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RB Leipzigs Offensivmotor stottert – bitteres Startelfdebüt für Upamecano

Torflaute und Grippe-Nachwehen RB Leipzigs Offensivmotor stottert – bitteres Startelfdebüt für Upamecano

Gegen den HSV kassiert RB Leipzig nicht nur die zweite Niederlage in Folge, sondern erzielt auch erneut kein Tor. Für Neuzugang Dayot Upamecano wird das Debüt in der Startelf eine lehrreiche Erfahrung.

Upamecano im Heimspiel-Einsatz gegen den HSV.

Quelle: imago

Leipzig. Eine der wenigen guten Nachrichten an diesem Wochenende für RB Leipzig: Auch die Konkurrenz hat sich gegen Teams aus den unteren Gefilden der Bundesliga nicht mit Ruhm bekleckert. Der Meister aus München geht als einzige Mannschaft weiter voran. Zu den anderen Kontrahenten im Kampf um den Startplatz in der Champions League ist der Abstand gleich geblieben – Dortmund, Frankfurt, Hertha – alle haben geschwächelt und verloren.

Beunruhigender ist die aktuelle Torflaute. In Dortmund fehlten vor einer Woche mit Timo Werner, Marcel Sabitzer und Emil Forsberg noch die erfolgreichsten Offensivkräfte. Gegen den HSV waren alle wieder dabei, doch die Abteilung Attacke brachte nur wenig zustande. „Wir waren mit ein paar Spielern auf dem Platz, die nach Grippe oder Rotsperre zurückgekommen sind und in die viel Hoffnung gesteckt wurde. Es war aber offensichtlich, dass es nicht so einfach ist, auf dem höchsten Level wieder anzukommen“, sagte RB-Coach Ralph Hasenhüttl. Sportdirektor Ralf Rangnick verwies auf die Nachwehen der Krankheit bei Sabitzer, Demme und Werner: „Man hat einfach gemerkt, dass wir nicht im Vollbesitz der Kräfte waren. Diese drei Spieler waren maximal bei 75 Prozent. So eine Grippe steckst du nicht einfach weg.“

Dass Yussuf Poulsen nun sechs Wochen verletzt fehlt ist erneut ein herber Verlust für die Leipziger Offensive, denn der Däne sorgte in seinen zehn Minuten gegen den HSV für viel Wirbel und einen Schuss an die Latte. Sturmpartner Selke konnte die Chance nach dem Aus seines dänischen Kumpels hingegen nicht nutzen. „Wir haben viel versucht, aber wenig ist geglückt. Die Präzision hat in allen Belangen gefehlt“, meinte Hasenhüttl und ergänzte: „Man hatte das Gefühl, wir können noch drei Stunden weiter spielen und es fällt kein Tor. Deshalb gilt es, wieder eine Schippe drauf zu legen. Es ist nicht damit getan, in Schönheit zu sterben.“

HSV vermeidet Pressingzone

Die Hamburger hatten am Samstag einfache Mittel, um den Leipzigern die Laune zu vermiesen. Zwei erfolgreiche Standards, schnörkelloser Spielaufbau, lange Bälle. „Man weiß ja, dass Leipzig rigoros presst. Man darf einfach erst gar nicht in diese Zone reinspielen und ihnen somit die Möglichkeit geben, ihr Spiel aufzuziehen“, erklärte HSV-Keeper Rene Adler.

Einen bitteren Nachmittag erlebte der 18-jährige Dayot Upamecano, der für den gesperrten Marvin Compper in der Innenverteidigung beginnen durfte. Nach nur 30 Minuten und mehreren Situationen, in denen er nicht sattelfest wirkte, wechselte ihn Hasenhüttl aus. Mit der Entscheidung, ihn von Beginn an zu bringen und dafür Poulsen draußen zu lassen, hatte sich der Coach vielleicht auch ein bisschen verzockt. „Hinterher ist man immer schlauer. Es ist nicht so, dass die Aufstellung nicht nachvollziehbar ist. Aber als Yussuf dann drauf war, war das schon unsere stärkste Phase“, sagte Rangnick. Der Sportdirektor nahm Upamecano etwas in Schutz: „Es ist nicht ganz einfach für einen sehr jungen Spieler, dass so wegzustecken, aber die Auswechslung hatte vielleicht eher etwas mit dem Verlauf des Spiels zu tun.“ Der 58-Jährige bemängelte gleichzeitig, dass der Spielaufbau von hinten viele Schwächen aufzeigte.

Friedliche Atmosphäre bleibt nicht automatisch

Neben den Szenen auf dem Rasen polarisierten im Stadion erneut auch die Geschehnisse auf den Rängen. Rangnick freute sich über die vielen friedlichen Fanplakate, als Reaktion auf die Schmähbanner in Dortmund: „Es gefällt mir, dass bei unseren Fans und den Plakaten heute auch ein Schuss Ironie und doppelter Wortwitz dabei ist.“

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen am vergangenen Wochenende, spielt in Zukunft das Thema Zivilcourage eine große Rolle, meint Rangnick: „Auch wir werden hier nicht automatisch in zehn Jahren noch so eine Atmosphäre haben.“ Das hat man bereits am Samstag gesehen, als volle Bierbecher von den Leipziger Rängen auf den Rasen in Richtung eines am Boden liegenden HSV-Spielers flogen. „Uns ist vollkommen klar, dass wir nicht im Elfenbeinturm leben“, sagte der Sportdirektor und fordert: „Es müssen alle miteinander, wir in der Führung, aber auch die Fans, die diese Atmosphäre bei uns repräsentieren, dafür sorgen, dass es so bleibt.“

Rangnick will wegen der Banner in Dortmund, die ihn mit der Aufschrift „Häng dich auf“ zum Selbstmord aufforderten, übrigens keine Strafanzeige stellen. Der Sportdirektor sagte mit einer Portion schwarzem Humor: „Sollte ich mir irgendwann mal, was ich nicht vor habe, das Leben nehmen, dann entscheide ich schon selber, wie ich das mache. Das lasse ich mir von niemandem vorschreiben.“

Von Anne Grimm

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