im Kader, bei uns sind es heute 15, die jünger als 23, 24 sind. Wir Erfahrenen sind also in der Unterzahl (lächelt milde).

Sie sind elf Jahre älter als Lukas. Fühlen Sie sich auch so?

Compper: Ich bin nicht alt, ich bin erfahren.

Was kann man sich von Marvin abschauen?

Klostermann: Er ist superprofessionell, ruhig am Ball, gibt klare Anweisungen, ist nie beleidigend, immer motivierend.

Kann aus Lukas ein richtig Guter werden?

Compper: Lukas ist athletisch top, er kann kicken und ist klar im Kopf. Er hat alle Voraussetzungen, um einer der besten deutschen Verteidiger zu werden. Das ist ein langer und harter, aber möglicher Weg. Mit 19 steht ihm die Welt offen.

Was gedenkt der Fußballer Compper mit seiner Restlaufzeit anzufangen?

Compper: Was heißt hier Restlaufzeit? Während meiner Auszeit habe ich mein Knie auskuriert und mich insgesamt körperlich auf ein höheres Niveau gehoben. Ich will noch vier, fünf Jahre spielen, habe mit RB Leipzig viel vor, möchte schnellstmöglichst unser Ziel Aufstieg erreichen.

Wer war in Ihrer langen Karriere Ihr bester Gegenspieler?

Compper: Edin Dzeko, der hat alles.

Worin müssen Sie sich verbessern, Lukas?

Klostermann: In jeder Hinsicht. Ruhe am Ball, Übersicht, Flanken, Torabschluss.

Never ending story?

Klostermann: Ja, man lernt nie aus.

Werden Sie eines schönen Tages mit dem rechten Fuß nach innen ziehen und mit dem linken abziehen?

Klostermann: Hab’ ich doch schon getan. In Karlsruhe. Das war ein ganz schöner Strich.

Compper: War das der Schuss, den der Orlishausen mit der Brust gestoppt hat?

Marvin, Sie kämpfen mit Atinc Nukan um einen Platz in der Innenverteidigung. Hat jemand die Nase vorn?

Compper: Ich glaube, dass es ein Dreikampf zwischen Atinc, Willi Orban und mir ist. Warum sollten nicht zwei Linksfüße (Nukan/Compper; Red.) verteidigen? Wir haben alle unsere Qualitäten, jeder wird mit seinen Stärken gebraucht.

Sind Sie hinten rechts konkurrenzlos, Lukas?

Klostermann: Keiner ist bei uns konkurrenzlos, jeder muss jeden Tag Gas geben. Das ist gut so. Wenn wir mal ein Spiel verlieren sollten, hat das nichts mit unserer Leidenschaft zu tun. Die ist immer da.

Wie hat man sich den letzten Zweitligaspieltag vorzustellen?

Compper: Wir stehen beide auf dem Platz und feiern hoffentlich den Aufstieg.

Klostermann: Da wäre ich glatt dabei.

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