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RB Leipzigs Willi Orban: Begeistert vom Start, den Fans und der Euphorie

Interview RB Leipzigs Willi Orban: Begeistert vom Start, den Fans und der Euphorie

Es gibt Fußballspieler, die rennen frühmorgens zum Kiosk, kaufen Kicker, Bild, FuWo und LVZ – um nur das Eine zu suchen: die eigene Benotung für vorangegangene Heldentaten. RB Leipzigs Willi Orban interessiert all das herzlich wenig. Ein Interview über Noten und Selbstwahrnehmung.

RB Leipzigs Willi Orban wurde nach dem Sieg beim Hamburger SV in die Kicker-Elf des Tages gewählt.

Quelle: Picture Point

Leipzig. Es gibt Fußballspieler, die rennen frühmorgens zum Kiosk, kaufen Kicker, Bild, FuWo und LVZ – um nur das Eine zu suchen: die eigene Benotung für vorangegangene Heldentaten. Erderwärmung, AfD und Diesel-Tricksereien treten in den Hintergrund, wenn da Note eins oder zwei entgegen lacht. RB Leipzigs Abwehrchef Willi Orban ist anders. Der 23-jährige Pfälzer hat sich offenbar gelöst von Noten, hört in Sachen Bewertung auch nach dem 4:0-Triumph beim Hamburger SV nur auf den Einen: Coach Ralph Hasenhüttl.

Glückwunsch zur Elf des Tages im Fachorgan Kicker, Herr Orban, und zur Eins in der LVZ.

Danke für die Information.

Sie sind ja extremst begeistert.

Begeistert bin ich von unserem Start, unseren Fans sowie der Euphorie in der Stadt und der ganzen Region. Auf Noten habe ich früher viel Wert gelegt, das hat sich gelegt.

Weil die Journalisten nie in kurzen Hosen in der Sonne gestanden haben und die Noten würfeln?

Das nicht, aber die Einschätzungen hängen doch auch immer stark vom Ergebnis ab. Wenn man verliert, kann man nicht gut gewesen sein. Bei einem Sieg war dann alles gut.

Sie vermissen die Zwischentöne?

Die bekommen wir Spieler von unserem Trainer. Und man kann sich mit zunehmender Erfahrung auch selbst ganz gut einschätzen.

Wie gut waren Sie in Hamburg?

In der ersten Halbzeit lief es bei uns nicht ohne Probleme, fehlte die Kompaktheit und Klarheit. Das hat uns der Trainer in der Pause auch so gesagt.

Ralph Hasenhüttl meinte nach dem Spiel, dass seine Andacht vielleicht eine Spur zu deutlich war.

Das habe ich nicht so empfunden. Wir sind Profis, brauchen keine Samthandschuhe.

Nach dem Wechsel lief es viel besser. Dank Herrn Hasenhüttl?

Er hat uns gesagt, was wir anders und besser machen müssen. Und dann kam der Elfmeter, der hat uns natürlich in die Karten gespielt.

Der Dosenöffner.

Ja, das kann man schon so sagen. Der HSV musste kommen, wir bekamen Räume und haben sie genutzt.

Fünf, sechs Chancen, vier Tore. Diese Effizienz kannte man aus der zweiten Liga nicht von RB.

Wir spielen jetzt in der Bundesliga und müssen in allen Bereichen mehr leisten. Auch in Sachen Effektivität. Das 4:0 ist natürlich super, entspricht aber in der Deutlichkeit nicht dem Spielverlauf.Wir können das definitiv einordnen.

Wer hat das 2:0 in Hamburg denn nun gemacht? Sie oder Timo Werner?

Ich hätte es ehrlicherweise mir zugeschrieben (lacht ausgiebig), aber gönne es Timo natürlich. Stürmer brauchen Tore wie ein Fisch das Wasser.

Null Gegentore gegen den BVB, null beim HSV. Woran hat’s gelegen?

Jedenfalls nicht nur an mir und der Abwehr. Unsere Stürmer und Mittelfeldspieler machen unglaubliche Wege, ersticken vieles schon im Keim. Und wenn ein Ball durchkommt, müssen wir hinten da sein. Das klappt momentan ganz gut. Es ist harmonisch in der Truppe und wir haben gerade die richtige Mischung aus Lockerheit, Freude und Spannung.

Diego Demme und Stefan Ilsanker sind bei anhaltendem Pensum Kandidaten für eine Frühverrentung. Muss man die beiden bremsen?

Die kann man nicht bremsen, das sind Maschinen!

Sieben Punkte aus drei Spielen sind...

... mehr als man uns zugetraut hat. Wir haben um jeden einzelnen Punkt gefightet. Mit Mentalität und Qualität.

Und Matchglück.

Das braucht man immer und kannman sich manchmal sicherlich auch ein Stück weit erarbeiten. Wir arbeitenhart, wissen, wo wir hergekommensind und freuen uns auf jedes Spiel inder Bundesliga. Für uns ist mit dem ­Aufstieg ein Traum in Erfüllung gegangen.

Neuzugang Kyriakos Papadopoulos kann böse gucken. Ist er böse?

Im Spiel kann er ganz bestimmt böse sein. Ansonsten ist er ein cooler und lustiger Typ. Und ein top Verteidiger.

Sie duschen zusammen mit der Naturgewalt Oliver Burke. Hat er wirklich so einen stählernen Body?

Hat er, ja. Er hat unglaubliche athletische Voraussetzungen.

Englische Woche. Am Mittwoch kommt Gladbach. Habt Ihr Sonne im Herzen und Sprit im Tank?

Gladbach ist das nächste Highlight, eine der besten Bundesliga-Mannschaften. Wir werden alles raushauen und dann sehen, was es dafür gibt. Ausverkaufte Hütte, Flutlicht, Gladbach – dafür spielt man Fußball.

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