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RB Leipzigs Mentalitätsmonster Demme und Ilsanker so wertvoll wie noch nie

Schwer arbeitendes Duo RB Leipzigs Mentalitätsmonster Demme und Ilsanker so wertvoll wie noch nie

Diego Demme und Stefan Ilsanker machten beim 1:0-Sieg von RB Leipzig gegen Borussia Dortmund zum wiederholten Mal einen richtig guten Job. Demme rannte unfassbare 12,1 Kilometer, Ilsanker 300 Meter weniger. Noch nie waren beide so wertvoll wie heute.

RB Leipzigs Stefan Ilsanker im Zweikampf mit Borussia Dortmunds André Schürrle.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Marcel Schmelzer ist der einzige Ostdeutsche im Kader des BVB, hat Karriere gemacht, 200 Bundesligaspiele und 16 Länderspiele gesammelt. Der Magdeburger, seit 2005 ein Gelb-Schwarzer, hat einen sensationellen linken Fuß, eine Einstellung vom Feinsten und vor allem eines: eine Pferdelunge.

Minuten nach der 0:1-Niederlage bei RB Leipzig stand der Kapitän des Vize-Meisters vor der Kamera und guckte in den Leipziger Abendhimmel. Durchgeschwitzt. Schwer atmend. Und: schwer beeindruckt. „Die sind gerannt wie die Hasen“, stöhnte jener Mann, der selbst rennen kann wie ein Hase. Lob aus berufenem Munde also.

Die – das waren die beseelten, von 39. 000 Fans getragenen Rasenballer. Vor allem die beiden defensiven Abräumer Diego Demme (24) und Stefan Ilsanker (27).

Wenn der eine gegen die edlen Techniker zu spät kam, rammte der andere seinen stählernen Körper ins Duell. Einer war immer da, wo es wichtig war und weh tat. Mit offenem Visier, mutig, selbstlos, spritzig bis zum Abpfiff.

Demme rannte unfassbare 12,1 Kilometer, Ilsanker 300 Meter weniger. Auf zwölf Kilometer kam RB-Coach Ralph Hasenhüttl zu aktiven Zeiten auch – wenn er die Fahrt vom Hotel zum Stadion dazurechnete. Der Fußball-Lehrer war mit allen seinen Untergebenen zutiefst zufrieden, die beiden Mentalitätsmonster aus dem Maschinenraum des RB-Spiels bekamen ein gesondertes Lob. Im kleinen Kreis, versteht sich.

Schwer arbeitendes Duo für RB Leipzigs Erfolg

Demme/Ilsanker – noch nie waren sie so wertvoll wie heute. Als Spaßverderber. Als steter Stachel im Fleisch talentierter Sportler. Als Helden der Arbeit, die ihre Extremitäten auf dem Altar des Erfolges opfern und sich am Morgen danach schwer gezeichnet zum Dienst melden.

„Laufen und kämpfen ist mein Job“, sagt Ilsanker. „Und das kann ich immer, muss ich immer bringen. Für die kreativen Momente sind andere zuständig.“

Die Stars der Bundesliga sind wie geschaffen für den Österreicher. „Ich ziehe mich an Namen und Klasse hoch“, sagt Ilsanker, der bei der EM einen gewissen Cristiano Ronaldo erfolgreich bearbeitet hatte. Ronaldo? „Der ist ein einziger Muskel und überall hart wie Beton. Hat Spaß gemacht gegen ihn.“ Und gut geduftet hat er übrigens auch, der Cristiano.

Die Zusammenarbeit mit Demme? „Funktioniert bestens, wir verstehen uns, können uns aufeinander verlassen.“

Demme gibt das Kompliment zurück. „Ilse und ich haben unsere Aufgaben, machen keine Überdinger. Das passt. Es hat insgesamt gepasst, wir haben die Räume super verengt und irgendwann gemerkt, dass etwas gegen Dortmund geht. Wir wollten gewinnen, waren in den letzten 20 Minuten griffiger.“

Demme kam vor zweieinhalb Jahren vom SC Paderborn, hat sich in den Ligen drei, zwei und eins gegen höher gehandelte und besser bezahlte RB-Konkurrenz durchgesetzt, achtet auf jedes Detail. „Ernährung und Regeneration sind auf diesem Level extrem wichtig“, sagt der Hundeliebhaber und spricht für Ilsanker mit.

Wenn ein Weißbrot um die Ecke biegt, rennen die beiden weg. Alkohol? Ein Glas Weißwein nach dem Spiel, 0,2 Liter. Die anderen Gläser überlassen sie ihren äußerst fußballverrückten Vätern Enzo und Herbert.

Typisch und stilbildend: Am freien Montag lagen Demme/Ilsanker nicht etwa am Cospudener See, sondern waren im Trainingszentrum anzutreffen. Massage, Sauna, Kältebecken.

Am Sonnabend tritt RB beim Hamburger SV an. Mit dem Selbstvertrauen aus einem unerwartet guten Start. Und mit Demme/Ilsanker, den Maschinisten.

Der Dino der Bundesliga wird nicht ohne Schmerzen zu Punkten kommen.

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