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RB Leipzigs Willi Orban: "Wir haben einen großen Traum"

Interview RB Leipzigs Willi Orban: "Wir haben einen großen Traum"

Abwehrchef und Dauerbrenner: RB Leipzigs Willi Orban gehört zu den konstantesten Spielern beim Zweitliga-Tabellenführer. Im Interview spricht der erst 23-Jährige, der im Sommer von Kaiserslautern an die Pleiße kam unter anderem über die Bundesliga und Pfälzer Rotwein.

Willi Orban beweist in der RB-Abwehr jederzeit Übersicht.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Er stand in 18 von 19 Spielen auf dem Feld und seinen Mann, ist nach Keeper Fabio Coltorti, 34, der Dauerbrenner der Rasenballer. Der im Sommer vom 1. FC Kaiserslautern gekommene Willi Orban, 23, über enge Spiele, Urlaub auf Pfälzisch-Balkonien, den Arbeitsbeginn am Donnerstag, sein fünftes Türkei-Trainingslager (16. bis 26. Januar) und den Traum vom Bundesliga-Aufstieg.

Ihre Kollegen entspannten in New York, Dubai oder Brasilien. Wo haben Sie es sich gut gehen lassen?

Bei der Familie in Kaiserslautern.

Heimweh statt Fernweh?

Die Familie ist mir wichtig, ich bin ein richtiger Familienmensch. Es war wunderschön.

Normale Menschen nehmen über Weihnachten und Neujahr zu. Sind sie normal?

Nicht in dieser Hinsicht. Ich habe bis auf ein, zwei Gläser guten Pfälzer Rotwein nicht gesündigt, mein Gewicht gehalten.

Und die Pulsuhr haben Sie auch nicht einem pfälzischen Schäferhund um den Hals gehängt und hoch auf den Betzenberg gejagt.

Wir mussten laut Plan sieben Läufe machen. Wer mich kennt...

... weiß, dass Sie mehr getan haben als Ihnen aufgetragen. Sie dürften parallel zu den Läufen ein paar Mal im Kraftraum, im Schwimmbad und in der Sauna gewesen sein.

Stimmt. Als Profi muss man auf sich und viele Details achten.

Ernährung, Schlaf und solche Sachen?

Ja, ganz wichtig.

War früher anders.

Früher war vieles anders.

Sie haben 18 von 19 Spielen absolviert, alle über 90 Minuten. Nennt sich Stammspieler.

Es war und ist mein Anspruch zu spielen.

In 16 Ihrer 18 Spiele war wenig bis nichts zu beanstanden. In München und in Heidenheim galt: Wo ein Willi, da ein Weg  -  für den Gegner.

Ich habe Fehler gemacht, die brutal ärgerlich waren. Die öffentliche Kritik entsprach aber nicht dem internen Umgang.

Ralf Rangnick stand vor und hinter dem Abwehrchef?

Das Vertrauen war immer da.

In Heidenheim haben Sie einen Gegenspieler im Strafraum mit Anlauf abgeräumt. Das sah lässig aus, war eine Szene für Anhänger der Herren Schwarzenbeck, Vogts und Förster.

Lässig? Es gab Elfmeter - und wir haben deswegen nur 1:1 gespielt.

Früher galt für einen Verteidiger: Entweder der Ball oder mein Gegenspieler kommt an mir vorbei. Niemals beide. Früher brach ein Foul ein Bein, heute bricht es das Pressing. Macht Fußball heute noch Spaß?

Na klar macht Fußball Spaß. Spiel und Anforderungen haben sich verändert.

Ein guter Abwehrspieler kommt ohne Foul aus?

Möglichst ohne, ja.

Bei nunmehr acht Punkten Vorsprung auf Platz drei und elf auf einen Nichtaufstiegsplatz sind große Teile der Messen gesungen. Denken Sie schon an Bayern, BVB und Gladbach?

Es ist rein gar nichts passiert, es gibt auch keine Vorentscheidung. Und nein, ich denke nicht an die Bayern oder an Dortmund. Wir haben uns diesen Vorsprung hart erarbeitet. Alle Spiele waren eng -  vom Ergebnis und vom Spielverlauf her. Wir konnten nie sicher sein, dass wir die drei Punkte holen.

Enge erdet und fokussiert?

Ja.

Und wer oben steht, dem lacht das Glück?

Wenn man oft mit einem Tor Unterschied gewinnt, ist das auch ein Qualitätsmerkmal. In Karlsruhe waren wir unterlegen, hatten aber einen Super-Keeper und den Sabi (ein Sabitzer-Traumtor entschied die Partie; Red.). In Fürth haben wir bis zuletzt daran geglaubt, noch einen zu machen.

Der Glaube versetzt Berge und Täler?

Wenn man wie wir in Fürth in der Nachspielzeit das 1:1 bekommt, muss man körperlich und mental wirklich top sein, um nochmal zurückzuschlagen.

Und dann landet kurz vorm Abpfiff ein Kaiser-Freistoß auf Ihrer Birne und von dort auf dem Fuß von Stefan Ilsanker zum 2:1-Sieg.

Ein sensationeller Abschluss des Jahres.

Am 16. Januar geht es zum Üben nach Belek. Trainingslager sind der natürliche Feind des Fußballers. Zittern Sie schon vorm Einerlei des Camps?

Ich war mit dem FCK viermal in Belek. Wir haben super Bedingungen, können uns voll auf unseren Beruf konzentrieren. Warum sollte ich zittern? Wir alle haben einen großen Traum. An der Erfüllung arbeiten wir.

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