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RB Leipzigs Kapitän Kaiser macht sich für Verbleib von Trainer Rangnick stark

Rückrundenvorbereitung startet RB Leipzigs Kapitän Kaiser macht sich für Verbleib von Trainer Rangnick stark

RB Leipzig ist zurück im Training. Mit der Leistungsdiagnostik am Donnerstag startet der Zweitliga-Tabellenführer in die Vorbereitung auf die Rückrunde. Damit rückt auch die Frage, wer in der kommenden Saison auf der Trainerbank sitzt, wieder ins Blickfeld.

Zwei, die sich verstehen: Ralf Rangnick und sein Kapitän Dominik Kaiser.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Am Dienstag, 9 Uhr, endet der Müßiggang der Rasenballer, geht’s zurück an die Werkbank. Der Winterurlaub war ein ausgedehnter (seit 20. Dezember), Boss Ralf Rangnick hatte eingedenk glorreicher Tabellenführung zwei zusätzliche freie Tage spendiert.

Der Ball rollt erst am Freitag beim ersten öffentlichen Training (10 Uhr, Cottaweg), am Donnerstag findet hinter verschlossenen Türen die hochmoderne Leistungsdiagnostik (LD) statt. Testreihen sollen ausfindig machen, wer träge unterm Weihnachtsbaum lag und zum Braten Allasch einatmete.

Früher beschränkte sich die Leistungsdiagnostik auf einfachere Sachen. Der Coach überwachte des Spielers Gang auf die Waage, warf einen Blick auf Problemzonen, formte in besonderen Fällen aus Daumen und Zeigefinger eine Speckzange und griff zu. Schon waren Angedickte überführt.

Beim FSV Mainz 05 brachte es der polnische Stürmer Tomasz Jaworek Anfang der 90er Jahre fertig, mit zehn (!) Kilo Übergewicht aus dem Heimaturlaub zurückzukommen. Seine Erklärung: „Essen daheim super!“

Hat mit der Wirklichkeit bei den Rasenballern nix zu tun. Vollprofis so weit das Auge reicht. Selbst Busfahrer, Zeugwart und Physios sind drahtig. Ganz zu schweigen von Ralf Rangnick, der bei gleichbleibender Lebensführung 124 Jahre wird.

Vorbei die Zeiten, als der trinkfeste rusische Bär Waleri Lobanowski auf der Bank Winterschlaf hielt und Ernst Happel eine Belga nach der anderen paffte.

Übrigens gab es früher Sportkameraden, die immer sagten, was sie dachten und auch beim Thema Vorbereitung (natürlicher Feind des Sportlers) kein Blatt vor den Mund nahmen. Da war vom Verlust der Lebensqualität, Einheiten am Rande der Manneskraft und ungewollten Magen-Entleerungen die Rede.

Heute ist alles super, freuen sich alle auf die freudlose Fron. Kapitän Dominik Kaiser: „Schön, dass es wieder los geht.“ Und ein Hauch von altem Schlag: „Eine Vorbereitung ist nicht vergnügungssteuerpflichtig. Ohne harte Arbeit ging es noch nie.“

Der 27-jährige Schwabe hat Silvester in Kopenhagen verbracht, stieß mit Gastgeber Yussuf Poulsen und dem um Anschluss ans Teamtraining kämpfenden Terrence Boyd aufs neue Jahr an. Wünsche? „Ja“, sagt Kaiser. „Gesundheit, den Rest kann man sich erarbeiten.“

Zum Beispiel den Aufstieg. Verleitet das Acht-Punkte-Polster nicht dazu, sich in selbiges zu bequemen? „Wir wissen, dass ein Vorsprung schnell weg ist, werden seriös mit der Situation umgehen.“ Und mit Blick auf das RB-Gesamtpaket aus Mannschaft, Trainern, Betreuern, Trainingsbedingungen Fans, Lust und Druck auf dem Kessel: „Ich bin überzeugt, dass wir oben bleiben werden.“

Kaiser war auch überzeugt, dass RB den vom FC Liverpool umworbenen Emil Forsberg nicht gehen lassen würde. „Emil ist unverzichtbar, fußballerisch und menschlich. Dass sich andere für ihn interessieren, hat er sich verdient. Er spielt eine tolle Runde und hat bei den Relegationsspielen gegen Dänemark Aufmerksamkeit erregt.“

Was sonst noch war und sein wird? Kaiser hat im Urlaub seinen Ex-Trainer Alexander Zorniger getroffen. Zum Kaffee in der gemeinsamen schwäbischen Heimat. Zorniger haben einen „aufgeräumten Eindruck“ hinterlassen. Und wie steht der Kapitän dazu, dass Ralf Rangnick im Sommer den Sessel des Cheftrainers zu räumen gedenkt? „Der Trainer ist in der Mannschaft sehr angesehen, wir haben Erfolg. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir in dieser Konstellation weitermachen würden.“ Die Spieler werden nicht gehört, Rangnick klärt die Frage aller Fragen in intimer Runde: mit sich selbst.

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